Titelaufnahme

Titel
Zwischen persönlichem Engagement und institutioneller Verankerung : Geschlechterforschung an der Universität - in und zwischen den Disziplinen / Elisabeth Zehetner
Verfasser/ VerfasserinZehetner, Elisabeth
Begutachter / BegutachterinWetterer, Angelika
Erschienen2014
Umfang97 Bl. : Zsfassungen (2 Bl.) ; graph. Darst.
HochschulschriftGraz, Univ., Masterarb., 2014
Anmerkung
Zsfassungen in dt. und engl. Sprache
SpracheDeutsch
DokumenttypMasterarbeit
Schlagwörter (GND)Studium / Geschlechterforschung / Studium / Geschlechterforschung / Online-Publikation
URNurn:nbn:at:at-ubg:1-66981 Persistent Identifier (URN)
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Zwischen persönlichem Engagement und institutioneller Verankerung [1.01 mb]
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Zusammenfassung (Deutsch)

Ausgehend von der Frage, welche Auswirkungen mit der Einrichtung des Masterstudiums "Interdisziplinäre Geschlechterstudien" an der Universität Graz verbunden sind, widmet sich die vorliegende Arbeit den institutionellen Strukturen der Geschlechterforschung im Spannungsfeld zwischen der Etablierung eines eigenständigen, interdisziplinären Angebots und der Verankerung der Geschlechterforschung in den Disziplinen. Die Arbeit folgt einer wissenschaftssoziologischen Zugangsweise, die sich auf Bourdieus Konzeption der Wissenschaft als Spiel- und Machtfeld bezieht, aber auch auf institutionalistische wissenschaftssoziologische Ansätze sowie auf organisationssoziologische Arbeiten. Die empirische Erhebung stützt sich vor allem auf qualitative Expert_inneninterviews mit Lehrenden an drei Instituten der Universität. Die Ergebnisse zeigen, dass Geschlechterforschung auf verschiedenen Ebenen an der Universität vertreten ist, die allerdings nur lose miteinander verbunden sind. Die Einrichtung des Gender-Studiengangs hat daher auch kaum Auswirkungen auf die Verankerung in den Disziplinen: Nur das extern vergebene Lehrangebot wird besser abgesichert, die Institute sind dagegen organisatorisch nicht betroffen. Insgesamt wird eine institutionelle Etablierung als eigenständiger Bereich nicht erreicht. Nur in begrenztem Ausmaß gibt es zudem interdisziplinäre Kooperation im Bereich der Geschlechterforschung an der Universität. Sie hat aber für die Akteur_innen als (vorgestellte) Gemeinschaft und als Ort von Auseinandersetzungen dennoch Bedeutung. In Hinblick auf die Verankerung in den Disziplinen ist schließlich das zentrale Ergebnis, dass die Geschlechterforschung weiterhin stark personenbezogen und von einzelnen Akteur_innen abhängig bleibt. In inhaltlicher Hinsicht ist Geschlechterforschung dagegen in je nach Fach unterschiedlicher Form anerkannt - sie kann als Teil des Faches gelten und dessen Ansätze verändern oder auch marginal bleiben.

Zusammenfassung (Englisch)

Gender studies have been established in different forms at the university in the last decades. This study examines the consequences of the implementation of a master program in gender studies, and investigates the institutional structures of gender studies between the poles of autonomous, interdisciplinary establishment and disciplinary entrenchment. The sociological approach of this study is based on Bourdieu's conception of academics as a field of power and as a 'game'. Additionally, works on the institutionalization of scientific knowledge and on the university as organization are considered. Empirical data was collected mainly through qualitative expert interviews with scholars teaching in three departments at the university of Graz. The findings show that gender studies are established in different forms at the university. However, they remain only loosely coupled. As a consequence, the implementation of the master program in gender studies has no significant impact on the entrenchment of gender studies in the departments, since there are no obligations for them. Only the financial means for courses taught by external lecturers appear to be guaranteed for a longer time. Overall, the institutional establishment remains limited to some aspects, and the implementation of the master program does not necessarily lead to the establishment as an autonomous domain. Furthermore, interdisciplinary cooperation also has only little foundation. Still, this cooperation is important for the scholars in the field, as interdisciplinary gender studies serve both as an (imagined) community and a space of controversy. In all cases, gender studies remain related to certain persons who commit themselves to the subject, and research and teaching depend mostly on their work. In contrast, the findings show that concerning the acknowledgment of gender studies, gender studies have become an accepted approach in some disciplines, while in others they remain only marginally influential.