Titelaufnahme

Titel
Fiscal stabilization policy at zero interest rate / Gerald Reitbauer
Verfasser/ VerfasserinReitbauer, Gerald
Begutachter / BegutachterinKleinert, Jörn
Erschienen2014
UmfangVII, 71 Bl. : Zsfassungen (2 Bl.) ; graph. Darst.
HochschulschriftGraz, Univ., Masterarb., 2014
Anmerkung
Zsfassungen in dt. und engl. Sprache
SpracheEnglisch
DokumenttypMasterarbeit
Schlagwörter (GND)Fiskalpolitik / Öffentliche Schulden / Fiskalpolitik / Öffentliche Schulden / Online-Publikation
URNurn:nbn:at:at-ubg:1-75440 Persistent Identifier (URN)
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Fiscal stabilization policy at zero interest rate [1.41 mb]
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Zusammenfassung (Deutsch)

Basierend auf einem dynamisch stochastischen allgemeinen Gleichgewichtsmodell analysiert diese Masterarbeit die Rolle von Fiskalpolitik in einem Umfeld, das sowohl durch exzessive Verschuldung als auch durch die Zinsuntergrenze von null gekennzeichnet ist. Während andere Methoden der wirtschaftlichen Stabilisierung, wie etwa die Beeinflussung des Leitzinssatzes durch die Zentralbank, aufgrund der Liquiditätsfalle fehlschlagen, erweist sich Fiskalpolitik als äußerst effektiv, mit einem Staatsausgabenmultiplikator von größer als eins. In einer Schuldenkrise in der ein großer Teil der Bevölkerung Liquiditätszwängen unterliegt, wie etwa der Großen Depression von 1929 oder der Großen Rezession von 2009, zeigt Fiskalpolitik sogar eine noch bessere Wirkung, da sie während der Entschuldung des Privatsektors dabei hilft, die Nachfrage aufrechtzuerhalten und somit das Entstehen Fisherianischer Schuldendeflation abwendet. In Bezug auf die Gefahr übermäßiger Staatsverschuldung ergeben sich zwei zentrale Erkenntnisse: Erstens, es gibt keine signifikanten Zusammenhang zwischen der Höhe der Staatsverschuldung und der Höhe der Refinanzierungskosten von Staaten. Zweitens, der durch Schuldendeflation ausgelöste Anstieg an Sozialausgaben und der gleichzeitige Rückgang an Steuereinnahmen lassen die Staatsschulden stärker ansteigen als die zusätzlichen Staatsausgaben, die zur Stabilisierung der Wirtschaft nötig sind. In Volkswirtschaften, die mit den Folgen von Schuldenkrisen zu kämpfen haben, stellt sich also expansive Fiskalpolitik als ein geeignetes Instrument zur vorübergehenden Stabilisierung der Wirtschaft heraus. Setzen die betroffenen Staaten jedoch auf fiskalpolitische Sparmaßnahmen, so scheint ein Katastrophe vorprogrammiert, da der finanziell bereits stark strapazierte Haushalts- und Unternehmenssektor weder imstande, noch willens ist, seine Ausgaben zu erhöhen.

Zusammenfassung (Englisch)

Based on a dynamic stochastic equilibrium model this Master?s Thesis analyses the role of fiscal policy in an environment of both excessive debt and the zero lower bound (ZLB) of nominal interest rates. While other methods of economic stabilization, like the management of interest rates by the central bank, fail due to the ZLB, fiscal policy proves to be particularly effective in a liquidity trap environment, with the fiscal spending multiplier becoming greater than one. In a debt-crisis that is characterized by liquidity constraints on parts of the population, like the Great Depression of 1929 or the Great Recession of 2009, fiscal policy becomes even more effective, as it helps to sustain output during the deleveraging process of the private sector, thus fending off Fisherian debt-deflation. With respect to the danger of excessive public debt two conclusions are reached: First, there is no significant relationship between public debt and the cost of borrowing. Second, the rise in welfare spending and the drop in tax receipts caused by debt deflation are very likely to raise the level of public debt more than the additional government spending that is necessary to stabilize the economy. As a consequence, expansionary fiscal policy proves to be a suited tool for the short-run stabilization of economies that have to deal with debt-crises. Fiscal austerity, by contrast, is a sure recipe for disaster, as the struggling household and business sector is most certainly unwilling and also unable to increase aggregate demand.