Titelaufnahme

Titel
Essstörungen aus prozess-soziologischer Sicht : über moderne Schneewittchen / Sandra Brunner
Verfasser/ VerfasserinBrunner, Sandra
Begutachter / BegutachterinKuzmics Helmut
Erschienen2010
Umfang133 Bl. : Zsfassungen in dt. u. engl. ; graph. Darst.
HochschulschriftGraz, Univ., Masterarb., 2010
SpracheDeutsch
DokumenttypMasterarbeit
Schlagwörter (GND)Essstörung / Essstörung / Online-Publikation
URNurn:nbn:at:at-ubg:1-72408 Persistent Identifier (URN)
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Essstörungen aus prozess-soziologischer Sicht [0.97 mb]
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Zusammenfassung (Deutsch)

Seit einigen Jahrzehnten versucht die Wissenschaft die Frage nach den Ursachen von Essstörungen zu beantworten. Autorinnen aus dem psychologischen Bereich wie Bruch leistete Pionierarbeit in der Beschreibung dieses Phänomens, dennoch baute ihre Erklärungen für die Entstehung von Essstörungen nicht nur auf falschen Annahmen auf, sondern vernachlässigte auch die sozialen Faktoren. Doch auch sozialwissenschaftliche Zugänge können meist nur als einseitig betrachtet werden. Denn viele sozialwissenschaftliche Schriften über dieses Thema befassen sich vor allem mit der Frage, warum Frauen an Essstörungen erkranken, und liefern im Anschluss Erklärungen, die die Entstehung dieser Krankheit aus dem weiblichen Lebenszusammenhang heraus erläutern. Das große Problem, das hierbei entsteht, liegt auf der Hand und dieses zu lösen stellt ein Ziel dieser Arbeit dar. Wie kann eine Erklärung für die Entstehung von Essstörungen aussehen, die das vermehrte Vorkommen dieser Krankheit bei Frauen beachtet, aber nicht nur dieses erklärt? Jüngere Untersuchungen zeigen überraschende, neue Zusammenhänge. Studien kamen beispielsweise zu dem Ergebnis, dass eine Korrelation bestehen dürfte zwischen Aufwärtsmobilität und Essstörungen. Diese und andere Untersuchungsergebnisse sprechen für einen Zugang zum Problem aus prozess-soziologischer Sicht. Mit Hilfe dieser Theorie lässt sich zeigen, wie Wandlungen in der gesellschaftlichen Sozialstruktur auch zu Wandlungen in der Psyche des Menschen führen. Mit Hilfe dieser Überlegungen wird gezeigt werden, dass veränderte Lebensumstände von Frauen, (die aber nicht nur bei diesen zu finden sind) Frauen zur sozial aufwärts mobilen Gruppe schlechthin machen, und dass das gehäufte Vorkommen von Essstörungen bei Frauen vor dem Hintergrund der bereits angesprochenen Entwicklungen in der Sozialstruktur und ihren Folgen für die menschliche Psyche gedeutet werden müssen.

Zusammenfassung (Englisch)

Over the last decades scientists strived to answer the question about the cause of eating disorders. Authors with a psychological background like Bruch did pioneer work in describing this phenomenon. However, they did not only fail to explain the origin of eating disorders because their conclusions were based on wrong assumptions but they also neglected social factors. Nevertheless, also socioscientific theories can only be seen as one-sided. This is because much of the literature in this field just tries to answer the question why women develop eating disorders by producing theories which explain this illness from a female life-context. The big problem in doing so is obvious, and solving this problem is one of the major aims of this study. To establish a theory for the development of eating disorders which explains that women are a high-risk group, but also explains the occurrence of this illness in other populations. Recent studies discovered surprising and new connections. Studies displayed a correlation between upward mobility and the development of eating disorders. This and other results favour an access to the problem from a process-sociological perspective. Based on a process-sociological approach one can reveal how changes in the social structure cause changes in the psyche of man. Against the background of these thoughts it will be demonstrated how environmental changes in the life of women (which are also to be found in other social groups) turned women into an upward mobile group par excellence. It will be shown that the higher rates of eating disorders for women must be seen as the consequence of changes in the social structure, which in turn had strong impact on the human psyche.