Titelaufnahme

Titel
"Es gibt nur eine Gattung Mensch" : ein Vergleich der zwei deutschen Übersetzungen des Zeitzeugenberichts Lespèce humaine von Robert Antelme / vorgelegt von Carina Pichler
Verfasser/ VerfasserinPichler, Carina
Begutachter / BegutachterinWolf, Michaela
Erschienen2014
Umfang147 Bl. : Zsfassung (2 Bl.) + 1 CD-ROM
HochschulschriftGraz, Univ., Masterarb., 2014
Anmerkung
Zsfassung in dt. und engl. Sprache
SpracheDeutsch
DokumenttypMasterarbeit
Schlagwörter (GND)Antelme, Robert <L' espèce humaine> / Übersetzung / Deutsch / Geschichte 1949-1987 / Antelme, Robert <L' espèce humaine> / Übersetzung / Deutsch / Geschichte 1949-1987 / Online-Publikation
URNurn:nbn:at:at-ubg:1-63988 Persistent Identifier (URN)
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"Es gibt nur eine Gattung Mensch" [1.29 mb]
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Zusammenfassung (Deutsch)

Gegenstand der Masterarbeit ist die Untersuchung des Zeitzeugenberichts L?espèce humaine (1957) von Robert Antelme und der zwei deutschen Übersetzungen Die Gattung Mensch (1949), erschienen in der DDR, und Das Menschengeschlecht (1987), publiziert in der BRD. Es wird dabei von der Hypothese ausgegangen, dass die zwei Translate den jeweils vorherrschenden Holocaust-Diskurs zur Zeit ihrer Publikation reflektieren. Diesbezüglich stellen sich die Fragen, in welchen historischen Kontext die Translate eingebettet sind und wie der Holocaust in der Öffentlichkeit in der jeweiligen Periode rezipiert wurde. Weiters kann davon ausgegangen werden, dass die Erstübersetzung einen emotionaleren Grundton als die Zweitübersetzung aufweist. Die Überprüfung der Hypothesen erfolgt mithilfe der Kritischen Diskursanalyse von Siegfried Jäger, die es ermöglicht, Diskurse unter einem historischen Blickwinkel zu betrachten. Im Vorfeld werden der historische Kontext, die Auseinandersetzung der DDR und der BRD mit der NS-Vergangenheit, die Charakteristika der Zeugnisliteratur, L?espèce humaine und dessen zwei Übersetzungen, näher beleuchtet. Im Anschluss daran wird eine Paratextanalyse durchgeführt, die erste Aufschlüsse über den dominanten Diskurs liefert. Danach werden im Zuge der Kritischen Diskursanalyse zuerst eine Strukturanalyse und anschließend eine Feinanalyse vorgenommen. Daraus ergibt sich, dass der Holocaust-Diskurs vorherrschend ist und Diskursstrangverschränkungen zu "Gewalt", "Opfer", "Emotionen", "Solidarität", "Widerstand", "Sieg und Niederlage" und "Befreiung" erkennbar sind. Die Gattung Mensch, die zur antifaschistischen Literatur zählt, transportiert über die Emotionalität ideologische Aussagen und diente damit vermutlich als Instrument für die "Umerziehung" der deutschen Bevölkerung zu AntifaschistInnen. Das Menschengeschlecht weist hingegen einen sachlichen Schreibstil auf und versucht dem Authentizitätsanspruch gerecht zu werden, um den Opfern eine Stimme zu verleihen.

Zusammenfassung (Englisch)

The present MA-thesis investigates the eye witness report L?espèce humaine (1957) by Robert Antelme and the two German translations Die Gattung Mensch (1949), published in the GDR, and Das Menschengeschlecht (1987), published in the FRG. It is hypothesised, that the two translations reflect the discourse on the Holocaust prevailing respectively at the moment of their publishing. This raises the question what is the historical context in which the translations are embedded and how the Holocaust was seen in the particular time periods. Furthermore it is assumed, that the first translation shows a greater emotional undertone than the second translation. The hypothesis is tested by means of the Critical Discourse Analysis elaborated by Siegfried Jäger, which allows the author to study discourse from a historical point of view. In a first step, the historical context, the GRD?s and FRG?s accounting for the Nazi-past, L?espèce humaine and its two translations are examined. In the next step, the paratext is analysed, which gives insight into the dominant discourse. Finally, a structural analysis and a detailed text analysis are undertaken as part of the Critical Discourse Analysis. As a result, it is ascertained that the Holocaust discourse is predominant, and that interconnections to "violence", "victim", "emotions", "solidarity", "resistance", "victory and defeat", and "liberation" can be identified. Die Gattung Mensch, which ranks among anti-fascist literature, conveys ideological statements via emotionality, and thereby presumably served as an instrument of re-education of the German population to anti-fascists. Das Menschengeschlecht on the other hand exhibits a factual writing style and aims to achieve authenticity in order to give a voice to the victims.