Titelaufnahme

Titel
Das Schadenersatzrechts-Änderungsgesetz 2011 in der Diskussion / vorgelegt von Viktoria Berto
Weitere Titel
The 2011 civil damage amendment law in the discussion
Verfasser/ VerfasserinBerto, Viktoria
Begutachter / BegutachterinBernat, Erwin
Erschienen2014
Umfang63 Bl. : Zsfassung (1 Bl.)
HochschulschriftGraz, Univ., Dipl.-Arb., 2014
Anmerkung
Abweichender Titel laut Übersetzung der Verfasserin/des Verfassers
SpracheDeutsch
DokumenttypDiplomarbeit
Schlagwörter (GND)Österreich / Schadensersatz / Wrongful life / Österreich / Schadensersatz / Wrongful life / Online-Publikation
URNurn:nbn:at:at-ubg:1-64278 Persistent Identifier (URN)
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Das Schadenersatzrechts-Änderungsgesetz 2011 in der Diskussion [0.77 mb]
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Zusammenfassung (Deutsch)

Ausgangspunkt der Arbeit ist das geplante Schadenersatzrechts-Änderungsgesetz 2011. Gem § 1293 Abs 2 ABGB soll niemand aus der Geburt eines Kindes Schadenersatzansprüche erheben können, ausgenommen die Behinderung wird schuldhaft verursacht. Das BMJ will die Diskriminierung behinderter Menschen verhindern und eine sozialrechtliche Lösung zur finanziellen Unterstützung behinderter Kinder schaffen. In meiner Arbeit soll die Schadenersatzrechtsproblematik von wrongful birth erläutert werden. Dies ist die unerwünschte Geburt eines behinderten Kindes. Voraussetzung für den Schadenersatzanspruch ist ein Kausalitätszusammenhang zwischen dem Fehlverhalten des Arztes und der Geburt. Das rechtswidrige Verhalten des Arztes beruht auf einem Aufklärungs- oder Behandlungsfehler. Die Eltern müssen behaupten, dass sie bei Kenntnis über die Behinderung, das Kind gem § 97 Abs 1 Z 2 StGB abtreiben hätten lassen. Der Zuspruch von Schadenersatz reicht vom behinderungsbedingten Mehraufwand bis hin zum gesamten Unterhalt. Dem gegenübergestellt wird das Klagebegehren aus wrongful conception. Es stützt sich auf die unerwünschte Geburt eines meist gesunden Kindes. Das haftungsbegründende Verhalten des Arztes liegt vor der Empfängnis. Der OGH lehnt, laut der gemäßigten Einheitstheorie, Schadenersatzansprüche ab. Die ideellen Aspekte der Eltern-Kind-Beziehung werden mit den materiellen Nachteilen verrechnet. Die reine Einheitstheorie ist die Basis für § 1293 Abs 2 ABGB. Verfassungsrechtlich ist die Norm aufgrund der Haftungsfreistellung einer selektiven Gruppe von Sachverständigen, die dem strengeren Sorgfaltsmaßstab des § 1299 ABGB unterliegt, bedenklich. Es wird befürchtet, dass sich das Gesetz zu Lasten der Geschädigten auswirkt, da die sozialrechtliche Lösung nur angedacht ist. Im Falle von wrongful conception würde keine gesetzliche Grundlage zur Klagserhebung existieren, was aus rechtsstaatlicher Sicht bedenklich ist. Zu befürchten ist, dass die geplante Norm einen Rückschritt bedeutet.

Zusammenfassung (Englisch)

The source of my diploma thesis is the intended "tort law 2011". Conformable to the intended § 1293 Abs 2 ABGB in future nobody would have the possibility to claim for damages due to the birth of a child, except the disability has been caused by the doctor. The new law is intended to prevent the discrimination against handicapped people. In future a new social law should support the parents of disabled children. Through my diploma thesis I will explain the difficulty of the compensation of damages in case of wrongful birth. Wrongful birth is the undesirable birth of a disabled child. Undesirably, because the doctor has not discovered the disability or has not explained it adequately to the parents. The wrong conduct of the doctor must be causal for the birth. Only in case that the parents claim that they would have done an artificial abortion conformable to § 97 Abs 1 Z 2 StGB in knowledge of the disability, they can request compensation of damage. The Austrian court adjudges to the plaintiff as damage compensation either the additional expenses or the complete alimony. The judicature is still irregular. The opposite of the wrongful birth action is the wrongful conception action. This kind of action contains the undesirable birth of a healthy child. The problem is that the parents precluded the procreation of any child with the aid of medication. The culpable conduct which causes the responsibility has been done before the conception. The Austrian court refuses any compensation of damages in case of wrongful conception. A new tort law is planned, because of the heterogeneous judicature. But the problem is that the intended § 1293 Abs 2 ABGB is highly questionable in term of constitutional law, because the doctor, as an expert who normally has to guarantee for stricter care, would enjoy indemnity also in case of culpable conduct. Lawyers criticize the intended tort law as a regress compared to the law of other European countries.

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