Titelaufnahme

Titel
Nostalgie nach Veränderung : der post-sowjetische Film Okraina (1998) und seine Vorbilder im Revolutionsfilm / vorgelegt von Sigrid Wahl
Verfasser/ VerfasserinWahl, Sigrid
Begutachter / BegutachterinDeutschmann, Peter
Erschienen2014
Umfang138, LXV Bl. : Zsfassung (2 Bl.)
HochschulschriftGraz, Univ., Dipl.-Arb., 2014
Anmerkung
Zsfassung in dt. und engl. Sprache
SpracheDeutsch
DokumenttypDiplomarbeit
Schlagwörter (GND)Russland / Film / Nostalgie / Geschichte 1990-2000 / Russland / Film / Nostalgie / Geschichte 1990-2000 / Online-Publikation
URNurn:nbn:at:at-ubg:1-65535 Persistent Identifier (URN)
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Nostalgie nach Veränderung [14.32 mb]
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Zusammenfassung (Deutsch)

Diese Diplomarbeit analysiert den postsowjetischen russischen Film Okraina (1998) von Regisseur Petr Lucik. Sie untersucht, ob und wie sich dieser Film in die breite Nostalgiewelle im Russland der 90er Jahre einfügt.Der Film begleitet eine Gruppe übervorteilter Bauern in den 90er Jahren auf ihrer Suche nach Gerechtigkeit. Der Regisseur nutzt Filmtechnik der 30er Jahre sowie Symbole und Mythen der Sowjetzeit, um diese Geschichte zu erzählen. Dabei greift er auf den Filmkanon der Sowjetunion zurück. Diese Arbeit analysiert und interpretiert diesen Film. Dazu werden Theorien des kulturellen Gedächtnisses herangezogen und ein Vergleich mit politischen Mythen der Sowjetunion angestellt. Der Film instrumentalisiert diese Mythen der Vergangenheit und versucht ihnen neue Bedeutungen für die Gegenwart und Zukunft zu geben.Abschließend wird versucht den Film in die nostalgischen Kunstströmungen und das Filmschaffen der 90er Jahre in Russland einzuordnen. Zu diesem Zweck bietet diese Diplomarbeit eine exemplarischen Überblick über die Entwicklung von Nostalgie in der russischen Kunst und die Filmindustrie, um die Produktionsumstände zu klären. Hier wird auch auf die Selbstzensur der russischen Filmemacher eingegangen. Diese komplexe Analyse des Films und seiner Entstehungsbedingungen führt zu dem Schluss, dass der Film durchaus als Ergebnis seiner Zeit gesehen werden kann. Jedoch, mit seiner besonderen Machart, seiner Message und seiner überzogenen Brutalität ist er seiner Zeit voraus.

Zusammenfassung (Englisch)

This thesis analyses the post-Soviet film Okraina (1998) by director Petr Lucik. It evaluates, if and how this film relates to the nostalgic tendencies in Russia during the 1990s.The film shows the quest of farmers in the 1990s, whose land has been stolen, and their fight for justice. The director uses early Soviet film techniques as well as symbols, myths and the Soviet film canon to accompany his film with well-known scenes and music.The interpretation is supported by theories on cultural memory and Soviet political myths. The film exploits these myths of the past and attempts to give them new meaning for the present and future. In addition, this thesis investigates the circumstances in which this film was produced and how the film relates to nostalgic art in Russia. An exemplary overview of the development of nostalgia in Russian art and the film industry, including the tendency of self-censorship among Russian filmmakers is given.This complex analysis of the film and of the circumstances that surrounded its creation leads to the conclusion that the film is indeed a product of its day. However, with its unconventional making, its message and excessive brutality the film is ahead of the times.