Titelaufnahme

Titel
Widerhall eines Tierkrieges : ikonologische Untersuchung der Wandmalereien in der romanischen Kapelle "auf der Pürgg" / vorgelegt von Angelika Kowald
Verfasser/ VerfasserinKowald, Angelika
Begutachter / BegutachterinStadlober, Margit
Erschienen2014
Umfang97 Bl. : Zsfassung ; Ill., Kt.
HochschulschriftGraz, Univ., Dipl.-Arb., 2014
Anmerkung
Zsfassung in dt. und engl. Sprache
SpracheDeutsch
DokumenttypDiplomarbeit
Schlagwörter (GND)Sankt-Johannes-Kapelle <Pürgg> / Wandmalerei / Sankt-Johannes-Kapelle <Pürgg> / Wandmalerei / Online-Publikation
URNurn:nbn:at:at-ubg:1-60726 Persistent Identifier (URN)
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Widerhall eines Tierkrieges [3.65 mb]
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Zusammenfassung (Deutsch)

Im Zentrum dieser Arbeit stehen mittelalterliche Wandmalereien in der Johanneskapelle der obersteirischen Gemeinde Pürgg-Trautenfels. Der weitgehend erhaltene, stilistisch dem Salzburger Kunstkreis des 12. Jahrhunderts zugeordnete Bildzyklus wurde im ursprünglichen Konzept umfassend durch Inschriften begleitet. Da diese der Forschung bislang aber unzugänglich sind, bleiben sie auch in dieser Arbeit unbehandelt. Die Anordnung der Bildfelder harmoniert mit der Raum- und Lichtsituation in der Kapelle und zeigt ein in mehrere Bereiche gegliedertes Programm, das ? im Allgemeinen den Vorstellungen der hochromanischen Kunst und Kultur in Europa entsprechend ? einen Weg christlicher Heilslehre veranschaulicht. Eine schlüssige Gesamtdeutung der Wandmalereien liegt bisher nicht vor, was in erster Linie an der Szene des sogenannten Katzen- und Mäusekrieges liegt. In fragmentarischem Zustand ist in dieser Darstellung ein fabelhaft anmutender Tierkrieg um eine Burglandschaft zugange, wobei eine Festungsmauer im Vordergrund durch schräge Kolbenkreuze auffällig markiert ist. Da diese und ähnliche ornamentale Musterungen über das gesamte Mittelalter in allen Kunstgattungen gebräuchlich sind, scheint die symbolische Aussagekraft vorerst unspektakulär. Interessanterweise treten diese Kolbenkreuze aber auch am Sockel des Stiftermodells und an der Krippe in der Darstellung Jesu Geburt auf. Diese gestalterische "Verstrickung" wird hinsichtlich des im Hochmittelalter angestrebten mehrfachen Bildsinns auf seine Bedeutung für die Gesamtaussage untersucht. Im Vordergrund der Arbeit steht die Einbindung des Tierkrieges in das Gesamtprogramm, der als Dreh- und Angelpunkt innerhalb der bipolar angelegten Bilderfolge ausgewiesen wird. Der Katzen- und Mäusekrieg soll als metaphorisch und symbolisch aufgeladener Höhepunkt innerhalb einer negativ zu verstehenden Sphäre ersichtlich werden, und zum anderen dessen schlüsselhafte Bedeutung für die gesamte Stiftung durch das enthaltene Kreuzsymbol.

Zusammenfassung (Englisch)

The subject of this paper are largely preserved medieval murals in a chapel in Pürgg-Trautenfels in Upper Styria which stylistically belong to the 12th-century art of the archdiocese of Salzburg. The original artistic concept was defined by inscriptions that are not yet disposed to research and therefore not considered in this investigation. Segmented into several areas that correspond to the space and light situation in the chapel, the murals depict a Christian doctrine of salvation that matches the common ideas and developments in art and culture of the High Romanesque Epoch in Europe. A coherent interpretation of the art work is not yet available, which is primarily due to a scene in the program showing a war of cats and mice. The fabulous-appearing animal war in fragmentary condition takes place in a castle landscape, whose front wall is marked by oblique piston crosses. As these and similar ornamental patterns were used throughout the Middle Ages in all genres of art, the symbolic significance does not seem to be outstanding. Interestingly, the crosses appear as well on the pedestal of the donator?s model and on the crib representing Jesus' birth. This creative connection is examined under the aspect of multiple meaning in pictures which was intended in the High Middle Ages. The focal point of this paper is the integration of the animal war into the mural program, highlighting its function as metaphorically and symbolically charged climax in the negative sphere of the bipolar image sequence, as well as revealing the meaning of the cross symbol for the understanding of the whole art work.