Titelaufnahme

Titel
Die DolmetscherInnen von Auschwitz : Dolmetschen in Berichten von Überlebenden des Konzentrationslagers Auschwitz-Birkenau / vorgelegt von Verena Maier
Verfasser/ VerfasserinMaier, Verena
Begutachter / BegutachterinWolf, Michaela
Erschienen2014
Umfang137 Bl. : Zsfassung ; Ill.
HochschulschriftGraz, Univ., Masterarb., 2014
Anmerkung
Zsfassung in dt. und engl. Sprache
SpracheDeutsch
DokumenttypMasterarbeit
Schlagwörter (GND)Konzentrationslager Auschwitz / Lager Birkenau / Dolmetschen / Konzentrationslager Auschwitz / Lager Birkenau / Dolmetschen / Online-Publikation
URNurn:nbn:at:at-ubg:1-68317 Persistent Identifier (URN)
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Die DolmetscherInnen von Auschwitz [5.71 mb]
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Zusammenfassung (Deutsch)

Die Masterarbeit widmet sich der Charakterisierung des Dolmetschens im KZL Auschwitz-Birkenau anhand von Überlebendenberichten sowie der Annäherung dieser Dolmetschart an das Community Interpreting (CI).Dabei wurde basierend auf 45 Textstellen aus acht Überlebendenberichten davon ausgegangen, dass das Dolmetschen im KZL Auschwitz-Birkenau von Spezifika gekennzeichnet war, wie einem intrasozietären Dolmetschsetting, das von dem Terror der SS geprägt war und das Verhalten der DolmetscherInnen beeinflusste. Es wurde auch davon ausgegangen, dass auf theoretischer Ebene Parallelen zwischen der genannten Dolmetschart und dem CI bestehen, weshalb es als eine Unterform des CI erachtet werden kann.Der erste Teil der Masterarbeit widmet sich dem historischen Hintergrund des Holocaust, dem KZL Auschwitz-Birkenau sowie den dort eingesetzten DolmetscherInnen. Anschließend erfolgt eine Charakterisierung des CI und die Vorstellung des Untersuchungskorpus. Die methodische Grundlage für die Untersuchung der aus den Überlebendenberichten entnommenen Passagen bieten Claudia V. Angelellis Modelle The Visible Interpreter und The Interpreter?s Interpersonal Role Inventory.Im Rahmen der Analyse konnte eine umfassende Charakterisierung des Dolmetschens im genannten KZL vorgenommen werden: Die eruierten Merkmale bezogen sich auf Spezifika, die einzelne Dolmetschsettings kennzeichneten, und auf das Verhalten der DolmetscherInnen in unterschiedlichen Settings. Der erste Aspekt der Hypothese ist daher als bestätigt zu erachten. Der zweite Teil der Hypothese wurde in der vorliegenden Arbeit widerlegt, da es sich beim Dolmetschen im genannten KZL, trotz gewisser theoretischer Ähnlichkeiten, um keine Unterform des CI handelt. Denn die DolmetscherInnen im KZL Auschwitz-Birkenau wurden in absoluten, von Terror und Tod geprägten Extremsituationen eingesetzt, was einen Vergleich dieser Dolmetschart mit heute bestehenden Dolmetschkonzepten nicht zulässt.

Zusammenfassung (Englisch)

This Master?s thesis focuses on the characterisation of the interpreting activity in the Auschwitz death camp, on the one hand, and on the question of whether this type of interpreting can be compared to Community Interpreting (CI), on the other.Based on an analysis of 45 examples which were taken from eight survivor accounts, it is assumed that the mediation tasks performed in the Auschwitz death camp were marked by specifics such as an intra-social setting. This particular setting was in turn affected by the terror of the SS and, therefore, massively influenced the behaviour of interpreters. In addition to that, it is assumed that one can draw, at least on a theoretical level, certain parallels between the interpreting activity in the Auschwitz death camp and CI.The first part of the Master?s thesis addresses the historical background of the Holocaust, the Auschwitz death camp and the interpreters in the camp. The subsequent chapters focus on the characterisation of CI and the presentation of eight survivor accounts. The examples taken from these accounts were then analysed by using two analytical tools: Claudia V. Angelelli?s The Visible Interpreter and The Interpreter?s Interpersonal Role Inventory.The analysis revealed certain characteristics, which were typical for certain interpreting settings and behavioural patterns adopted by interpreters in those settings. Therefore, the first aspect of the hypothesis can be considered as confirmed. The second part of the hypothesis, however, could not be proved, since ? despite certain theoretical similarities ? interpreting in the Auschwitz death camp cannot be seen as a sub-form of CI. Interpreters in the Auschwitz death camp were forced to perform mediation tasks under exceptionally hard circumstances, which were characterised by terror and death. Therefore, one can say that interpreting in the Auschwitz death camp cannot be compared to any type of interpreting known today.