Titelaufnahme

Titel
"Denn jetzt fängt die Geschichte erst an, Herr Professor, - und sie kann lang dauern!" : die Darstellung von gesellschaftlicher Diskriminierung in der Literatur der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts unter besonderer Berücksichtigung der Randgruppe der Juden (Die Jüdin von Toledo, Rahel, Ashantee, Professor Bernhardi) / vorgelegt von Jasmin Ruthofer
Verfasser/ VerfasserinRuthofer, Jasmin
Begutachter / BegutachterinMitterbauer Helga
Erschienen2014
Umfang105 Bl. : Zsfassung
HochschulschriftGraz, Univ., Dipl.-Arb., 2014
Anmerkung
Zsfassung in dt. und engl. Sprache
SpracheDeutsch
DokumenttypDiplomarbeit
Schlagwörter (GND)Deutsch / Literatur / Juden <Motiv> / Geschichte 1850-1900 / Deutsch / Literatur / Juden <Motiv> / Geschichte 1872-1912 / Online-Publikation
URNurn:nbn:at:at-ubg:1-66013 Persistent Identifier (URN)
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"Denn jetzt fängt die Geschichte erst an, Herr Professor, - und sie kann lang dauern!" [0.6 mb]
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Zusammenfassung (Deutsch)

Der Ausgangspunkt der Arbeit sind die Werke "Die Jüdin von Toledo" (1872) von Grillparzer, "Rahel" (1876) von Christen, "Professor Bernhardi" (1912) von Schnitzler und "Ashantee" (1897) von Altenberg. Die vier AutorInnen rücken in ihren jeweiligen Texten das Thema der gesellschaftlichen Ausgrenzung von Minderheitsgruppierungen in den Mittelpunkt ihrer Handlung, dabei beeinflusst der historische Kontext, in dem die Literatur entstanden ist, sowohl die Figuration der sozialen Außenseiter als auch die Art der Diskriminierung, welche die Figuren erfahren. Die Figuren in Grillparzers Drama repräsentieren antisemitische Stereotype die gerade um 1950 sehr aktuell waren, als es, ausgehend von alten Vorurteilen, zu einem Anstieg judenfeindlicher Vorwürfe kam. Auch in Rahel wird die Voreingenommenheit der christlichen Mehrheitsgesellschaft gegenüber den Juden aufgezeigt. A. Christen weist in ihrer Erzählung auf den Wert von wissenschaftlicher Literatur hin, die sie als Lösungsansatz für ein harmonisches Miteinander der beiden religiösen Gruppierungen nennt. In Schnitzlers Drama spielen stereotypische Vorwürfe nur eine geringe Rolle. Die Figuren in Professor Bernhardi sind säkularisiert; ihre Konfession wird von der fiktiven Gesellschaft als Zeichen einer nationalen Zugehörigkeit wahrgenommen. Altenberg hingegen spricht nicht direkt den Antisemitismus an, sondern fokussiert in seinen Prosaskizzen die Randgruppe der Aschanti, dennoch lassen sich zwischen der Diskriminierung der AfrikanerInnen und der der Juden einige Parallelen ausmachen. Eine Kritik an gesellschaftlicher Diskriminierung ist in allen Werken festzustellen.

Zusammenfassung (Englisch)

This thesis is based on the literary works "Die Jüdin von Toledo" (1872) by Grillparzer Grillparzer, "Rahel" (1876) by Ada Christen, "Professor Bernhardi" (1912) by Schnitzler and "Ashantee" (1897) by Altenberg. These four writers focus on the subject of social exclusion. The historical context, which the literature was produced in, influences the figuration of social outsiders as well as the type of discrimination the protagonists have to endure.The figures in Grillparzer?s drama represent anti-Semitic stereotypes. Especiallyin 1950 anti-Semitic discrimination, which is traced back to old prejudices, started to increase.In Rahel the biased attitude of the Christian majority towards the Jews is illustrated. In her narrative, A. Christen emphasizes the value of scientific literature. According to her, literature could serve as a means to establish a harmonic relationship between both religious groups.In contrast to Christen and Grillparzer in Schnitzler?s drama, stereotypic reproaches constitute a minor part, instead the figures are secularized and the society perceives their religious denomination as a sign of national identity.Altenberg focuses on the marginal group of Ashantee, but nonetheless the author is particularly contrasting the discrimination of African protagonists to this of Jews in 1900.According to that, criticism on social discrimination can be observed in all these literary works.