Titelaufnahme

Titel
Die Entwicklung des Wort-Pseudohomophon-Effekts : ein Indikator für orthographische Verarbeitung
Verfasser/ VerfasserinGangl, Melanie
Begutachter / BegutachterinLanderl, Karin
Erschienen2014
Umfang52 Bl. : Zsfassungen (2 Bl.) ; graph. Darst.
HochschulschriftGraz, Univ., Dipl.-Arb., 2014
Anmerkung
Arbeit an der Bibliothek noch nicht eingelangt - Daten nicht geprüft
SpracheDeutsch
DokumenttypDiplomarbeit
Schlagwörter (GND)Grundschulkind / Homofonie <Linguistik> / Rechtschreibung / Grundschulkind / Homofonie <Linguistik> / Rechtschreibung / Online-Publikation
URNurn:nbn:at:at-ubg:1-59830 Persistent Identifier (URN)
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Die Entwicklung des Wort-Pseudohomophon-Effekts [0.57 mb]
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Zusammenfassung (Deutsch)

Die vorliegende Studie untersuchte die Entwicklung des Wortlängen-, Lexikalitäts- und Wort-Pseudohomophon-Effekts an insgesamt 203 deutschsprachigen Kindern der zweiten und vierten Schulstufe. Außerdem wurde überprüft, inwieweit diese Leseeffekte Indikatoren für das orthographische Wissen darstellen. Die Kinder nahmen sowohl an einer Lese- als auch an einer Rechtschreibaufgabe teil, in der das orthographische Wissen für die zu lesenden Experimentalwörter erhoben wurde. Ein weiterer zentraler Aspekt dieser Studie war, dass in den Analysen die generelle Verarbeitungsgeschwindigkeit der Kinder kontrolliert wurde, die einen bedeutsamen Einfluss auf die einzelnen Leseeffekte ausübte. Anhand der Ergebnisse war ersichtlich, dass der Wort-Pseudohomophon-Effekt wie auch der Lexikalitätseffekt mit zunehmender Leseerfahrung der Kinder stärker auftritt, während sich der Wortlängeneffekt von der zweiten bis zur vierten Schulstufe hin weniger deutlich zeigte. Die ViertklässlerInnen wiesen im Vergleich zu den ZweitklässlerInnen auch dann noch einen stärkeren Wort-Pseudohomophon-Effekt auf, wenn sichergestellt wurde, dass für die in die Analysen aufgenommenen Wörter orthographische Repräsentationen vorhanden waren. Zudem konnte für den Wort-Pseudohomophon-Effekt ein stärkerer Zusammenhang mit dem orthographischen Wissen beobachtet werden als für den Lexikalitätseffekt. Der Wortlängeneffekt stellte jedoch den besten Indikator für das orthographische Wissen dar. Die Ergebnisse wurden im Rahmen des Zwei-Wege-Modells der Worterkennung diskutiert und verweisen insgesamt darauf, dass der Wort-Pseudohomophon-Effekt einen bedeutsamen Indikator für eine orthographische Verarbeitung von Wörtern darstellt. Dieser sollte demnach in weiteren Studien genauer erforscht werden. Außerdem sollten bei Latenzanalysen Unterschiede in der generellen Verarbeitungsgeschwindigkeit berücksichtigt werden, um spezifische Effekte angemessen interpretieren zu können.

Zusammenfassung (Englisch)

The present study examined the development of the word length effect, lexicality effect and word-pseudohomophone effect with increasing reading experience. Another aim was to investigate the role of the reading effects as indicators for orthographic knowledge. A total of 203 German speaking children from the second and fourth grade (children aged 8 and 10) from six different schools were asked to participate. The children took part in a reading and spelling task, so it was possible to find out how many representations they had for the words in the reading task. Another central issue in this study was the analysis of the reading effects by controlling for the childrens general processing speed, which affected each reading effect. The results showed larger word-pseudohomophone and lexicality effects for the fourth grade than for the second grade. This discrepancy in the word-pseudohomophone effect was also evident, when only words spelled correctly and their corresponding pseudohomophones were taken into account. On the other hand, the word length effect decreased with reading experience. Furthermore, the word-pseudohomophone effect was identified as a superior indicator for orthographic knowledge than the lexicality effect, but the word length effect showed the highest relation with orthographic knowledge. The results are discussed in the context of the dual route model. They refer to the word-pseudohomophone effect as a meaningful indicator for the orthographic processing of words. So further studies are needed to examine other aspects of this effect. In addition, in analyses of response latencies the global influence of the general processing speed should be taken into account to investigate the "pure" effect of experimental variations.