Titelaufnahme

Titel
Zwei Heilige im Licht und Schatten der Hagiografie : die Viten des Heiligen Martin und des Heiligen Severin / vorgelegt von Theresia Mayr
Verfasser/ VerfasserinMayr, Theresia
Begutachter / BegutachterinGiessauf, Johannes
Erschienen2014
Umfang101 Bl. : Zsfassung
HochschulschriftGraz, Univ., Dipl.-Arb., 2014
Anmerkung
Zsfassung in dt. und engl. Sprache
SpracheDeutsch
DokumenttypDiplomarbeit
SchlagwörterSulpicius <Severus, Vita sancti Martini> / Eugippius <Abbas, Vita Sancti Severini> / Sulpicius <Severus, Vita sancti Martini> / Eugippius <Abbas, Vita Sancti Severini> / Online-Publikation
URNurn:nbn:at:at-ubg:1-60424 Persistent Identifier (URN)
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Zwei Heilige im Licht und Schatten der Hagiografie [0.56 mb]
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Zusammenfassung (Deutsch)

Die Zeit des Mittelalters ist von einer christlichen Lebensvorstellung geprägt, die sich auf ein Leben im Jenseits konzentriert. Menschen, die sich um ein vollkommenes Leben bemühen, werden als Heilige bezeichnet. In der Anfangszeit des Christentums werden besonders Märtyrer als Heilige verehrt, da sie um des christlichen Glaubens willen den Martertod auf sich nehmen, ab dem 4. Jh. auch Bischöfe, Mönche und Eremiten. Diese gelten als Märtyrer in einem übertragenen Sinn, da sie dem Willen nach durch Abtötung täglich ein unblutiges, spirituelles Martyrium vollbringen. Aus dem Aufzeichnen der Leidens- und Lebensgeschichten von Märtyrern und Heiligen erwächst die Quellengattung der Hagiografie, die sich mit dem Leben und den Werken von Heiligen auseinandersetzt. Diese umfasst mehrere Textarten: Viten, Translationsberichte, Mirakelberichte und Heiligenverzeichnisse. Zu den bedeutendsten Beispielen der Viten zählen die Lebensbeschreibungen Vita Sancti Martini über Martin von Tours, welche im Jahre 396 von Sulpicius Severus niedergeschrieben worden ist, und die Vita Sancti Severini über Severin von Norikum, welche zwischen 509 und 511 von Eugippius verfasst worden ist. Am Beginn der Analyse dieser beiden Texte steht die Untersuchung ihres Aufbaus. Die Grundstruktur der Quellengattung Hagiografie bietet variable Muster, die in beiden Viten zur Geltung kommen. Diesem Abschnitt folgt eine intensive Auseinandersetzung mit der Darstellungsweise Martins und Severins in den Viten, wobei die Protagonisten unter dem Blickwinkel der katholischen Glaubenslehre in den Fokus genommen werden. Ähnlichkeiten in der Darstellungsweise lassen sich vor allem in der Persönlichkeitscharakterisierung und Handlungsweise erkennen. Zudem wird die Bedeutung der Viten als Geschichtsquellen in politisch-historischer und kirchengeschichtlicher Hinsicht aufgezeigt. Ein Vergleich zeigt die Grundstrukturen hagiografischer Schriften auf und macht Unterschiede und Gemeinsamkeiten fest.

Zusammenfassung (Englisch)

The time period of the Middle Ages was predominated formed through a Christian way of life, concentrating on a life after death. Those people who tried to lead a flawless life were looked upon as saints. Since they were thought to be middlemen between God and the rest of humanity, their veneration already began in the ancient world. In the early stages of Christianity, martyrs were honoured as being saintly, for they had willingly died because of their faith. In the 4th century the number of martyrs decreased and in their place bishops, monks and hermits were venerated. They were thought of being martyrs in a supernatural sense, as they completed a daily martyrdom by mortifying their bodies through their own willpower. The writings about the lives and sufferings of martyrs and saints results in hagiography, which has a special look at the lives and the works of saints. There are several sorts of texts, the vitae, reports of translations, of miracles and the register of saints.As some of the most important examples for the vitae, this work analyses the life and work of Martin of Tours in Vita Sancti Martini, written by Sulpicius Severus in the year 396, and of Severinus of Noricum in Vita Sancti Severini, which was drawn up by Eugippius between 509 and 511. Initially, they are analysed to examine their differences and similarities. Though they are similar, it is shown in the vitae that hagiography does offer variable patterns. This part in my work is followed by an intensive discussion of the image of Martin and Severinus in the vitae, where the protagonists are portrayed from a catholic point of view. Resemblances in the description and the behaviour of both are characterized by their personalities and actions. I also show that the vitae play an important role as historical and political source in the historical Church. A comparison of these two vitae shows a common basic structure of hagiographic writings, but also clearly points out their differences.