Titelaufnahme

Titel
Flechtenkundliche Untersuchungen in Gletschervorfeldern der Ostalpen unter besonderer Berücksichtigung von Südtirol / vorgelegt von Veronika Tutzer
Verfasser/ VerfasserinTutzer, Veronika
Begutachter / BegutachterinMayrhofer, Helmut
Erschienen2014
Umfang96 Bl. : Zsfassung (2 Bl.) ; Ill., graph. Darst., Kt.
HochschulschriftGraz, Univ., Dipl.-Arb., 2014
Anmerkung
Zsfassung in engl. und dt. Sprache
SpracheDeutsch
DokumenttypDiplomarbeit
Schlagwörter (GND)Südtirol / Gletschervorfeld / Flechten / Biodiversität / Südtirol / Gletschervorfeld / Flechten / Biodiversität / Online-Publikation
URNurn:nbn:at:at-ubg:1-69042 Persistent Identifier (URN)
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Flechtenkundliche Untersuchungen in Gletschervorfeldern der Ostalpen unter besonderer Berücksichtigung von Südtirol [7.28 mb]
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Zusammenfassung (Deutsch)

Die globale Klimaerwärmung sorgt für einen kontinuierlichen Gletscherrückzug der Gletscher in den Alpen, wodurch die Gletschervorfelder immer größer werden und sich neue ökologische Nischen für Pionierorganismen bilden. Die Diversität und die Häufigkeit von bodenbewohnenden und auf Pflanzenresten siedelnden Flechten wurden in zwei Gletschervorfeldern in Südtirol (Italien) untersucht: Rötkees (Ahrntal) und Matscherferner (Matschertal). Drei Bereiche wurden mit zunehmender Entfernung von der Gletscherfront ausgewählt. Der erste Bereich fiel mit dem ersten Auftreten von Flechten zusammen bzw. mit dem erstmöglich zu Fuß erreichbaren Aufnahmeflächen, die beiden anderen liegen von 600 bis 700 m bzw. von 1000 bis 1500 m von der Gletscherfront entfernt. In jedem Bereich wurden fünf zufällig angeordnete Aufnahmeflächen unterschiedlicher Lage ausgewählt mit jeweils einer Fläche von 1 m2 unterteilt in 100 Quadrate von 1 dm2. Die Seehöhe, Exposition und Neigung dieser Flächen wurden notiert. Alle in den Aufnahmeflächen vorkommenden Flechten wurden gesammelt und ihre Häufigkeit in den Quadraten erhoben. Die gesammelten Proben wurden im Labor präpariert und unter Einsatz von Lichtmikroskopen und/oder Dünnschichtchromatographie bestimmt. Im Gletschervorfeld des Rötkees wurden 31 und im Vorfeld des Matscherferners 37 Flechten nachgewiesen. Die Artendiversität und die Häufigkeit nahmen in beiden Gletschervorfeldern mit zunehmender Entfernung zur Gletscherfront deutlich zu. Im Gletschervorfeld des Rötkees kam es zwischen dem zweiten und dritten Bereich zu einer Verdreifachung der Artenzahl, im Vorfeld des Matscherfernes zu einer Erhöhung dieser um 42,8%. Die Ergebnisse decken sich mit denen der Gletschervorfelder in Österreich (Gaisbergferner, Tirol und Pasterze, Kärnten) und der Schweiz (Morteratsch, Oberengadin). Diese Vergleichsdaten sind im Anhang aufgenommen, da sie auch Teil eines größeren Forschungsprojekts sind.

Zusammenfassung (Englisch)

Global warming is causing a continuous retreat of glaciers in the Alps. Glacier forefields are increasing and providing new ecological niches for pioneer organisms. The diversity and frequency of lichens growing in soil and plant debris were investigated in two glacier forefields of South Tyrol (Italy): Rötkees (Ahrntal) and Matscherferner (Matschertal). The geographical position, geomorphology, geology, soil, vegetation, climate, colonization history, agriculture and glacial retreat of both of these areas are all introduced. Three sampling sites were established along an increasing distance from the glacier. The first sampling site was set up where the first lichens appeared as well as where it was first possible to reach the observation area by foot. The second and third sampling sites were located 600-700 m and 1000-1500 m away from the glacier front, respectively. Five 1 m plots divided into 100 1 dm quadrates were selected randomly at each site. The altitude, exposition and inclination of the plots were recorded. Specimens were collected from each species from all plots and the frequency of lichens was noted. The specimens were prepared and verified using light microscopy techniques and/or thin-layer chromatography (TLC). 31 lichen taxa were discovered in the Rötkees glacier forefield and 37 in the Matscherferner forefield. The species diversity and the frequency increased with increasing distance from the glacier in both glacier forefields. The observed number of species in the glacier forefield of the Rötkees had more than tripled between the second and last sampling sites. The number of species in the Matscherferner forefield increased by 42,8 %. These results overlap with those of the glacier forefields of Austria (Gaisbergferner, Tyrol and Pasterze, Carinthia) and of Switzerland (Morteratsch, Oberengadin). The species and their frequencies of these glacier forefields were included as an appendix, as they are part of a larger project.