Titelaufnahme

Titel
To trust or not to trust : Vertrauen in multilingualen Gesprächssituationen / vorgelegt von Tanja Gradischnig
Verfasser/ VerfasserinGradischnig, Tanja
Begutachter / BegutachterinGrbić, Nadja
Erschienen2014
Umfang144 Bl. : Zsfassung (2 Bl.) ; Ill.
HochschulschriftGraz, Univ., Dipl.-Arb., 2014
Anmerkung
Zsfassung in dt. und engl. Sprache
SpracheDeutsch
DokumenttypDiplomarbeit
Schlagwörter (GND)Vertrauen / Dolmetschen / Vertrauen / Dolmetschen / Online-Publikation
URNurn:nbn:at:at-ubg:1-62554 Persistent Identifier (URN)
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To trust or not to trust [1.08 mb]
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Zusammenfassung (Deutsch)

In der Translationswissenschaft wurde das Thema Vertrauen in multilingualen Gesprächssituationen bislang nur am Rande behandelt. Erst in jüngerer Zeit fokussierten einige wenige AutorInnen auf dieses Konzept und zeigten seine Relevanz für Forschung und Praxis auf. Diese Arbeit setzt sich zum Ziel, zu untersuchen, wie Vertrauen in gedolmetschten Gesprächen ? insbesondere im Kommunaldolmetschbereich ? entsteht. Wird DolmetscherInnen Vertrauen entgegengebracht? Können sie diesen Prozess beeinflussen? Haben DolmetscherInnen eine gewisse Machtposition inne bzw. wie wirkt sich die Anwesenheit von Macht auf das Vertrauen aus? In welchem Zusammenhang stehen elementare Aspekte der Berufspraxis wie Neutralität, Loyalität und Professionalität mit Vertrauen? Inwiefern unterscheidet sich das Aufkommen und Entgegenbringen von Vertrauen gegenüber professionellen bzw. LaiendolmetscherInnen? Auf Basis von individuellen Leitfadeninterviews mit KommunaldolmetscherInnen werden Hypothesen über die Vertrauensentwicklung und -aufrechterhaltung, Misstrauen, Hierarchie und Macht in Dolmetschsituationen und die ? oft vielfältige ? Rolle von DolmetscherInnen überprüft. Die Analyse der Daten ergab, dass DolmetscherInnen ein hohes Maß an Vertrauen entgegengebracht wird und sie ? ausgenommen in Ausnahmefällen ? keineswegs als notwendiges Übel in der Interaktion angesehen werden. Zudem hängen Konzepte wie Neutralität, Loyalität und Macht zumeist von den InteraktionsteilnehmerInnen sowie den unterschiedlichen Settings ab und werden als zentral für den Aufbau von Vertrauen eingestuft. Außerdem wird den Ergebnissen zufolge ausgebildeten DolmetscherInnen, insbesondere im Rahmen von medizinischen Settings und heiklen Situationen, aufgrund ihrer Kompetenzen und ihrer professionellen Haltung mehr vertraut als Laien. Das Thema Vertrauen wird in der Regel von allen Parteien triadischer Gesprächssituationen als relevant erachtet.

Zusammenfassung (Englisch)

Until today, the notion of trust in multilingual conversations has been treated merely in passing in translation studies. Only recently a few authors focused on this concept and showed its relevance for research and practice. This thesis aims to investigate how trust is built in interpreted communications, especially in the field of community interpreting. Do people put trust in interpreters? Are the interpreters able to influence this process? Do they have a kind of power position within the conversation and/or how does the presence of power influence trust? In which ways are basic aspects of the professional work life such as neutrality, loyalty and professionalism linked with trust? What is the difference between the building and displaying of trust towards professional and amateur interpreters? Hypotheses on building and maintaining trust, mistrust, hierarchy and power in interpreted conversations, as well as the often diverse role of interpreters are explored through semi-structured interviews with community interpreters. The analysis of the data revealed that interpreters are highly trusted and ? apart from exceptional cases ? are not at all considered a necessary evil in the interaction. Furthermore, concepts like neutrality, loyalty and power mostly depend on the participants in the interaction as well as on the different settings, and are rated as essential for the building of trust. In addition, the results show that professional interpreters are more trusted than amateurs because of their competences and their professional attitude, especially within the medical context or in delicate situations. All participants of triadic conversations usually consider trust as relevant.