Titelaufnahme

Titel
Strukturelle neuronale Korrelate von Polytoxikomanie und Kreativität / Klemens Ragger
Verfasser/ VerfasserinRagger, Klemens
Begutachter / BegutachterinUnterrainer, Human
Erschienen2014
Umfang64 Bl. : Zsfassung (2 Bl.) ; graph. Darst., Ill.
HochschulschriftGraz, Univ., Masterarb., 2014
Anmerkung
Zsfassung in dt. und engl. Sprache
SpracheDeutsch
DokumenttypMasterarbeit
Schlagwörter (GND)Polytoxikomanie / Kreativität / Intelligenzleistung / Persönlichkeitsfaktor / Polytoxikomanie / Kreativität / Intelligenzleistung / Persönlichkeitsfaktor / Online-Publikation
URNurn:nbn:at:at-ubg:1-62786 Persistent Identifier (URN)
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Strukturelle neuronale Korrelate von Polytoxikomanie und Kreativität [1.61 mb]
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Zusammenfassung (Deutsch)

Bisher konnten einige Studien bei Substanzabhängigen und bei kreativen Personen strukturelle Veränderungen in der Dichte der grauen Substanz feststellen. Jedoch haben sich bisher erst wenige Studien mit Veränderungen der Dichte der grauen Substanz bei Polytoxikomanen beschäftigt. Auch gibt es kaum empirische Belege für die Beziehung zwischen Kreativität und Abhängigkeit. In der vorliegenden Studie wurden substituierte (n = 14) und abstinente (n = 16) Polytoxikomane mit einer gesunden Kontrollgruppe (n = 17) anhand Voxelbasierter Morphometrie (VBM) hinsichtlich der Dichte der grauen Substanz verglichen. Außerdem bearbeiteten die Probanden mehrere Verfahren zur Erfassung der kognitiven Leistungsfähigkeit, der Kreativität und der Persönlichkeit. Bei den Polytoxikomanen zeigte sich - im Vergleich zur Kontrollgruppe - eine reduzierte Dichte der grauen Substanz in superioren fronto-medialen Bereichen, darunter im Gyrus cinguli bilateral, im supplementär motorischen Areal bilateral, im Gyrus frontalis rechts und im anterioren Cingulum links. Dies könnte möglicherweise mit Beeinträchtigungen der kognitiven Funktionen bei Polytoxikomanen in Verbindung stehen. Des Weiteren wiesen substituierte gegenüber abstinenten Polytoxikomanen eine höhere Dichte der grauen Substanz im Precuneus und im superioren Parietallappen der linken Hemisphäre auf. Da diese Hirnareale mit Kreativität in Zusammenhang gebracht werden, könnten die vorliegenden Ergebnisse auf eine höhere kreative Leistungsfähigkeit bei substituierten Polytoxikomanen hindeuten. Jedoch ergaben sich keine Gruppenunterschiede in den kreativen Leistungen. Außerdem zeigten sich bei den Polytoxikomanen Defizite in der kognitiven Leistungsfähigkeit und in der Persönlichkeit. Jedoch sollten sich weitere Studien eingehender mit dem Zusammenhang zwischen polytoxikomanen Substanzkonsum und neuronalen Veränderungen im Gehirn beschäftigen.

Zusammenfassung (Englisch)

A number of studies have shown that substance dependence and creative performance are associated with changes in gray matter density (GMD). However, to date, only a few studies have investigated the changes in GMD in polydrug dependents. There has been also almost no empirical evidence for a link between creativity and drug dependence. In the present study, we compare polydrug dependents (maintenance treatment: n = 14, abstinent: n = 16) with a healthy control group (n = 17). Voxel-based morphometry was used to investigate GMD. Additionally, the groups were compared in terms of cognitive ability, creativity and personality. Compared with the control group, polydrug dependents showed a reduced GMD in superior fronto-media areas, including the cingulate gyrus bilaterally, the supplementary motor area bilaterally, the right frontal gyrus and the left anterior cingulate. These findings may be associated with decreased cognitive functions, which are associated with these frontal areas. Furthermore, compared with abstinent polydrug dependents, polydrug dependents in maintenance treatment showed a higher GMD in the left precuneus and in the left superior parietal lobe. Based on the assumption that these brain areas are associated with creativity, these results could indicate a higher creative ability in polydrug dependents in maintenance treatment. However, there were no group differences in creative performance. In addition, polydrug dependents also showed impairments in cognitive performance and personality. However, further research is needed to investigate the relationship between polydrug dependence and neuronal alterations of the brain.