Titelaufnahme

Titel
Reclaiming age : discourses of decline and womens narratives of resistance / eingereicht von Alexandra Meyer
Verfasser/ VerfasserinMeyer, Alexandra
Begutachter / BegutachterinMaierhofer Roberta ; Brandt Stefan
Erschienen2014
Umfang351 Bl. : Zsfassungen (2 Bl.)
HochschulschriftGraz, Univ., Diss., 2014
Anmerkung
Zsfassungen in dt. und engl. Sprache
SpracheEnglisch
DokumenttypDissertation
Schlagwörter (GND)USA / Frauenliteratur / Altern <Motiv> / Geschichte 1800-1900
URNurn:nbn:at:at-ubg:1-64945 Persistent Identifier (URN)
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Reclaiming age [1.69 mb]
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Zusammenfassung (Deutsch)

Wie bereits von Michel Foucault formuliert stehen Macht und Diskurs in reziproker Relation. Dominanzdiskurse werden von Gesellschaften generiert, um soziale Normen und Paradigmen zu erzeugen. Vor diesem Hintergrund zeigt die vorliegende Arbeit, dass Vorstellungen von Alter ebenfalls von Dominanzdiskursen konstruiert werden und die intersektionelle Erfahrung von Identität prägen. Das 19. Jahrhundert stellt in diesem Zusammenhang, den entscheidenden Zeitraum dar, in dem der Ursprung eines an Jugend orientierten, altersfeindlichen Narrativs verortet werden kann. Das vorliegende Projekt Reclaiming Age ? Discourses of Decline and Women?s Narratives of Resistance zeigt, dass dieser historische Ursprung bereits genderspezifische Implikationen trägt, durch die Alter stark mit Weiblichkeit verknüpft wurde. Die Rückbesinnung auf ein traditionelles Weiblichkeitsbild, sowie der gleichzeitig aufkommende Schönheitskult, förderten eine kompensatorische Zuschreibung, die es ermöglichte Altern auf Weiblichkeit zu projizieren. Im Fokus wird der kulturell vermittelten Alterungsprozess von Frauen im Spannungsfeld zwischen dominanten altersfeindlichen Paradigmen und alternativen Stimmen in der Literatur des 19. Jahrhunderts untersucht. Letztere sind, so das Ergebnis dieses Projekts, in der Frauenliteratur zu finden, die sich als Gegenliteratur einer pejorativen Sichtweise weiblichen Alterns widersetzen. Die analysierten Werke, von vier der bekanntesten Autorinnen des Genres, konterkarieren sowohl den Fruchtbarkeitskult als auch ein an Jugend orientiertes Schönheitsideal und greifen nur augenscheinlich auf ein traditionelles Weiblichkeitsbild zurück. Weibliches Altern wird in diesen Werken als prozessorientierte Entwicklung gewertet, die ein metabolisches Selbst ins Zentrum stellt und die generationelle Identifikation von Frauen fördert. Auf diese Weise werden kulturell distinguierte Altersperformanzen aufgehoben und der weibliche Alterungsprozess als Stärkung von Frauen gewertet.

Zusammenfassung (Englisch)

As formulated by Michel Foucault, power and discourse are related. Societies generate or are generated by dominant discourses and practices to establish social norms and meaning. In the light of the above, this project shows how age is another salient marker constructed and orchestrated within a dominant discourse. The nineteenth century is the crucial period, in which the origins of a youth-oriented, ageist narrative can be located. This paper shows that this narrative already bears gender-specific implications, intertwining age with femininity. The return to a traditional picture of femininity, and the emerging beauty cult, promoted a compensatory attribution, enabling the projection of aging onto a female other. The focus of this paper is to analyze the culturally transmitted aging process of women in a conflict area between dominant, ageist paradigms and alternative voices in the literature of the nineteenth century. The latter, so the results of this project, can be found within the genre of domestic fictions that resist, when read as counter narratives, a pejorative evaluation of the female aging process. The works discussed in this paper, of four of the most best-known authors of the genre, thwart the fertility cult as well as a youth-oriented beauty ideal, and only apparently abide by a traditional picture of femininity. Female Aging is pictured within these fictions as a process-oriented development, centering on a metabolic self and promoting women?s crossgenerational identification. Culturally distinguished age performances are thus negated, and the female aging process re-evaluated as a form of empowerment.