Titelaufnahme

Titel
Wir sind besser als die anderen : die Auswirkungen von positiver und negativer Selbstwertbeeinflussung auf Selbstüberhöhung im Rahmen des Inductive Reasoning Models / Julian Anslinger
Verfasser/ VerfasserinAnslinger, Julian
Begutachter / BegutachterinAthenstaedt, Ursula
Erschienen2014
Umfang98 Bl. : Zsfassung (2 Bl.) ; Ill., graph. Darst.
HochschulschriftGraz, Univ., Dipl.-Arb., 2014
Anmerkung
Zsfassungen in dt. und engl. Sprache
SpracheDeutsch
DokumenttypDiplomarbeit
Schlagwörter (GND)Selbstüberschätzung / Selbstüberschätzung / Online-Publikation
URNurn:nbn:at:at-ubg:1-62644 Persistent Identifier (URN)
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Wir sind besser als die anderen [3.91 mb]
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Zusammenfassung (Deutsch)

Zur Erfassung des sozialpsychologischen Phänomens der Selbstüberhöhung (SÜ) ? die Tendenz von Personen sich positiver zu bewerten als andere ?? wurden in den letzten Jahren verschiedenste Messmethoden entwickelt. Genauer betrachtet, sind diese Messmethoden jedoch mit methodischen Problemen behaftet. Die vorliegende Arbeit versucht diese Probleme zu umgehen und zieht zur Messung von SÜ das Inductive Reasoning Model heran (IRM). Das IRM baut eine Brücke zwischen dem Phänomen der Selbstüberhöhung und sozialer Projektion (SP) auf Eigen- bzw. Fremdgruppen und postuliert eine Interdependenz zwischen diesen. Es wurde angenommen, dass die SÜ mit Fokus auf eine Eigengruppe (hohe SP) kleiner ist als mit Fokus auf eine Fremdgruppe (niedrige SP). Darüber hinaus stellt diese Arbeit das Postulat des IRM, SÜ könne rein kognitiv erklärt werden, in Frage und untersucht etwaige motivationale Einflüsse, wie die der Selbstwerterhöhung, auf die SÜ. Hierfür wurde der Selbstwert von insgesamt 141 Untersuchungsteilnehmenden (UT) u.a. durch eine falsche Rückmeldung nach einem Intelligenztest entweder bedroht, nicht beeinflusst oder erhöht. Danach wurden die UT gebeten einzuschätzen, wie sehr zwanzig vorgegebene Eigenschaften sie selbst, eine Eigengruppe und eine Fremdgruppe beschreiben und wie wünschenswert diese Eigenschaften sind. Die daraus im Sinne des IRM berechneten Kennwerte für SP und SÜ zeigten, dass die UT, wie postuliert, eine im Durchschnitt niedrigere SÜ mit Eigengruppenfokus als mit Fremdgruppenfokus aufweisen. Ferner konnte demonstriert werden, dass Personen die im Selbstwert bedroht wurden, eine größere SÜ zeigten, als Personen die positiv in ihrem Selbstwert beeinflusst wurden. Verantwortlich für diesen Unterschied scheint eine erhöhte Selbst-Positivität in der im Selbstwert bedrohten Gruppe. Es kann also angenommen werden, dass die Selbst-Positivität im IRM sensitiv auf eine Motivation zur SÜ reagiert und dies eine ausgeprägtere Tendenz zur SÜ zur Folge hat.

Zusammenfassung (Englisch)

In the last years methods for measuring self-enhancement (SE) ? the tendency of people to evaluate themselves better than other people ? sprouted all over the scientific social-psychological community. As pointed out in some reviews, all these measurements possess problematic quirks. The present study tries to avoid these problems by applying the Inductive Reasoning Model (IRM) to measure SE. The IRM is a model for social perception and connects self-enhancement with social projection (SP). The postulated interdependence shall hereby be demonstrated empirically the first time. It was assumed that the SE is larger while facing an outgroup (small SP), in contrast to facing an ingroup (large SP). In addition the present study questioned the IRM?s assumption that SE is based on cognitive processes in contrary to motivational ones. In order to test these hypotheses the self-esteem of 141 psychological-students was either threatened, boosted or not influenced with a bogus feedback following an intelligence test. Afterwards the participants were asked to evaluate twenty traits regarding their desirability and how characteristically they are for themselves, an ingroup, and for an outgroup. The resulting data was used to calculate the SP and SE indices, according to the IRM method. As assumed, statistical analysis showed a higher SE facing an outgroup than facing an ingroup. Furthermore, it could be demonstrated that participants showed a lower SE after being boosted, compared with participants who were threatened in their self-esteem. The revealed difference seems to result from a greater self-positivity in the threatened group. It can be assumed that the self-positivity is sensitive to the motivation to restore threatened self-esteem, which leads to higher self-enhancement.