Titelaufnahme

Titel
Das Fremde in uns?! : das Kopftuch im Spannungsfeld der Kulturen / vorgelegt von Margit Maria Dockner
Verfasser/ VerfasserinDockner, Margit Maria
Begutachter / BegutachterinPöttler, Burkhard
Erschienen2014
UmfangVIII, 245 Bl. : Zsfassungen (2 Bl.)
HochschulschriftGraz, Univ., Dipl.-Arb., 2014
Anmerkung
Zsfassungen in dt. und engl. Sprache
SpracheDeutsch
DokumenttypDiplomarbeit
Schlagwörter (GND)Kopftuch / Religion / Kopftuch / Religion / Online-Publikation
URNurn:nbn:at:at-ubg:1-76378 Persistent Identifier (URN)
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Das Fremde in uns?! [1.85 mb]
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Zusammenfassung (Deutsch)

Das Kopftuch, ein auf den ersten Blick unscheinbar wirkendes, jedoch viel diskutiertes und umstrittenes Stück Stoff, kann als Bedeutungs- und Symbolträger bezeichnet werden. Wie die Kulturgeschichte des Kopftuches zeigt, nimmt es seit Tausenden von Jahren unterschiedlichste Bedeutungen ein und fungiert als gesellschaftspolitische Projektionsfläche für verschiedenste Themen wie die Staatsneutralität, die Geschlechterrollen, die Religionsfreiheit oder die Selbstbestimmung der Frau. In diesem Diskurs wird die eigene, christlich geprägte Kopftuchgeschichte meist ausgeklammert oder als etwas Differentes wahrgenommen. Dieser Aspekt wurde in der vorliegenden Diplomarbeit aufgegriffen und dementsprechende Konvergenzen bzw. Divergenzen aufgezeigt. Diesbezüglich wurden problemzentrierte Interviews mit Kopftuchträgerinnen mit unterschiedlichen kulturellen und religiösen Hintergründen geführt. Es konnte festgestellt werden, dass es „die“ Frau mit Kopftuch nicht gibt. Dahinter stehen vielfältige Motive und Bedeutungen, die das Kopftuch zu einem individuellen Persönlichkeitsmerkmal und performativen Objekt werden lassen. Die Stereotypisierungen „der Kopftuchträgerin“ spiegeln sich in den Reaktionen der Menschen wider und basieren auf Unwissenheit, Unsicherheiten wie auch Ängsten, die durch die Gesellschaft, aber auch durch die Medien und die Politik hervorgerufen und geprägt werden. Diese auf die muslimische Kopftuchträgerin projizierten Emotionen gründen auf dem verdrängten Eigenen, vor dem wir, nach Sigmund Freud, unsere Augen verschließen möchten und auf das der Titel der vorliegenden Arbeit anspielt. In diesem Sinne soll diese Diplomarbeit einen Beitrag zur Aufklärung leisten sowie das Bild von der medial getränkten Opferrolle der Kopftuchträgerin durch die eigene Kopftuchgeschichte ein wenig auflösen bzw. die Vielfältigkeit und Individualität des Kopftuches in den Mittelpunkt stellen.

Zusammenfassung (Englisch)

At first sight the headscarf is a nondescript but much discussed piece of cloth and it can be termed as a carrier of meanings and symbols. The cultural history shows, that it expresses different meanings since thousands of years and acts as a socio-political projection surface for various issues such as the neutrality of the state, gender roles, religious freedom or the self determination of women. In this discourse the history of the own, Christian shaped headscarf is ignored or perceived as different. This is the main aspect in my thesis, where I show convergences but also divergences. For this reason, I made interviews with women wearing headscarves with different religious and cultural backgrounds. As a result I ascertained that “the woman with headscarf” doesnt exist, because there are various motives and meanings behind wearing this piece of cloth. So the headscarf becomes an individual personal characteristic and a performative object. The stereotyping and the generalizations of women with headscarves are reflected through the reactions of the people and are based on ignorance, uncertainties or anxieties, which are generated by society, media or politics. According to Sigmund Freud, these projected emotions are based on the supressed own feelings, we do not want to face. This aspect refers to the title of this diploma thesis. In this sense, this present paper should analyse the situation of women wearing headscarves. On the one hand prejudices should be reduced and on the other hand the dominating false pictures of these women should be dissolved. Furthermore the diversity and individuality of the headscarf should be in the focus.