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Title
Das Motiv des Zwillings oder Doppelgängers : hermeneutische Überlebensübungen des fragmentierten Menschen in der Gnosis und Moderne ; exemplarische Untersuchung literarischer Affinitäten in einer Synopse von gnostischen Texten und "Die Wiederholung" von Peter Handke / eingereicht von Norbert Pichler
Additional Titles
The Motif of twins
AuthorPichler, Norbert
CensorHeimerl, Theresia ; Woschitz, Karl Matthäus
Published2014
Description181 Bl.
Institutional NoteGraz, Univ., Diss., 2014
Annotation
Abweichender Titel laut Übersetzung der Verfasserin/des Verfassers
LanguageGerman
Bibl. ReferenceOeBB
Document typeDissertation (PhD)
Keywords (GND) Bibel <Altes Testament> / Gnosis / Manichäismus / Mythos / Zwilling <Motiv> / Handke, Peter <Die Wiederholung> / Rezeption
URNurn:nbn:at:at-ubg:1-64970 Persistent Identifier (URN)
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Das Motiv des Zwillings oder Doppelgängers [1.2 mb]
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Abstract (German)

Die Begegnung mit Zwillingen löst in jedem Fall Assoziationen der Umwelt aus, die sich nicht ergeben hätten, gäbe es Zwillinge nicht. Individualität, Personalität und Selbstbestimmung werden in Frage gestellt, wenn plötzlich nicht mehr klar ist, wie man wird, bzw. was man ist. In dieser Arbeit wird sprachlichen Motiven des Zwillings bzw. in weiterer Folge des Doppelgängers aus gnostisch-manichäischen Originaltexten nachgespürt, um sie neben Textausschnitte von Peter Handkes "Die Wiederholung" zu stellen. Ziel ist es, einen tieferen Einblick in die Eigengesetzlichkeiten der literarischen Sprache und in den kreativ-sprachlichen Umgang mit der Erfahrung von menschlicher Fragmentiertheit zu ermöglichen, die auch über einen Zeitraum von vielen Jahrhunderten in jeweils ihrer eigenen Epoche intensiv erfahren wird. Die Texte aus den gewählten Zeiträumen erhellen sich durch die Nebeneinanderstellung gegenseitig: Gnostische Erfahrungswelten treten durch die Reflexion mit Texten der Moderne klarer hervor, während umgekehrt die Beständigkeit von Motiven aus der Spätantike in der Gegenwartsliteratur auf deren Durabilität hinweist, ohne dass eine historische Abhängigkeit angenommen werden muss. Im ersten Teil erfolgt ein historischer Abriss zum Thema "Zwilling" im AT und in der griechisch-lateinischen Antike, der von einem religionswissenschaftlichen Überblick über Gnosis und Manichäismus sowie einer Analyse und Beschreibung von Metaphern vorwiegend vor dem Hintergrund gnostischer Mythen vervollständigt wird. Im zweiten Teil werden in einer Synopse gnostische Textausschnitte der epischen Erzählung "Die Wiederholung" von Peter Handke zur Seite gestellt und motivisch bezüglich Fragmentarität des Menschen, Verhältnis von Sprache und Mensch sowie dem Motiv des Zwillings bzw. Doppelgängers befragt.

Abstract (English)

The encounter with twins can lead to fundamental questions about individuality, personality and self-determination. All of a sudden it is no longer evident who one is or will be. This thesis traces the linguistic motifs of twins respectively doubles in Gnostic-Manichaean texts and compares them to extracts of Peter Handke?s «Die Wiederholung». The aim is to gain a deeper understanding of the laws of poetic language and the creative approach to the essential phenomenon of human fragmentarity, as it is described and experienced over the centuries. Juxtaposing texts taken from the two periods leads to new insights: Modern texts can add to a better understanding of Gnostic perception, while the presence of antique literary motifs in contemporary literature is proof for their meaning-making potential. The first part offers a historic outline of the twin-motif in the Old Testament and in the Greco-Roman Antiquity, as well as a description of Gnosis and Manichaeism from a religious studies point of view. A thorough analysis of metaphors in Gnostic myths completes this section.In the second part Gnostic texts and Peter Handke?s «Die Wiederholung» are juxtaposed and examined with reference to their understanding and use of human fragmentarity, the relationship of language and man as well as the motif of twins respectively doubles.

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