Titelaufnahme

Titel
Ideologie und ökonomische Theorie : Reflexionen im Umfeld von Wirtschaftsphilosophie / vorgelegt von Michaela Hähling
Verfasser/ VerfasserinHähling, Michaela
Begutachter / BegutachterinPayer, Peter
Erschienen2014
Umfang133 Bl. : Zsfassungen (2 Bl.)
HochschulschriftGraz, Univ., Dipl.-Arb., 2014
Anmerkung
Zsfassungen in dt. und engl. Sprache
SpracheDeutsch
DokumenttypDiplomarbeit
Schlagwörter (GND)Wirtschaftstheorie / Ideologie / Wirtschaftstheorie / Ideologie / Online-Publikation
URNurn:nbn:at:at-ubg:1-76291 Persistent Identifier (URN)
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Zusammenfassung (Deutsch)

Diese Arbeit beschäftigt sich mit dem Zusammenhang von Ideologie und der ökonomischen Theorie. Dabei soll gezeigt werden, dass diese ideologiefähig, ideologieträchtig und ideologisch nutzbar ist. Ausgehend von der Vorstellung verschiedener ideologiekritischer Positionen wird zunächst ein Idealbegriff von Ideologie konzipiert. Es folgt die Beschreibung der wesentlichen Bestandteile wissenschaftlicher Ideologiekritik, bevor mit dem Aufzeigen der Nichtabtrennbarkeit von Ideologie und Wissenschaft es besteht eine vierfache Ideologisierungsmöglichkeit der ökonomischen Theorie die Überleitung zu den Hauptthemen dieser Arbeit gelegt wird. Im Spannungsfeld von politisch-weltanschaulicher Einflussnahme auf die ökonomische Wissenschaft zeigt sich, dass die Theorien des modernen Mainstreams in eine bestimmte Richtung (Marktlösung) gedrängt werden. In Ergänzung zum Vorgenannten wird die Verwissenschaftlichung der Ideologie, d.h. die Verwendung der ökonomischen Theorie in der politischen Sprache, beleuchtet. Im Zusammenhang von Ideologie und ökonomischer Wissenschaft zeigt sich weiters, dass aus dem Begründungszusammenhang von Theorien persönliche Interessen nicht ausgeschlossen werden können. Vielmehr besteht die Notwendigkeit, durch geeignete Prozesse die Objektivität der Wissenschaft auf kollektiver Ebene sicherzustellen. Ein weiterer Ideologievorwurf besteht hinsichtlich der Verwendung stark abstrakter Annahmen in der neoklassische Theorie, die dadurch gegenüber der Realität immunisiert wird. Dahingegen sind neuere ökonomische Theorien sehr wohl empirisch prüfbar und daher nicht mehr in diesem Sinne dogmatisierbar. Mithilfe Kuhns Wissenschaftsauffassung wird jedoch gezeigt, dass Theorien immanent immun gegenüber einer Widerlegung durch die Realität sind. Abschließend wird gezeigt, dass ökonomische Theorien plurifunktionale Führungssysteme im Sinne von Ernst Topitsch darstellen und somit ideologisch nutzbar sind.

Zusammenfassung (Englisch)

This thesis deals with the relation between ideology and economic theory. It demonstrates how economic theory is prone to ideology. To begin with, an idealized concept of ideology is developed building on various critical accounts of ideology. It is followed by a description of the essential elements of scientific criticism of ideology. It is argued that ideology and academia are inseparable in four different ways; the bulk of the thesis is concerned with the different ways in which scientific theory can be ideology-inflicted. The highly debated influence of politics/ideology on economic theory exposes a certain tendency of modern economics towards market solution. Conversely, scientification of ideology is discussed, viz., the use of economic concepts in political discourse. The relationship between ideology and economic theory further shows that the context of justification cannot be entirely separated from personal interests. It is therefore necessary to secure objectivity on a collective level. A different ideology charge criticizes the use of very abstract assumptions within neoclassical theory, which is thereby immunized from reality. On the other hand, newer approaches in economic theory are in fact empirically testable and hence balk at being dogmatized. However, drawing on the works of Thomas Kuhn it is shown that scientific theories are immanently immune towards refutations from reality. To conclude, it is shown that economic theories constitute plurifunctional systems of guidance (pace Ernst Topitsch).