Titelaufnahme

Titel
Auf der Suche nach zu Hause ... : motorisch abweichendes Verhalten von Menschen mit Demenz als Ausdruck von Bindungssuche/-verhalten / Brigitte Kepplinger
Verfasser/ VerfasserinKepplinger, Brigitte
Begutachter / BegutachterinRasky, Eva
Erschienen2014
Umfang74 Bl.
HochschulschriftGraz, Univ., Masterarb., 2014
SpracheDeutsch
DokumenttypMasterarbeit
Schlagwörter (GND)Demenz / Soziale Bindung / Demenz / Soziale Bindung / Online-Ressource
URNurn:nbn:at:at-ubg:1-75454 Persistent Identifier (URN)
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Zusammenfassung (Deutsch)

Menschen mit Demenz erfahren vielfältige Beeinträchtigungen. Der Begriff Demenz wird definiert, die Häufigkeit, die zu erwartende Entwicklung und häufige Komorbiditäten erläutert. Der chronische Verlauf führt zu kognitiven Defiziten, zu Veränderungen im Sozialverhalten, bei der Emotionskontrolle und bei der Motivation. Die Entstehung ist noch nicht restlos geklärt, immer öfters wird der Einfluss von psychosozialen und biografischen Aspekt diskutiert. Die Bindungstheorie ist ein solcher Aspekt. Durch die Interaktion des Säuglings mit der primären Bezugsperson entsteht eine Bindung. Um die Nähe zur Bezugsperson herzustellen wird Bindungsverhalten (weinen, rufen, anklammern ?) eingesetzt. Je nach Art der Interaktion entsteht das Bindungsmuster. Das Muster der sicheren Bindung ist jenes, das für die gesunde seelische Entwicklung förderlich ist. Bindungsmuster entstehen in der Kindheit, sind aber beispielsweise durch therapeutische Interventionen veränderbar. Traumatisierungen können das Muster der sicheren Bindung verändern. Menschen mit einem unsicheren Bindungsmuster leider öfters an psychischen Krankheiten, meist an einer Depression. Bindungsverhalten zeigt sich vermehrt beim Kleinkind, beim Erwachsenen tritt es bei Krankheit, Stress oder Angst auf. Ausgehend von der Hypothese, dass herausfordernde Verhaltensweisen von Menschen mit Demenz ihre Ursachen in unbefriedigten Bedürfnissen haben, wird motorisch abweichendes Verhalten als Bindungssuche interpretiert. In Gesprächen mit den Pflegedienst- und Wohnbereichsleitungen aller 52 Pflegeheimen in Vorarlberg wurde nachgefragt, wie die Einrichtungen dem Problem "motorisch abweichendes Verhalten" und "Weglauftendenz von Menschen mit Demenz" begegnen und welche Interventionen sie setzten. Das Ergebnis wurde zusammengefasst und den Einrichtungen, im Sinne einer Ideensammlung, wieder zur Verfügung gestellt.Schlüsselwörter: Demenz, Bindung, Bindungsverhalten, herausforderndes Verhalten, motorisch abweichendes Verhalten.

Zusammenfassung (Englisch)

People with dementia experience various forms of impairment. The term dementia will be defined and the frequency will be illuminated and the frequent comorbidities will be described. Not only cognitive deficits but also changes in social behaviour like emotional control and motivation become apparent in the chronic course of the illness. It is not yet totally clear which factors are responsible for the development of the illness, but psycological and biographical aspects seem to influence its emergence. The at-tachment theory is one of these aspects. The interaction between an infant and a primary caregiver forms a bond. Typical attachment behaviour like crying, running after, etc., is used to secure the attention of the caregiver. A attachment pattern is developed depending on the quality of the interaction. The pattern for stable attachment is one that secures healthy, emotional development. Although these patterns of attachment arise during childhood, they can, for example, be changed by therapeutic interventions. Trauma can change the pattern of secure attachment. People with insecure attachment very often suffer psychological illnesses, most often depression. Attachment behaviour is usually observered during childhood, but adults show this behaviour when they are suffering illnesses, exstensive stress or anxiety. Assuming the hypothesis that the challenging behaviour of people with dementia is caused by their unsatisfied needs, their deviating motoric behaviour can be interpreted as a search or a need for attachment. In all 52 nursing homes in Vorarlberg the nursing service supervisors and residential sector managers were asked what the practice was in handling deviating motoric behaviour or wandering of their dementia patients and which interventions were applied in their institutions. The results were summarized and this pool of ideas was made available to the institutions.Key words: dementia, attachment, challenging behaviour, deviating motoric behaviour.