Titelaufnahme

Titel
Das Chajes-Realgymnasium (1919-1938) - "eine nationale und zionistische Gesinnungsschule" / vorgelegt von Günter Gößler
Verfasser/ VerfasserinGoessler, Günter
Begutachter / BegutachterinKonrad, Helmut
Erschienen2014
Umfang135 Bl. : Zsfassungen (2 Bl.)
HochschulschriftGraz, Univ., Dipl.-Arb., 2014
Anmerkung
Zsfassungen in dt. und engl. Sprache
SpracheDeutsch
DokumenttypDiplomarbeit
SchlagwörterRealgymnasium Zwi-Perez-Chajes-Schule der Israelitischen Kultusgemeinde <Wien> / Realgymnasium Zwi-Perez-Chajes-Schule der Israelitischen Kultusgemeinde <Wien> / Online-Publikation
URNurn:nbn:at:at-ubg:1-65350 Persistent Identifier (URN)
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Das Chajes-Realgymnasium (1919-1938) - "eine nationale und zionistische Gesinnungsschule" [1.14 mb]
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Zusammenfassung (Deutsch)

Die Arbeit beschäftigt sich mit dem Chajes-Realgymnasium, einer von 1919?1938 existierenden jüdischen Mittelschule in Wien.Das Chajesgymnasium war von Beginn an ein politisches Bildungsprojekt, das aus der zionistischen Aufbruchsstimmung nach dem Ersten Weltkrieg hervorgegangen war. Maßgeblichen Anteil an seiner Gründung und seinem finanziellen Überleben hatte der im Jahr 1918 zum Wiener Oberrabbiner bestellte Hirsch Perez Chajes, ein glühender Anhänger der Herzl?schen Gedankenwelt.Die Schule rekrutierte ihre Schüler zum Großteil aus osteuropäischen Flüchtlings- und Zuwandererfamilien, die aufgrund der Ereignisse des Ersten Weltkrieges in Wien gestrandet waren. Aus sozio-ökonomischen Gründen abgeschnitten von den sonstigen Bildungseinrichtungen auf Mittelschulebene, bot das jüdische Realgymnasium für viele ? meist aus dem ehemaligen k. k. Kronland Galizien stammende ? "Ostjuden" in Wien die einzige Chance eines sozialen Aufstieges.Die Umsetzung von zionistischen Bildungsvorstellungen in einer österreichischen Mittelschule stieß jedoch an rechtliche und bürokratische Grenzen. Der als entscheidend gesehene Faktor einer jüdisch-nationalen Erziehung ? der Unterricht des modernen Hebräisch ? rückte immer wieder in den Fokus der Schulbehörden, was nicht zuletzt den ideologischen Gegensätzen der beiden dominierenden politischen Lager ? der in Wien regierenden Sozialdemokratie und der auf Bundesebene maßgeblichen christlichsozialen Partei ? geschuldet war. Es war den organisatorischen Fähigkeiten und dem Einsatz des Schulleiters Viktor Kellner zu verdanken, dass in dieser Frage tragfähige Kompromisse erreicht werden konnten.Dem Chajesgymnasium gelang es in einem auch zahlenmäßig nachweisbaren Ausmaß, ihre Schüler für die zionistische Idee zu gewinnen, auch wenn die Ereignisse des Jahres 1938 der Anstalt ein jähes Ende bereitet haben und eine abschließende Beantwortung dieser Frage damit verwehrt bleibt.

Zusammenfassung (Englisch)

This thesis deals with the Chajesrealgymnasium, a Viennese secondary school existing from 1919 to 1938.From the outset the Chajesgymnasium was an educational project with a highly political focus, emerging from the Zionist upswing after First World War. Hirsch Perez Chajes, the 1918-appointed Chief Rabbi of Vienna and an ardent worshipper of Herzl?s ideology, was not only chiefly responsible for ist foundation but also secured ist funding. The majority of the school?s students came from refugee and immigrant families from Eastern Europe who had found themsleves stranded in Vienna in the wake of First World War. Excluded from the other educational institutions on secondary school level for social and financial reasons, for many Jews from the former Austrian crown land Galicia the Jewish Realgymnasium offered the only chance at social advancement.The implementation of Zionist educational concepts in an Austrian secondary school was, however, severely limited by law and bureaucracy. The most important element of a Jewish nationalistic education ? the teaching of modern Hebrew ? was regularly subject to scrutiny by the school authorities. One reason for this was the ideological differences between the dominant political camps: the Social Democrats governing Vienna and the Christian Socials prevailing on a national level. Due to the organizational skills and dedication of the school?s principal Viktor Kellner, acceptable compromises could be reached on this issue. The Chajesgymnasium succeeded in winning students for the Zionist movement in a dimension which can also be verified in terms of numbers. However, as the events of 1938 put a sudden end to this institution, a conclusive answer to this question is not possible.