Titelaufnahme

Titel
Rudolf Höß in Übersetzung: Massenmörder oder Marionette? : Vergleich zweier englischer und einer spanischen Übersetzung von Rudolf Höß"Kommandant in Auschwitz" / vorgelegt von Stefanie Kristin Maxones
Verfasser/ VerfasserinMaxones, Stefanie
Begutachter / BegutachterinWolf, Michaela
Erschienen2014
Umfang123 Bl. : Zsfassung + 1 CD-ROM ; Ill.
HochschulschriftGraz, Univ., Masterarb., 2014
Anmerkung
Zsfassung in dt. und engl. Sprache
SpracheDeutsch
DokumenttypMasterarbeit
Schlagwörter (GND)Höß, Rudolf <Kommandant in Auschwitz> / Übersetzung / Englisch / Spanisch / Höß, Rudolf <Kommandant in Auschwitz> / Übersetzung / Englisch / Spanisch / Online-Publikation
URNurn:nbn:at:at-ubg:1-63998 Persistent Identifier (URN)
Zugriffsbeschränkung
 Das Werk ist frei verfügbar
Dateien
Rudolf Höß in Übersetzung: Massenmörder oder Marionette? [2.3 mb]
Links
Nachweis
Klassifikation
Zusammenfassung (Deutsch)

In dieser Arbeit wird das Original Kommandant in Auschwitz (1958) mit den englischen Übersetzungen Commandant of Auschwitz (1959) und Death Dealer: The Memoirs of the SS Kommandant at Auschwitz (1992) sowie der spanischen Übersetzung El Comandante de Auschwitz (1979) verglichen. Es wird von der Hypothese ausgegangen, dass die Paratexte der Übersetzungen eine zentrale Funktion einnehmen, da sie den Verlegern und Übersetzern ermöglichen, sich für jegliche Veränderungen zu rechtfertigen und die LeserInnen zu einer kritischen Lektüre der Autobiographie aufrufen. Weiter scheint es offensichtlich, dass bei der englischen Erstübersetzung Commandant of Auschwitz Veränderungen vorgenommen wurden, die dazu führen, dass die Aufzeichnungen Höß? eher dem Genre der Autobiographie zugeschrieben werden können. Zusätzlich wird davon ausgegangen, dass die englische Neuübersetzung Death Dealer: The Memoirs of the SS Kommandant at Auschwitz für das US-amerikanische Zielpublikum adaptiert wurde, um so den LeserInnen den Holocaust in einer eher jugendlichen Sprache näher zu bringen. Bei der Übersetzung ins Spanische wurde offensichtlich bei den LeserInnen ein gewisser Wissensstand vorausgesetzt, was aufgrund des ExpertInnen-LaiInnen-Verhältnisses zwischen Übersetzer und Zielpublikum und der mangelnden Aufarbeitung des Holocausts im spanischsprachigen Raum zu Verständnisschwierigkeiten führt. Um die hier formulierten Hypothesen zu überprüfen, werden zunächst die Tötungsmaschinerie des NS-Regimes und die Aufarbeitung in den verschiedenen Sprachräumen sowie das Genre der Autobiographie thematisiert. Im weiteren Verlauf wird auf die Entstehung des Originals und der Übersetzungen eingegangen. Zur weiteren Überprüfung der Hypothese folgt danach die Paratext- und Diskursanalyse. Im Rahmen der Analyse konnte aufgezeigt werden, dass die Paratexte eine zentrale Rolle einnehmen und durch die Veränderungen in den Übersetzungen ein eher verzerrtes Bild der NS-Verbrechen vermittelt wird.

Zusammenfassung (Englisch)

This thesis compares Rudolf Höß? autobiography Kommandant in Auschwitz (1958) with the English translations Commandant of Auschwitz (1959) and Death Dealer: The Memoirs of the SS Kommandant at Auschwitz (1992) and the Spanish translation El Comandante de Auschwitz (1979). It is hypothesised that the paratexts of the translations play an essential role as they allow the publishers and translators to justify any adaptations and encourage the audience to critically read the autobiography. It seems obvious that the English translation Commandant of Auschwitz was manipulated in order that Höß? notes appear to be rather autobiographical texts. Additionally, it is supposed that the English translation Death Dealer: The Memoirs of the SS Kommandant at Auschwitz was adapted for the young US-American audience to familiarise them with the history of the Holocaust in a rather adolescent language. The translator of the Spanish translation assumed the readers to have a certain level of knowledge which due to the expert-amateur-relationship between translator and target audience and the insufficient dealing with the Holocaust in the Spanish culture leads to difficulties in understanding. In order to prove these hypotheses, the thesis first gives an overview of the organisation of mass murder in the Nazi Regime, the dealing with the Holocaust in the different cultures and the autobiography as a literary genre. Furthermore, the development process of the autobiography and its translations is outlined. This is followed by a paratext and discourse analysis. The results of the analyses show that the paratexts play an essential role and the adaption of the translations provides a rather distorted picture of the Nazi crimes.