Titelaufnahme

Titel
Aura, Erfahrung, Geschichte : Walter Benjamin zwischen utopischem Potential und Pessimismus / vorgelegt von Stefan Ederer
Verfasser/ VerfasserinEderer, Stefan
Begutachter / BegutachterinThiel, Udo
Erschienen2014
Umfang110 Bl. : Zsfassung (2 Bl.) + 1 CD-ROM ; Ill.
HochschulschriftGraz, Univ., Dipl.-Arb., 2014
Anmerkung
Zsfassung in dt. und engl. Sprache
SpracheDeutsch
DokumenttypDiplomarbeit
Schlagwörter (GND)Benjamin, Walter / Geschichtsphilosophie / Benjamin, Walter / Geschichtsphilosophie / Online-Publikation
URNurn:nbn:at:at-ubg:1-62044 Persistent Identifier (URN)
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Aura, Erfahrung, Geschichte [2.19 mb]
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Zusammenfassung (Deutsch)

Diese Arbeit beschäftigt sich mit drei zentralen Begriffen von Walter Benjamins Philosophie: "Aura", "Erfahrung", "Geschichte". Das Ziel der Arbeit ist, die Funktion des Begriffs der Aura innerhalb von Benjamins Geschichtsphilosophie zu bestimmen. Zunächst soll dazu in Kapitel 1 der Begriff der Aura, wie er in den zentralen Schriften Benjamins bestimmt wird, analysiert werden. Hierbei wird deutlich, dass man bei der Analyse des Begriffs auf Benjamins Erfahrungstheorie zurückgeworfen wird. Diese jedoch in ihren Details zu erfassen, bedeutet, sich mit Benjamins Geschichtsphilosophie zu beschäftigen, denn "Erfahrung im eigentlichen Sinne", um die es Benjamin geht, ist historisch bedingt. Das Hauptwerk von Benjamins Geschichtsphilosophie, das Passagen-Werk, ist uns nur als Fragment überliefert. In Kapitel 2 wird daher nach einer Grundlage der Philosophie Benjamins gefragt, die es erleichtert, Benjamins komplexe Geschichtsphilosophie zu erfassen. Diese Grundlage bildet Benjamins unorthodoxe Übernahme zahlreicher Ideen der Kabbala Isaak Lurias, wie sie Benjamin durch Gershom Scholem bekannt war. Im dritten Kapitel soll Benjamins Geschichtsphilosophie des 19. Jahrhunderts auf der Grundlage des zweiten Kapitels zunächst allgemein und dann im Hinblick auf drei fundamentale Ursachen eines Erfahrungswandels im 19. Jahrhundert untersucht werden: die Arbeit, den Fetischcharakter der Ware und den Wandel der Mitteilungsformen. Im Schlusskapitel wird dann synthetisch die Funktion der Aura innerhalb von Benjamins Geschichtsphilosophie bestimmt. Ist die Aura einerseits eine bürgerliche Kategorie, so zeigt sie sich auf ihrer positiven Seite als eine Imagination von aktiven Subjekten. Die Aura ist in dem Sinne jene Kategorie, die es vermag, die historische Wahrheit aufblitzen zu lassen. Damit ist sie Grundvoraussetzung der messianischen Rettung, um die es Benjamin immer geht.

Zusammenfassung (Englisch)

This paper deals with three central notions of Walter Benjamin?s philosophy: "aura?, "experience", and "history". The paper aims to determine the notion of the aura in context of Benjamin?s philosophy of history. First and foremost (in chapter 1) it is necessary to analyse the notion within the most important of Benjamins?s works. In doing so, it becomes evident that Benjamin?s theory of experience is crucial to this matter. To get a detailed understanding of this theory, one is once more thrown back to Benjamin?s philosophy of history. "Experience as such", one of Benjamin?s key aspects, is indeed historically determined. Benjamin?s main work on the philosophy of history, "the arcades project", has been descended only as fragment. In chapter 2 the foundation of Benjamin?s complex philosophy of history is inquired. This foundation is Benjamin?s unorthodox adoption of central ideas of the lurianic Kabbalah, which Benjamin came to know mainly via Gershom Scholem. In the third chapter Benjamin?s philosophy of the history of the 19th century will be examined: first generally and then in respect of three key aspects which are the cause of a transformation of experience in the 19th century. These three important notions are: work, commodity fetishism and the transformation of communication. In the last chapter the function of the notion of the aura will be synthetically determined in the light of Benjamin?s philosophy of history. On the one hand, "aura" is a bourgeois category, on the other hand and in a positive way, the aura shows itself as imagination of active subjects. "Aura" is, in this sense, the category which is able to show the historical truth in a flash. In this sense, aura is the prerequisite for messianic redemption, which Benjamin?s philosophy is all about.