Titelaufnahme

Titel
Der Gott Merkur in Ovids Metamorphosen 1 und 2 : der (epische) Wolf im (bukolischen) Schafspelz / vorgelegt von Silvia Enzi
Verfasser/ VerfasserinEnzi, Silvia
Begutachter / BegutachterinRatkowitsch, Christine
Erschienen2014
Umfang110 Bl. : Zsfassungen (2 Bl.)
HochschulschriftGraz, Univ., Dipl.-Arb., 2014
Anmerkung
Zsfassungen in dt. und engl. Sprache
SpracheDeutsch
DokumenttypDiplomarbeit
SchlagwörterOvidius Naso, Publius <Metamorphoses 1> / Ovidius Naso, Publius <Metamorphoses 2> / Merkur <Gott> / Ovidius Naso, Publius <Metamorphoses 1> / Ovidius Naso, Publius <Metamorphoses 2> / Merkur <Gott> / Online-Publikation
URNurn:nbn:at:at-ubg:1-63781 Persistent Identifier (URN)
Zugriffsbeschränkung
 Das Werk ist frei verfügbar
Dateien
Der Gott Merkur in Ovids Metamorphosen 1 und 2 [0.82 mb]
Links
Nachweis
Klassifikation
Zusammenfassung (Deutsch)

Diese Arbeit befasst sich mit der Darstellung des Gottes Merkur in den ersten beiden Büchern der Metamorphosen Ovids. Die Figur tritt dort in vier Erzählungen in Erscheinung, die den Mord an Argus, die Bestrafung des Battus, die Leidenschaft für Herse und die daraus resultierende Auseinandersetzung mit deren Schwester Aglauros und die Ermöglichung der Entführung der Europa beinhalten. Diese Textstellen werden zuerst einzeln im Hinblick auf Merkurs Agieren interpretiert. Daran schließt sich eine Zusammenschau an, in der die erkennbaren Entwicklungslinien in dessen Darstellung im Laufe der Geschichten aufgezeigt werden. Dabei zeichnet sich ein Rahmenaufbau ab, wobei Merkur in den äußeren Episoden im Auftrag Jupiters agiert, während er in den Binnenerzählungen auf eigene Faust handelt. Als seine wichtigsten Charakterzüge kristallisieren sich seine Raffinesse und Flexibilität im Umgang mit Worten, seine Brutalität und Rachsucht und schließlich sein schauspielerisches Talent heraus. Letzteres ermöglicht dem Gott das Spiel mit der Fiktion über alle Erzählungen hinweg und dient als Garant für seinen Erfolg. In den meisten Fällen verbirgt Merkur seine epische Gesinnung hinter der Fassade eines bukolischen Hirten und führt sein Gegenüber so hinters Licht. Dies lässt sich auf der Metaebene als Manipulation und Missbrauch der Kunst deuten und die Figur des Gottes kann dadurch auch als herrscherkritischer Typus für Octavian identifiziert werden. Diese Kritik wird überdies durch die mehrfache Relativierung des Könnens und pejorative Nuancierungen gegenüber Merkur verstärkt. Schließlich wird auch ein Vergleich mit der positiven Darstellung des Götterboten bei den beiden augusteischen Dichtern Vergil und Horaz vorgenommen, welcher Merkur in den Metamorphosen zusätzlich unheilvoller erscheinen lässt.

Zusammenfassung (Englisch)

This thesis deals with the presentation of the god Mercury in the first two books of Ovid?s Metamorphoses. The character appears in four stories, containing the murder of Argus, the punishment of Battus, the lovestory with Herse and the resulting conflict with her sister Aglauros and the enabling of Europa?s abduction. These text passages are examined in particular regarding Mercury?s actions. Thereafter a synopsis is following, which shows the observable developments in the course of the stories and identifies a pattern, where Mercury acts on behalf of Jove in the outer stories, whereas he acts on his own account in the two inner ones. As his most relevant characteristics chrystallize his sophistication and flexibility concerning his use of words, his brutality and revengefulness and finally his talent for acting. The latter one enables him the play with fiction, which he uses in all narratives and which is his guaranty for success. In most of the cases the god hides his epic attitude behind the facade of a bucolic shepherd and tricks his counterparts that way. On a meta-level this may be interpreted as manipulation and misusage of art and therefor also Mercury?s character may be identified as a ruler - critical type for Octavian. On top, this criticism is intensified through several relativizations of the god?s skills and pejorative shadings towards him. There has also been made a comparison with the positive image of the messenger of the gods at the two augustian poets Virgil and Horace, which makes Mercury additionally appear more baleful in the Metamorphoses.