Titelaufnahme

Titel
Unparteilichkeit beim Gerichtsdolmetschen : zum Umgang mit Machtkonstellationen in Strafverfahren / vorgelegt von Aina Jasmin Dolezal
Weitere Titel
Impartiality and court interpreting : dealing with power asymmetries in criminal trials.
Verfasser/ VerfasserinDolezal, Aina Jasmin
Begutachter / BegutachterinGrbić, Nadja
Erschienen2014
Umfang153 Bl. : Zsfassungen (2 Bl.)
HochschulschriftGraz, Univ., Dipl.-Arb., 2014
Anmerkung
Abweichender Titel laut Übersetzung der Verfasserin/des Verfassers
Zsfassung in dt. und engl. Sprache
SpracheDeutsch
DokumenttypDiplomarbeit
Schlagwörter (GND)Österreich / Gericht / Dolmetschen / Strafverfahren / Überparteilichkeit / Online-Publikation / Österreich / Gericht / Dolmetschen / Strafverfahren / Überparteilichkeit
URNurn:nbn:at:at-ubg:1-65494 Persistent Identifier (URN)
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Unparteilichkeit beim Gerichtsdolmetschen [0.9 mb]
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Zusammenfassung (Deutsch)

In dieser Arbeit wird untersucht, wie DolmetscherInnen in Strafverhandlungen agieren, um der durch die österreichische Strafprozessordnung (StPO), den Ehrenkodex des Österreichischen Verbandes der allgemein beeideten und gerichtlich zertifizierten Dolmetscher (ÖVGD) sowie die Erwartungshaltung der AuftraggeberInnen an sie gestellten Forderung nach Unparteilichkeit nachzukommen. Da innerhalb der Translationswissenschaft heute der Standpunkt vertreten wird, dass der/die unparteiliche DolmetscherIn lediglich ein Idealkonstrukt darstellt, dessen Umsetzung kaum möglich scheint, liegt der Untersuchung der multimodale Ansatz nach Tipton zugrunde, demzufolge alle an der gedolmetschten Interaktion Beteiligten für die Konstruktion eines unparteilichen Raums verantwortlich sind. Ausgehend von diesem Ansatz wird der Forschungsfrage nachgegangen, ob es den DolmetscherInnen prinzipiell möglich ist, bei Gefährdung des konstruierten Raums der Unparteilichkeit diesen wiederherzustellen, und wenn ja, welche Handlungen sie hierfür vornehmen. Zur Datengewinnung wurde eine teilnehmende Beobachtung an österreichischen Gerichten durchgeführt, die 13 strafrechtliche Hauptverhandlungen umfasste. Die Analyse der gewonnenen Daten zeigte, dass es den DolmetscherInnen prinzipiell möglich ist, bei Gefährdung des konstruierten Raums der Unparteilichkeit Handlungen vorzunehmen, die zu dessen Wiederherstellung führen. Bei Gefährdung der Unparteilichkeit vonseiten des/der Angeklagten wurde die grundlegende Unparteilichkeit durch die DolmetscherInnen i.d.R. wiederhergestellt, während bei einer solchen Handlung vonseiten des/der RichterIn sie i.d.R. keine Handlung vornahmen, was bedeutet, dass die bei Gericht vorherrschende Machtasymmetrie sich auch auf die Vorgehensweise der DolmetscherInnen hinsichtlich der Unparteilichkeit auswirkt. Ferner wurden auch konkrete Handlungen identifiziert, welche die DolmetscherInnen zur Wiederherstellung der grundlegenden Unparteilichkeit vornahmen.

Zusammenfassung (Englisch)

This thesis seeks to investigate the actions taken by interpreters to fulfil the requirement of maintaining impartiality in criminal trials, placed on them by the Austrian Code of Criminal Procedure (StPO), the Code of Ethics of the Austrian Association of Certified Court Interpreters (ÖVGD) as well as the clients?, i.e. judges?, expectations. As interpreting and translation studies have come to realize that the neutral interpreter represents merely an idealized construct whose implementation is seemingly impossible in practice, the present study is based on the multimodal approach advocated by Tipton, which states that it is the responsibility of all the participants to the interpreted encounter to establish and perpetuate an impartial site of practice. The following research questions were addressed: Is it basically possible for interpreters to re-establish the impartial site of practice if a threat to it occurs, and if so, which actions does this require on the side of the interpreter? Data were collected through participant observation. A total of 13 observations were conducted on criminal trials in Austrian District Courts and Regional Courts. The analysis of the collected data showed that it is indeed possible for interpreters to re-establish the site?s impartiality if a threat to it has occurred. Moreover, the findings suggest that the power asymmetries in criminal trials influence the interpreters? decision on whether to re-establish the impartiality of the site or not. If a threat to the impartial site was initiated by the defendant, the interpreters usually took action in order to re-establish the site?s impartiality, whereas if such a threat was initiated by the judge, they mostly refrained from taking action. Furthermore, a series of specific actions taken by interpreters in order to re-establish the site?s impartiality were identified.

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