Titelaufnahme

Titel
Gernot Böhmes ästhetische Konzeption der Atmosphäre als Analyseinstrument literarischer Prosatexte : Versuch einer theoretischen Grundlegung / vorgelegt von Felicitas Ferder
Verfasser/ VerfasserinFerder, Felicitas
Begutachter / BegutachterinBartsch Kurt
Erschienen2010
Umfang124 Bl. : Zsfassung + 1 CD-ROM
HochschulschriftGraz, Univ., Masterarb., 2010
Anmerkung
Zsfassung in engl. Sprache
SpracheDeutsch
DokumenttypMasterarbeit
Schlagwörter (GND)Böhme, Gernot / Wahrnehmung / Sinnlichkeit / Literarischer Text / Böhme, Gernot / Wahrnehmung / Sinnlichkeit / Literarischer Text / Online-Publikation
URNurn:nbn:at:at-ubg:1-74836 Persistent Identifier (URN)
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Gernot Böhmes ästhetische Konzeption der Atmosphäre als Analyseinstrument literarischer Prosatexte [0.79 mb]
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Zusammenfassung (Deutsch)

Die vorliegende Arbeit versucht die Grundlegung einer Analyse literarische Prosatexte, die ihren Fokus auf jene textuelle Faktoren legt, die beim Leser sinnlich-affektives Erleben evozieren. Das Lesen von literarischen Texten vollzieht sich nicht nur durch Verstehensakte, sondern auch als sinnliches Erleben, wie etwa manche Vertreter der Rezeptions- und Illusionstheorie herausstellen. Diese Arbeit hebt sich insofern von diesen Ansätzen ab als sie von einem anderen Grundverständnis von sinnlichem Erleben ausgeht. Ausgangspunkt ist Gernot Böhmes Arbeit zu Atmosphären als Grundkategorie der Wahrnehmung. In phänomenologischer Perspektive beschreibt er Wahrnehmung als leiblich-affektives Erleben. Wahrnehmung stellt sich bei ihm nicht als ?Registrieren? eines Dinges durch die einzelnen Sinnesmodalitäten dar, sondern primär als intermodales Erleben einer Atmosphäre. Nach einer Darlegung von Böhmes Konzeption der Atmosphären, unternimmt die Autorin eine ausführliche Diskussion der Frage, ob, wie und innerhalb welcher Grenzen Böhmes Thesen auf literarische Texte (als Komplexe von Schriftzeichen) anwendbar sind. Im abschließenden Analyseteil wird die entworfene Herangehensweise an Texte an den Anfangspassagen von Paulus Hochgatterers ?Die Süße des Lebens?, Christoph Ransmayrs ?Der fliegende Berg? und Inka Pareis ?Was Dunkelheit war? ?ausprobiert?. Es geht dabei weniger um die Anwendung eines zuvor rigide fixierten Analyseinstrumentariums, sondern um das Aufzeigen der Fruchtbarkeit der zuvor entwickelten Perspektive auf literarische Texte, die gegenüber dem ?Mainstream? hermeneutischer Praxis den Text nicht als Komplex von Sinneinheiten, sondern als Komplex von (sowohl inhaltlichen als auch formalen) textuellen Faktoren, die beim Leser leiblich-affektives Erleben evozieren, ins Auge fasst.

Zusammenfassung (Englisch)

The present thesis attempts to lay the groundwork for a method of analyzing literary prose which focuses on textual elements evoking sensori-emotional experience ('sinnlich-affektives Erleben') in the reader. As several proponents of reception theory and the theory of aesthetic illusion have pointed out, the reception of literary texts consists not only in mental acts of understanding meaning, but also in sensory experience. The present thesis differs from these approaches in founding its perspective on a different conception of sensory experience. The theoretical vantage point is provided by Gernot Böhme?s writings on 'Atmosphäre' as basic category of perception. Taking up a phenomenological point of view, he renders perception as leiblich-affektives Erleben. Perception, in his approach, is not conceived as a process of discerning an object and its qualities through the distinct senses, but primarily as an integral experience of 'Atmosphären'. After stating Böhme?s conception, the writer undertakes a detailed discussion of the questions whether and how this conception can be applied to literary texts (as complexes of signs). In this connection, she also seeks to determine the limits of such an attempt. In the analytical part, the established approach is tentatively applied to the first passages of ?Die Süße des Lebens? by Paulus Hochgatterer, ?Der fliegende Berg? by Christoph Ransmayr and ?Was Dunkelheit war? by Inka Parei. The main goal here is not to apply rigid and fully developed instruments of analysis, but to demonstrate the fruitfulness of the established perspective on literary texts. Contrary to mainstream hermeneutics, which regards texts primarily as complexes of meaning, the present approach emphasizes the sensori-emotional aspect of reading by focussing on textual elements (both in form and content) that evoke 'leiblich-affektives Erleben'.