Titelaufnahme

Titel
Die Fortbestehungsprognose als ein Instrument der Insolvenzprophylaxe / Nadine Weber
Verfasser/ VerfasserinWeber, Nadine
Begutachter / BegutachterinEwert Ralf
Erschienen2010
UmfangVI, 75 Bl. : Zsfassung
HochschulschriftGraz, Univ., Masterarb., 2010
Anmerkung
Zsfassung in engl. Sprache
SpracheDeutsch
DokumenttypMasterarbeit
Schlagwörter (GND)Österreich / Insolvenz / Prävention / Österreich / Insolvenz / Prävention / Online-Publikation
URNurn:nbn:at:at-ubg:1-70634 Persistent Identifier (URN)
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Die Fortbestehungsprognose als ein Instrument der Insolvenzprophylaxe [0.37 mb]
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Zusammenfassung (Deutsch)

Die Anzahl der Insolvenzfälle in den vergangenen Jahren, sowie deren weiterhin steigende Tendenz, verdeutlichen die zunehmende Wichtigkeit der Insolvenzprophylaxe. Ihr Ziel ist es, durch eine rechtzeitige Krisenerkennung und eine zeitgerechte Einleitung von Sanierungs-maßnahmen, einem Insolvenzeintritt frühestmöglich entgegenzusteuern. Ein bedeutendes Instrument zur Krisenfrüherkennung ist die Fortbestehungsprognose. Nach einer sorgfältigen Analyse der Verlustursachen, wird auf Basis eines umfassenden Unternehmenskonzeptes die zukünftige Zahlungs- und Lebensfähigkeit eines Unternehmens beurteilt. Die Bedeutung der Fortbestehungsprognose wird insbesondere im Rahmen der zweistufigen Überschul-dungsprüfung, die seit der Grundsatzentscheidung des OGH vom 3.12.1986 in Österreich ihre Anwendung findet, ersichtlich. Im Rahmen dieser Prüfungsmethode ist eine insolvenz-rechtliche Überschuldung ausschließlich dann gegeben, wenn sowohl der Vermögensstatus zu Liquidationswerten als auch die Fortbestehungsprognose negativ ausfallen. Die Tatsache, dass in Österreich eine positive Fortbestehungsprognose stets zu einer Verneinung der in-solvenzrechtlichen Überschuldung führt, ist in Deutschland nicht gegeben. Für die dort ein-gesetzte Kombinationsmethode ist der Vermögensstatus das entscheidende Kriterium für die Überschuldungsfeststellung, wonach eine insolvenzrechtliche Überschuldung trotz positiver Fortbestehungsprognose vorliegen kann. Mit der Erstellung einer sorgfältigen Fortbeste-hungsprognose ist ein beträchtlicher Arbeitsaufwand verbunden. Bei richtiger Ausgestaltung dieses Instrumentariums kann jedoch ein wesentlicher Beitrag zur Insolvenzprophylaxe ge-leistet werden. In Zukunft auch die Ausschüttungsbemessung an ein insolvenzrechtliches Kriterium zu knüpfen, ist Gegenstand der aktuellen Diskussionen über die Reformierung des vorherrschenden Kapitalerhaltungssystems in der EU und würde zu einer erhöhten Auseinandersetzung mit der gesamten Insolvenzthematik beitragen.

Zusammenfassung (Englisch)

The numerous cases of insolvency in the last few years and the more rising tendency of this problem clarify the increasing importance of insolvency prophylaxis. The intention of insol-vency prophylaxis is to prevent bankruptcy as soon as possible by recognizing crises on time and an early introduction of reorganization measures. An important instrument of insolvency prophylaxis is the going concern forecast. After a careful investigation of the difficulties in the company, the going concern forecast has to assess future solvency and economic viability of the company. The importance of the going concern forecast is shown in the context of the two-stage procedure of checking over-indebtedness. Since the decision of the Supreme Court of Judicator of 3rd December of 1986, in Austria this kind of examination method has been used to verify if a company is over-indebted in the sense of insolvency law or not. Ac-cording to that in Austria a company is over-indebted in a legal definition if both the capacity status on basis of liquidations values and the going concern forecast are negative. In Ger-many the legal position is slightly different. There the going concern forecast is of less impor-tance than in Austria, because the result of the forecast is only decisive for the estimated values in the capacity status. Therefore a legal definition of over-indebtedness can be existent in spite of a positive going concern forecast. In the context of this work it is shown, that the preparation of a careful going concern forecast goes hand in hand with a considerable work expended. A correct arrangement of this instrument can make a substantial contribution to the insolvency prophylaxis. The idea of the current discussion about capital maintenance in the European Union is to append the payout constraint to an insolvency-legally criterion in future. The advantage of this idea is that an increased examination with the entire insolvency topic of all companies would be ensured.