Titelaufnahme

Titel
Aufbruch aus den Verhältnissen? : Leseverhalten und Leseverstehen in der Erwachsenenbildung am Beispiel der Berufsreifeprüfung / eingereicht von Birgit Simschitz
Verfasser/ VerfasserinSimschitz, Birgit
Begutachter / BegutachterinEgger, Rudolf ; Mikula, Regina
Erschienen2013
Umfang209 Bl. : Zsfassung (2 Bl.) + 1 CD-ROM ; graph. Darst.
HochschulschriftGraz, Univ., Diss., 2013
Anmerkung
Zsfassung in dt. und engl. Sprache
SpracheDeutsch
Bibl. ReferenzOeBB
DokumenttypDissertation
Schlagwörter (GND)Erwachsenenbildung / Leseverstehen / Erwachsenenbildung / Leseverstehen / Online-Publikation
URNurn:nbn:at:at-ubg:1-61516 Persistent Identifier (URN)
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Aufbruch aus den Verhältnissen? [2.11 mb]
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Zusammenfassung (Deutsch)

Rund 10 000 Erwachsene mit einer beruflich orientierten Ausbildung ohne Matura nutzen jährlich die 1997 als Alternative einerseits zu dem Gymnasium für Berufstätige und andererseits zur Studienberechtigungsprüfung verankerte Berufsreifeprüfung; durch das kompetenzorientiertes Curriculum kommt im Deutschmodul dem Lesen als einer von fünf Fertigkeiten eine essentielle Bedeutung zu. In diesem Kontext gründet die Untersuchung auf den Forschungsfragen, welche Lesegewohnheiten die Teilnehmenden in der Mitte der Weiterbildungszeit haben und wie sowohl ihr globales, detailliertes und selektives Verstehen als auch ihre Reflexion entsprechender Textaufgaben erfasst und dargestellt werden kann. Das methodische Vorgehen ist dabei der Qualitativen Inhaltsanalyse von Phillip Mayring verpflichtet; sie unterstützt nicht nur die theoriegeleitete Gegenstandsklärung, sondern verbindet auch quantitative und qualitative Herangehensweisen, in der konkreten Ausführung mit Fragebogen, Leistungstestung, fokussierten Interviews und deren Interpretation mit divergenten Modellen im Rahmen des interaktionistischen Konstruktivismus. Die Bedeutung des Lesens wird in den Lesesozialisationsinstanzen ko-konstruiert und es kann belegt werden, dass in der Weiterbildung der Prozentsatz der Leseabstinenten gegenüber der Vergleichsgruppe zurückgeht und dass die Lesehäufigkeit nicht in einer kausalen Relation zur Lesekompetenz steht. Kumulativ wirkt bei wenig und kaum Lesenden, dass sie in der Kindheit und Jugend ihre Bezugspersonen nicht als Lesende erlebten, selten Buchgeschenke bekamen, dass ihnen nicht vorgelesen wurde und sie selbst selten über das Gelesene sprechen. Die Deskription des Leseverhaltens und der -kompetenz als zwei Aspekte der Literalität unterstützt im Abgleich mit curricularen Vorgaben die Gestaltung der Unterrichtseinheiten im Vorbereitungslehrgang und zeigt gleichzeitig den Einflussrahmen auf.

Zusammenfassung (Englisch)

Every year, around 10,000 adults with vocational training without A-levels take advantage of the Berufsreifeprüfung (A-level course with vocational certificate), introduced in 1997, on the one hand as an alternative to the Gymnasium für Berufstätige (night school running A-level courses) and, on the other, as an alternative to the university entrance examination; thanks to the skill-based curriculum, reading, as one of five skills, plays an essential role in the German module. In this context, the study is based on research questions concerning the readings habits of students in the middle of further education and how to survey and represent their global, detailed and selective comprehension and their reflection on text exercises. The methodical approach is based on the qualitative content analysis developed by Philipp Mayring; it not only supports a theory-driven clarification of the subject but also combines quantitative and qualitative approaches, specifically making use of questionnaires, performance testing, focused interviews and their interpretation with the aid of divergent models in the framework of interactionistic constructivism. The importance of reading is co-constructed in reading socialisation settings and there is evidence to show that the percentage of people in further education who abstain from reading is declining compared with the reference group and that there is no causal relation between reading frequency and reading literacy. Cumulative factors among those who read infrequently or hardly at all are the fact that they did not experience their childhood and youth attachment figures as readers, rarely received books as gifts, were not read to, and that they rarely talk about what they have read. The description of reading behaviour and comprehension as two aspects of literacy, harmonised with curricular requirements, assists the planning of lessons in the preparatory course, while at the same time demonstrating the sphere of influence.