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Title
Polytoxikomanie: Strukturelle neuronale Konnektivität, kognitive Leistungsfähigkeit und Persönlichkeit / Michaela Hiebler
AuthorHiebler, Michaela
CensorFink, Andreas
Published2014
Description58 Bl. : Zsfassung (2 Bl.) ; graph. Darst.
Institutional NoteGraz, Univ., Masterarb., 2014
Annotation
Zsfassung in dt. und engl. Sprache
LanguageGerman
Document typeMaster Thesis
Keywords (GND)Polytoxikomanie / Persönlichkeitsfaktor / Intelligenzleistung / Kreativität / Polytoxikomanie / Persönlichkeitsfaktor / Intelligenzleistung / Kreativität / Online-Publikation
URNurn:nbn:at:at-ubg:1-61534 Persistent Identifier (URN)
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Polytoxikomanie: Strukturelle neuronale Konnektivität, kognitive Leistungsfähigkeit und Persönlichkeit [1.07 mb]
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Abstract (German)

Entstehung und Folgen stoffgebundener Abhängigkeit wurden bereits umfangreich beforscht. Dennoch gibt es kaum Studien, die sich gezielt mit der strukturellen neuronalen Konnektivität von langjährig abhängigen, polytoxikomanen Personen beschäftigen. In der vorliegenden Studie wurden daher abstinente (n = 18) und substituierte (n = 15) Polytoxikomane mit einer gesunden Kontrollgruppe (n = 16) hinsichtlich verschiedener Parameter der Persönlichkeit, der kognitiven Leistungsfähigkeit und der strukturellen neuronalen Konnektivität verglichen. Die Integrität der weißen Masse wurde mittels DTI (diffusion tensor imaging) untersucht. Übereinstimmend mit bisherigen Studien zeigten sich bei Polytoxikomanen im Bereich der Persönlichkeit und der kognitiven Leistungsfähigkeit zahlreiche Defizite. Darüber hinaus wurde bei Polytoxikomanen vor allem im Fasciculus longitudinalis superior (FLS) und in der superioren Corona radiata (CR) eine verringerte fraktionelle Anisotropie (FA) bzw. eine erhöhte radiale Diffusivität (RD) festgestellt. Dies deutet auf Beeinträchtigungen der neuronalen Konnektivität hin, die möglicherweise auf Defizite in der Myelinisierung zurückzuführen sind. Beeinträchtigungen im FLS und in der superioren CR wurden unter anderem bereits mit defizitärer Handlungskontrolle in Verbindung gebracht. Folglich könnten diese Beeinträchtigungen mitverantwortlich dafür sein, dass der Konsum bewusstseinsverändernder Substanzen von Abhängigen trotz massiver negativer Konsequenzen nicht unterlassen werden kann. Auch bei anderen psychischen Störungen konnten ähnliche Beeinträchtigungen der weißen Masse festgestellt werden. Dies könnte auf eine gemeinsame neuronale Basis der Psychopathologie hindeuten. Obwohl durch die vorliegende Studie wertvolle Erkenntnisse gewonnen werden konnten, wird es noch zahlreiche weitere Forschungsbemühungen zu den Zusammenhängen zwischen Abhängigkeit und neuronaler Konnektivität brauchen.

Abstract (English)

Substance dependence has already been the focus of many empirical studies. However, the structural neural connectivity of long-term polydrug dependents has barely been investigated. Therefore we compared polydrug dependents (abstinent: n = 18, in maintenance treatment: n = 15) with healthy controls (n = 16) regarding various aspects of personality, cognitive ability and neural connectivity. DTI (diffusion tensor imaging) was used to investigate white matter microstructure. Consistent with earlier findings, our results indicate that several aspects of personality and cognitive ability are impaired in polydrug dependents. Furthermore polydrug dependents showed reduced fractional anisotropy (FA) and increased radial diffusivity (RD) mainly in the superior fasciculus longitudinalis (FLS) and the superior corona radiata (CR). These findings suggest deficits in neural connectivity as a result of myelin pathology. Similar white matter impairments have already been linked to impaired behavioral control. Therefore they may partly explain why dependents continue to use drugs, even after severe negative consequences arise. Frequent comorbid disorders of addiction have also been linked to similar white matter impairments. This may indicate a shared neurological foundation in psychopathology. The results of the present study have deepened our understanding of substance dependence. However, numerous additional studies will be needed to fully explore the relationship between substance dependence and neural connectivity.