Titelaufnahme

Titel
Geschlechtsnormen im Feld der wirtschaftlichen Elite / Georg Winter
Verfasser/ VerfasserinWinter, Georg
Begutachter / BegutachterinWetterer, Angelika
Erschienen2014
UmfangIII, 88 Bl. : Zsfassung (2 Bl.)
HochschulschriftGraz, Univ., Masterarb., 2014
Anmerkung
Zsfassung in dt. und engl. Sprache
SpracheDeutsch
DokumenttypMasterarbeit
Schlagwörter (GND)Wirtschaftliche Elite / Ungerechtigkeit / Wirtschaftliche Elite / Ungerechtigkeit / Online-Publikation
URNurn:nbn:at:at-ubg:1-60244 Persistent Identifier (URN)
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Geschlechtsnormen im Feld der wirtschaftlichen Elite [0.51 mb]
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Zusammenfassung (Deutsch)

Die vorliegende Arbeit beschäftigt sich mit der Reproduktion sozialer Ungleichheit im Feld der wirtschaftlichen Elite. Vor allem Frauen und soziale Aufsteiger bleiben, trotz Erfüllung aller formellen Qualifikationskriterien, zum größten Teil von Spitzenpositionen in großen Kapitalgesellschaften ausgeschlossen. Im Rahmen von Pierre Bourdieus Konzepten von Habitus, Feld und Milieu wird hier den Fragen nachgegangen, ob und wie die von amtierenden Spitzenkräften vertretenen und praktizierten Geschlechtsnormen als Eintrittshürde in das Feld wirken. Dem liegt die Annahme zugrunde, dass im Feld die Einhaltung spezifischer Geschlechtsnormen als notwendige Qualifikation für vakante Führungspositionen gesehen wird. Als Datenbasis für die empirische Untersuchung dienten die Verzeichnisse der Führungsriege von zehn bedeutenden Wirtschaftsbetrieben, sieben Interviews mit männlichen Spitzenfunktionären, sowie drei Interviews mit Ehefrauen von Großunternehmern, die zugleich die Positionen als Geschäftsführerinnen in den Unternehmen ihrer Ehemänner inne haben. Die Ergebnisse der Untersuchung weisen erstens darauf hin, dass das im Feld praktizierte Berufsbild nicht mit aktiver Elternschaft vereinbar ist, und zweitens, dass die feldkonforme Gestaltung der privaten Lebensführung als implizite Spielregel des Feldes gesehen werden kann. Da Aufbau und Erhalt von sozialem Kapital eine wesentliche berufliche Aufgabe im Feld der wirtschaftlichen Elite darstellt, legt das Forschungsergebnis nahe, dass die feldkonforme Gestaltung der privaten Lebensführung damit eine geforderte Qualifikation für Berufspositionen in der wirtschaftlichen Elite ist. Diese Anforderung kann zum Ausschlusskriterium für Personen werden, die dieser nicht gerecht werden können oder wollen.

Zusammenfassung (Englisch)

The thesis deals with the reproduction of social inequality in the field of the economic elite. Despite meeting all formal qualification criteria, women and people from a rather poor background are mostly excluded from top positions in large business corporations. Pierre Bourdieu?s concepts of Habitus, Field and Milieu provide the framework for researching the questions, if and how gender norms, which are advocated and practiced by incumbent top executives, work as an entry barrier into the field of the economic elite. This is based on the assumption that compliance with specific gender norms is seen as a necessary qualification for vacant management positions. The data basis for the empirical research were the directories of leadership ranks in ten major corporations, seven interviews with male top representatives, as well as three interviews with wives of major entrepreneurs , who also hold the positions as managing directors in the companies of their husbands. The results of the study show, firstly, that active parenting is not compatible with the dominant professional image in the field, and secondly, that a field-specific organization of personal life can be seen as an implicit rule of the field. Building up and maintaining social capital is an essential part of the profession in the elite. Therefore the result suggests that a field-compliant organization of personal life is a required qualification for positions in the economic elite. This can be a means of social exclusion, working against those who cannot or do not want to comply with this requirement.