Titelaufnahme

Titel
Traduttore traditore : die verschiedenen Versionen von Ricoldus de Monte Crucis' Traktat "Contra legem Sarracenorum" und die Praxis des Übersetzens im ausgehenden Mittelalter und der frühen Neuzeit / vorgelegt von Martin Michael Bauer
Verfasser/ VerfasserinBauer, Martin Michael
Begutachter / BegutachterinRatkowitsch, Christine
Erschienen2014
Umfang94 Bl. : Zsfassung
HochschulschriftGraz, Univ., Dipl.-Arb., 2014
Anmerkung
Text teilw. in kyrill. Schrift
Anmerkung
Zsfassung in dt. und engl. Sprache
SpracheDeutsch
DokumenttypDiplomarbeit
Schlagwörter (GND)Ricoldus <de Monte Crucis, Confutatio Alcorani> / Übersetzung / Geschichte 1360-1543 / Ricoldus <de Monte Crucis, Confutatio Alcorani> / Übersetzung / Geschichte 1360-1543 / Online-Publikation
URNurn:nbn:at:at-ubg:1-66357 Persistent Identifier (URN)
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Zusammenfassung (Deutsch)

Der islamkritische Traktat "Contra legem Sarracenorum" des florentinischen Dominikanermönchs Ricoldus de Monte Crucis (? 1320) wurde im Spätmittelalter und in der frühen Neuzeit stark rezipiert und mehrfach übersetzt. Die vorliegende Arbeit konzentriert sich auf die griechische Übersetzung des Demetrios Kydones (ca. 1324?1397/8) und die lateinische Rückübersetzung des Bartholomaeus Picenus de Monte Arduo (fl. 1506), die das Original rasch an Beliebtheit übertraf, obwohl oder gerade weil sie inhaltlich in einigen Punkten davon abweicht. Durch den Vergleich der drei Fassungen werden die Transformationsprozesse, denen der Text vom Original bis zur Version des Bartholomaeus Picenus unterworfen ist, herausgearbeitet und die Intention und Arbeitsweise der Übersetzer erstmals genauer untersucht. Dabei stellt sich heraus, dass Demetrios Kydones und Bartholomaeus Picenus ganz unterschiedliche Absichten und dementsprechend auch unterschiedliche Übersetzungsmethoden verfolgen: Während Demetrios sich an seinem Zielpublikum und an der Zielsprache orientiert und eine elegante rhetorisch-kommunikative Übersetzung verfasst, arbeitet Bartholomaeus streng wörtlich-morphematisch bis hin zur Missachtung zielsprachlicher Regeln. Insgesamt lässt sich vom Original bis zur Rückübersetzung einerseits eine fortschreitende Polemisierung feststellen, andererseits eine Glättung von sprachlich und inhaltlich besonders anstößigen Passagen. In den Rahmenkapiteln wird die Untersuchung dieses konkreten Fallbeispiels auch in den größeren Kontext der mittelalterlichen und humanistischen Übersetzungstheorie und ?praxis eingebettet.

Zusammenfassung (Englisch)

The treatise "Contra legem Sarracenorum", written against Islam by the Florentine Dominican monk Ricoldus de Monte Crucis (? 1320), was widely used in the late Medieval and early modern period, and also translated several times. This thesis concentrates on the Greek translation made by Demetrios Kydones (ca. 1324?1397/8) and the Latin re-translation made by Bartholomaeus Picenus de Monte Arduo (fl. 1506), which soon outrivaled the original in terms of popularity, though ? or maybe because ? it somewhat differs in content. By comparing these three versions, the transformation processes, to which the text is subject, are elaborated and both the intention and the approach of the translators are investigated for the first time. It turns out that Demetrios Kydones and Bartholomaeus Picenus pursue completely different objectives and accordingly different translation methods, too. Whereas Demetrios Kydones takes into account both his target audience and the target language and thus provides an elegant rhetoric-communicative translation, Bartholomaeus works strictly literally-morphemically, even to the extent of disregarding target-language customs. Overall it can be stated that each translation renders the text in an even more polemical way, but softens indecent expressions and content which might be offensive to Christian readers. In addition to researching the particular case of ?Contra legem Sarracenorum?, the framing chapters give the broader context of Medieval and Humanist translation theory and practice.