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Title
Berühmte Selbstmorde von der Römischen Revolution (1. Jh. v. Chr.) bis zu den Adoptivkaisern (2. Jh. n. Chr.) : Ausgewählte Beispiele für ungewöhnliche Suizidformen im Alten Rom / vorgelegt von Reinfrid Grabensberger
AuthorGrabensberger, Reinfrid
CensorAigner, Heribert
Published2014
Description132 Bl. : Zsfassung (2 Bl.)
Institutional NoteGraz, Univ., Dipl.-Arb., 2014
Annotation
Zsfassung in dt. und engl. Sprache
LanguageGerman
Document typeThesis (Diplom)
Keywords (GND)Römisches Reich / Selbstmord / Römisches Reich / Selbstmord / Online-Publikation
URNurn:nbn:at:at-ubg:1-61473 Persistent Identifier (URN)
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Berühmte Selbstmorde von der Römischen Revolution (1. Jh. v. Chr.) bis zu den Adoptivkaisern (2. Jh. n. Chr.) [1.17 mb]
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Abstract (German)

Im klassischen Latein existiert kein Wort für Suizid. Die lateinische Sprache beschreibt Selbsttötung mit Redewendungen wie manus sibi affere etc.Das Wort mors voluntaria wird selten benützt. Das Wort suicidium ist ein Neologismus, der zum ersten Mal im 17. Jahrhundert als Analogie zu homicidium erscheint.Im Alten Rom wurde der Suizid niemals als Verbrechen betrachtet. Als erster nannte Augustinus jemanden, der sich selbst tötete, einen Mörder (homicida). Selbstmord zu definieren ist ein großes Problem wegen des reichen deutschen Wortschatzes für Suizid wie zum Beispiel Selbstmord, Selbsttötung und Freitod, aber alle erscheinen als Synonyme von Suizid.Römische Bürger wurden nicht für den Selbstmord bestraft, aber ein gesetzlich anerkanntes Motiv war erforderlich wie pudor, dolor, desperatio etc. Nur das Motiv mala conscientia (Schuld) wurde als Geständnis für ein Kapitalverbrechen interpretiert und das Vermögen konnte konfisziert werden.Aber es war möglich die Konfiskation zu vermeiden, wenn die Angeklagten sich vor dem Prozess töteten.Die Methoden der Selbsttötung zeigen das Wertesystem der römischen Gesellschaft. Die populärste wurde mit dem Schwert, Dolch etc. ausgeübt. Mit dem Schwert Selbstmord zu begehen galt als heroisch.Hungern zusammen mit dem Motiv iactatio wurde häufig während des Prinzipats benützt, um nachdrücklich gegen politische Umstände zu protestieren. Diese Methode ist auch mit den Motiven impatientia doloris und taedium vitae verbunden, wenn das Leben untragbar war wegen physischer und psychischer Leiden.Erhängen und Springen galt als schändliche Selbsttötung.Der Hauptteil der Diplomarbeit schildert Selbsttötung von berühmten Männern und Frauen wie Cato, Cassius und Brutus, die ihr Leben mit dem Schwert beendeten, weil sie den Verlust der Ehre (pudor) befürchteten.Senecas Selbstmord begangen wegen necessitas ist der spektakulärste. In diesem Fall haben wir das Paradoxon von einem befohlenen Freitod.

Abstract (English)

In classical Latin a word like suicidium does not exist. The Latin language describes self-killing with idioms like manus sibi affere etc.The noun mors voluntaria is seldom used. The word suicidium is a neologismus, which appears for the first time in the 17.century as analogy to homicidium.In Ancient Rome suicide has never been considered as a crime. Augustinus first calls someone killing oneself a murderer (homicida). To define Selbstmord is a great problem because of the rich German vocabulary on suicide such as Selbstmord, Selbsttötung and Freitod, but they are all seen as synonyms of suicide.Roman citizens were not punished for suicide, but there had to be a motive valid in law, such as pudor, dolor, desperatio etc. Only the motive mala conscientia (guilt) was interpreted as confession for a capital crime and property could be confiscated. But it was possible to escape confiscation, if the accused killed themselves before trial.The methods of self-killing show the value system of the Roman society. The most popular one was executed by sword, dagger,etc. Committing suicide with the sword was regarded as heroic.Starvation together with the motive iactatio was used frequently under the Principate to protest strongly against political circumstances. This method is also combined with the motivs impatientia doloris and taedium vitae, if life was unbearable because of physical and psychical pain.Hanging and jumping were regarded as infamous suicide.The main part of the diploma thesis presents self-killing of famous men and women such as Cato, Cassius and Brutus, who ended their lives with the sword, because they feared of loosing honor (pudor). Seneca?s suicide committed because of necessitas is the most spectacular. In this case we have the paradox of an ordered free death.