Titelaufnahme

Titel
Explosion einer Erinnerung : inter-, intra- und transmediale Bezüge in Heiner Müllers Text "Bildbeschreibung" (1984) / vorgelegt von Diana Buder
Verfasser/ VerfasserinBuder, Diana
Begutachter / BegutachterinReulecke, Anne-Kathrin
Erschienen2014
UmfangIV, 111 Bl. : Zsfassungen (2 Bl.) + 1 CD-ROM ; Ill., graf. Darst.
HochschulschriftGraz, Univ., Masterarb., 2014
Anmerkung
Zsfassungen in dt. und engl. Sprache
SpracheDeutsch
DokumenttypMasterarbeit
Schlagwörter (GND)Müller, Heiner <Bildbeschreibung> / Intermedialität / Müller, Heiner <Bildbeschreibung> / Intermedialität / Online-Publikation
URNurn:nbn:at:at-ubg:1-64982 Persistent Identifier (URN)
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Explosion einer Erinnerung [1.9 mb]
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Klassifikation
Zusammenfassung (Deutsch)

Im Fokus der Masterarbeit mit dem Titel "Explosion einer Erinnerung" steht der 1984 entstandene Prosatext "Bildbeschreibung" von Heiner Müller. Der Text wird mittels Irina O. Rajewskys Konzept der Intermedialität analysiert und die einzelnen Bezüge je nach ihrer Konstitution als inter-, intra- oder transmedial klassifiziert. Auf dieser Klassifizierung bauen Detailanalysen auf, die sich zum einen mit dem Genre des Textes beschäftigen, das ? nicht wie sein Titel impliziert ? eine reine Ekphrasis ist, sondern auch eine Umschreibung mit dekonstruktiven Mitteln. Zum anderen werden die Verweise auf Magrittes Gemälde "Das Vergnügen" sowie auf das Drama "Alkestis" von Euripides anhand von textnahen Analysen untersucht. Um die Machart des Textes besser erklären zu können, wird zu Beginn der Arbeit Müllers Arbeitsweise beleuchtet und erläutert, warum DDR-AutorInnen häufig Mythen in ihre Werke einflochten. Für Müller selbst war es die "Wiederkehr des Gleichen als Anderen", die ihn dazu motivierte. Dies, als auch die rhizomartige Struktur seines Textes, steht im Zusammenhang mit Müllers ?dekonstruktiver Dramatik?, die er insbesondere seit den 1980er Jahren pflegte. Bei "Bildbeschreibung" handelt es sich um einen besonderen Text: Er besteht aus einem acht Seiten langen Satz, der nur ein satzabschließendes Interpunktionszeichen enthält und neben der beschreibenden Komponente eine narrative Ebene aufweist, die potenzial strukturiert ist und den LeserInnen Freiräume gibt, da diverse Handlungsmöglichkeiten stakkatoartig und atemlos in deren Assoziation gebracht werden. Interessant ist zudem die Tatsache, dass auch dessen Themen- und Motivkomplexe, wie etwa das Wiedergänger-Motiv, von diversen Referenzen beeinflusst sind, die untereinander eine Art ?transmediale Vernetzung? darstellen. Abgerundet wird die Analyse durch die Betrachtung einiger Adaptionen des Textes, wie Ginka Tscholakowas Inszenierung in Graz oder die Vertonung durch die Band "EINSTÜRZENDE NEUBAUTEN".

Zusammenfassung (Englisch)

The present thesis "Explosion of a Memory" focuses on the prose text "Description of a Picture" (1984) by Heiner Müller. As it displays a high degree of intermediality, it will be analysed by Irina O. Rajewsky?s concept of intermediality. The individual references are classified according to their constitution as either inter-, intra- or transmedial. This classification provides the basis for more detailed analyses that partly deal with the genre of the text, which is not ? as the title may imply ? a pure ekphrasis but also a paraphrase utilizing methods related to the theory of deconstruction. In addition, the intermedial reference to Magritte?s painting "The Pleasure" and the intramedial refe-rence to Euripides? drama "Alcestis", which Müller included in the paratext, will be examined by means of a close textual analysis. In order to better explain the make of the text, the beginning of the thesis focuses on Müller?s mode of operation and elucidates why DDR authors often incorporated myths in their works. Müller himself was motivated by "The return of the different same". This and the rhizomatic structure of the text are associated with Müller?s 'deconstructive drama', which he had maintained especially from the 1980s onwards. "Description of a Picture" is a special text as it consists of one eight-page sentence and only one final punctuation mark. In addition to the descriptive component, it exhibits a narrative level, which is potentially structured and offers readers more possibilities as it instantly arouses associations of multiple potential plot options/alternatives. Interestingly, even the group of topics and motives, for example the revenant motive, are influenced by various references, which represent some kind of 'transmedial interconnection'. The analysis also regards a number of adaptions of the text, including Ginka Tscholakowa?s staging at the theatre in Graz as well as its musical rendering by experimental music band "Einstürzende Neubauten".