Titelaufnahme

Titel
Spracheinstellung und Migration : Subjektspositionen und Sprachideologien multilingualer Individuen / vorgelegt von Christina Korb
Verfasser/ VerfasserinKorb, Christina
Begutachter / BegutachterinHalwachs, Dieter
Erschienen2014
Umfang186 Bl. : Zsfassungen (2 Bl.)
HochschulschriftGraz, Univ., Masterarb., 2014
Anmerkung
Zsfassungen in dt. und engl. Sprache
SpracheDeutsch
DokumenttypMasterarbeit
Schlagwörter (GND)Mehrsprachigkeit / Mehrsprachigkeit / Online-Publikation
URNurn:nbn:at:at-ubg:1-67023 Persistent Identifier (URN)
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Spracheinstellung und Migration [2.14 mb]
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Zusammenfassung (Deutsch)

Spracheinstellung, die Meinung zu einer Sprache oder Sprachvarietät, drückt Werte und Vorstellungen aus und hat auf diese Weise Auswirkungen auf den persönlichen und in weiterer Folge gesellschaftlichen Gebrauch von Sprache. Im Zuge fortschreitender Globalisierungs- und Modernisierungsprozesse entstehen Migrationsbewegungen, die die linguistische Heterogenität eines Raums fördern und in deren Zentrum sich multilinguale Individuen befinden. In Ländern wie Österreich sind Personen mit Migrationshintergrund, die andere Erstsprachen als die Amtssprache aufweisen, mit Sprachideologien konfrontiert, die oft im Widerspruch zu ihren eigenen Spracheinstellungen stehen und den Umgang mit der Erstsprache beeinflussen. Eine positive oder negative Spracheinstellung hat demzufolge Auswirkungen auf die individuelle Sprachverwendung und begünstigt Sprachwechsel oder Sprachbehalt. In dieser Arbeit wird die subjektive Spracheinstellung, die Personen mit Migrationshintergrund zu ihren Erstsprachen aufweisen, untersucht. Zu diesem Zweck werden Gespräche mit neun Informant_innen aus der Altersgruppe 18-25 Jahre geführt, wobei zwei qualitative Interviewmethoden, das narrative und offene Interview, kombiniert werden. Diese werden mithilfe der qualitativen Inhaltsanalyse beleuchtet.Die zentralen Anliegen der Arbeit beschäftigen sich einerseits mit der Aufdeckung individueller Spracheinstellungen und andererseits mit der Bestimmung möglicher Faktoren, die Spracheinstellungen formen. Die Ergebnisse der vorliegenden Arbeit zeigen Ausschnitte aus den verschiedenen Lebenssituationen einzelner Sprecherinnen und Sprecher und ermöglichen das Erkennen etwaiger Tendenzen junger Menschen im Umgang mit ihren sprachlichen Ressourcen. Allgemein resultieren Einstellungen aus komplexen sozialen Zusammenhängen und unterliegen dynamischen Prozessen, sodass sie sich je nach Lebensumstand verändern können und von einigen Faktoren stärker beeinflusst werden als von anderen.

Zusammenfassung (Englisch)

Language attitudes are beliefs about a language or language variety, which reflect certain values and ideas and furthermore have an impact on the personal and subsequently social use of language. In the course of advancing globalization and modernisation processes, various migration movements occur and consequently promote cultural and linguistic homogenity. Thereby, multilingual individuals form an essential part. In countries, such as Austria, people with immigrant backgrounds using other languages besides the official language are confronted with language ideologies that are often contradictory to their own language attitudes. These can influence the person's utilisation of his or her individual language use and promote either language shift or language maintenance.This paper aims to analyse personal language attitudes of individuals with immigrant backgrounds towards their first language. Therefore, conversations based on a combination of two qualitative methods, the narrative and open interview, are held with nine informants at the age of 18-25 years. The data will be analysed by using the qualitative content analysis.The central concern of this paper is to reveal individual language attitudes and determine possible factors that contribute to its formation. The results highlight details of each of the informant's different social circumstances and facilitate the identification of certain possible tendencies adolescents show when using their linguistic resources. In general, language attitudes result from complex social correlations and undergo dynamic processes in such a way that they change according to personal living conditions and can be biased by particular factors in different degrees.