Titelaufnahme

Titel
Nulla ardua sine fratris consensu : die Doppelregierung der Herzöge Albrecht II. und Otto von Österreich (1330-1339): Itinerare und Urkunden / vorgelegt von Moritz Lenglachner
Verfasser/ VerfasserinLenglachner, Moritz
Begutachter / BegutachterinHärtel, Reinhard
Erschienen2014
Umfang190 Bl. : Zsfassungen (2 Bl.) + 1 CD-ROM
HochschulschriftGraz, Univ., Dipl.-Arb., 2014
Anmerkung
Zsfassungen in dt. und engl. Sprache
SpracheDeutsch
DokumenttypDiplomarbeit
Schlagwörter (GND)Albrecht <II., Österreich, Herzog> / Otto <Österreich, Herzog> / Regierung / Albrecht <II., Österreich, Herzog> / Otto <Österreich, Herzog> / Regierung / Online-Publikation
URNurn:nbn:at:at-ubg:1-69201 Persistent Identifier (URN)
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Nulla ardua sine fratris consensu [1.09 mb]
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Zusammenfassung (Deutsch)

Nach dem Tod ihres Bruders Friedrich des Schönen am 13. Jänner 1330 führten die habsburgischen Herzöge Albrecht II. und Otto der Fröhliche eine neun Jahre dauernde gemeinsame Regierung. Noch zu Lebzeiten Friedrichs hatte Otto als Jüngster seinen Anteil an der Herrschaft eingefordert, weshalb es in den Jahren 1327 bis 1329 zu den einzigen nennenswerten Auseinandersetzungen zwischen den Brüdern gekommen war. Die Doppelregierung bis zu Ottos Tod im Februar 1339 war geprägt von innerfamiliärer Eintracht und einer prosperierenden habsburgischen Landesherrschaft. In der vorliegenden Arbeit wird anhand der Urkunden Albrechts II. und Ottos aus den Jahren 1330 bis 1339 eruiert, wie die Brüder ihre gemeinsame Regierung handhabten. Es wird deutlich, dass die Bedeutung des jüngeren, welcher in der Forschung mehrheitlich nur marginale Betrachtung erfuhr, bisweilen stark unterschätzt wurde. Otto nahm sich im Sinne des Gesamthauses mehrere Jahre zahlreicher außenpolitischer Angelegenheiten an und war dem an Polyarthritis leidenden Albrecht II. eine bedeutende Stütze. Die erfolgreiche Übernahme des Herzogtums Kärnten 1335 ist das beste Beispiel ihres effizienten brüderlichen Zusammenspiels. Zumeist kam Otto darin die Rolle des "mobilen" Herzogs zu, während Albrecht II. in Wien "die Stellung hielt". Nach der Rückkehr Albrechts II. von seiner Pilgerfahrt Ende 1337 avancierte er zunehmend zum aktiveren Part der brüderlichen Doppelregierung. Die Analyse des Urkundenmaterials zeigt, dass bei gleichzeitigen Aufenthalten der Herzöge am selben Ort tendenziell auch gemeinsam geurkundet wurde. Waren die Brüder getrennt, stellten sie ihre Urkunden vornehmlich alleine aus. Bestimmte Rechtsakte, vor allem Dienstverträge, Bündnisse, außenpolitische Angelegenheiten sowie längerfristige Güter- und Pfandvergaben, scheinen jedoch die Zustimmung beider Fürsten erfordert zu haben. Aus diesem Grund kam es vor, dass ein Herzog zusätzlich im Namen seines absenten Bruders urkundete.

Zusammenfassung (Englisch)

After the death of their brother Frederic the Fair on 13 January 1330 the Habsburg dukes Albrecht II and Otto the Merry shared the rule of their dominions for nine years. Otto, the youngest brother, had already claimed his share when Frederic had still been alive, which is why the only quarrel between the brothers worth mentioning had happened between 1327 and 1329. The joint rule lasted until Otto?s death in February 1339 and was characterised by brotherly concord and a prospering Habsburg dominion. By examining the charters issued by Albrecht II and Otto, this thesis shows how the two brothers managed their mutual rule. It becomes evident that Otto?s importance has been largely underestimated by most researchers. The young duke was mainly responsible for matters of foreign policy and was a great support to Albrecht II, who suffered from polyarthritis since 1330. The successful acquisition of the Duchy of Carinthia in 1335 is the best example of efficient brotherly cooperation. Typically, Otto was responsible for matters which required a "more mobile" duke, while Albrecht II ruled from Vienna. After Albrecht II returned from his pilgrimage in 1337, however, he became increasingly active in the joint rule. The analysis of the charters shows that whenever the dukes stayed in the same place, they used to issue charters together. When the brothers were separated, they generally drew up charters on their own. However, it seems that some legal acts, most notably service contracts, alliances, matters of foreign policy as well as longer-term property and mortgage transactions, required the consent of both brothers. This is why sometimes, one duke would issue a charter on his own as well as on his absent brother?s behalf.