Titelaufnahme

Titel
Flirtatious fiction : realism, contingency and conflicting reality systems in the novels of Iris Murdoch / vorgelegt von Katharina Laher
Verfasser/ VerfasserinLaher, Katharina
Begutachter / BegutachterinLöschnigg, Martin
Erschienen2014
UmfangVII, 106 S. : Zsfassung + 1 CD-ROM
HochschulschriftGraz, Univ., Dipl.-Arb., 2014
Anmerkung
Zsfassung in dt. und engl. Sprache
SpracheEnglisch
DokumenttypDiplomarbeit
Schlagwörter (GND)Murdoch, Iris / Roman / Realismus / Murdoch, Iris / Roman / Realismus / Online-Publikation
URNurn:nbn:at:at-ubg:1-64247 Persistent Identifier (URN)
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Flirtatious fiction [0.67 mb]
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Zusammenfassung (Deutsch)

Die Frage, inwieweit die Romane von Iris Murdoch als realistisch zu bezeichnen sind, beschäftigt Literaturwissenschaftler schon über fünfzig Jahre. Die zentrale Hypothese dieser Diplomarbeit lautet: Iris Murdochs Romane sind aufgrund ihrer widersprüchlichen Realitätssysteme realistisch. Um diese Hypothese zu belegen, werden zwei unterschiedliche Realismusdefinitionen zueinander in Bezug gebracht: Zum einen wird Murdochs eigenes Verständnis von Realismus beleuchtet. Ausgehend von Murdochs philosophischen Schriften wird gezeigt, dass für sie nicht die mimetische Abbildung der externen Wirklichkeit ausschlaggebend ist, sondern die Darstellung von Kontingenz. Kontingenz bedeutet für Murdoch Unvorhersehbarkeit und Unberechenbarkeit, und ist als das Gegenteil von einer in sich geschlossenen Form zu verstehen. Zum anderen wird mit Hilfe von Uwe Dursts Theorie des begrenzten Wunderbaren in realistischen Erzähltexten eine theoretische Grundlage vorgestellt, die es ermöglicht, Realitätssysteme in narrativen Texten zu beschreiben. Unter Realitätssystemen sind die Gesetzte, die der erzählten Welt zugrunde liegen, zu verstehen. Dominante Realitätssysteme sind entweder realistisch, wunderbar oder phantastisch, auf einer subsystemischen Ebene sind jedoch auch bei dominant realistischen Texten wunderbare Ereignisse möglich. Eine entsprechende Analyse von fünf Romanen Murdochs (The Flight from the Enchanter; The Unicorn; The Sea, The Sea; The Good Apprentice; und The Green Knight) zeigt, dass in ihren Texten aufgrund von phantastischen und wunderbaren Elementen in einer meist realistischen Basiserzählung unterschiedliche Realitätssysteme gegeneinander ausgespielt werden. Diese Verweigerung einer einheitlichen Form führt dazu, dass innerhalb der narrativen Struktur Kontingenz Raum gegeben wird. Murdochs Romane sind daher, ihrem eigenen Verständnis nach, als realistisch zu bezeichnen, gerade weil sie kein in sich geschlossenes realistisches Realitätssystem beinhalten.

Zusammenfassung (Englisch)

For more than fifty years, literary critics have investigated the question of realism in the novels of Iris Murdoch. This diploma thesis is based on the central hypothesis: Iris Murdoch?s fiction is realistic because of its conflicting reality systems. To support this hypothesis, two different definitions of realism are brought together. On the one hand, Murdoch?s own understanding of realism is examined. Based on her philosophical writings it is shown that for her, realism is not about the mimetic representation of external reality but about the presence of contingency. According to Murdoch, contingency means unpredictability, and is to be understood as the opposite of a unified form. On the other hand, a theoretical framework which enables the description of reality systems in narrative texts is established, based on Uwe Durst?s theory of the limited marvellous in realistic fiction. Reality systems are the laws that govern the fictional world. Dominant reality systems are either realistic, marvellous or fantastic. On a subsystemic level, however, marvellous episodes can occur within a realistic base narrative. Five of Murdoch?s novels (The Flight from the Enchanter; The Unicorn; The Sea, The Sea; The Good Apprentice; and The Green Knight) are analysed accordingly. The findings show that due to fantastic and marvellous elements within a mainly realistic base narrative, different reality systems are juxtaposed. This refusal of a unified form leads to the presence of contingency within the narrative structure. Consequently, in line with Murdoch?s own understanding of realism, Murdoch?s novels can be considered realistic precisely because they do not adhere to a unified realistic reality system.