Titelaufnahme

Titel
Die adjektizischen Klagen des römischen Rechts und ihr Fortbestand / Paul Lambauer
Verfasser/ VerfasserinLambauer, Paul
Begutachter / BegutachterinWesener, Gunter
Erschienen2014
Umfang61 Bl. : Zsfassung (1 Bl.)
HochschulschriftGraz, Univ., Dipl.-Arb., 2014
SpracheDeutsch
DokumenttypDiplomarbeit
Schlagwörter (GND)Adjektizische Klage / Römisches Recht / Adjektizische Klage / Römisches Recht / Online-Publikation
URNurn:nbn:at:at-ubg:1-59816 Persistent Identifier (URN)
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Die adjektizischen Klagen des römischen Rechts und ihr Fortbestand [0.33 mb]
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Zusammenfassung (Deutsch)

Im römischen Recht floss jeglicher Erwerb von Gewaltunterworfenen direkt ihrem Gewalthaber zu, weshalb diese in der Regel auch über keine Vermögenswerte verfügten. Da die direkte Stellvertretung im römischen Recht unbekannt war, wurden die adjektizischen Klagen geschaffen, durch welche der Gewalthaber für die Rechtsgeschäfte seiner Gewaltunterworfenen haftbar gemacht werden konnte. Die Gewaltunterworfenen konnten somit für unternehmerische Tätigkeiten eingesetzt werden, da die Gläubiger ihre Ansprüche direkt beim Gewalthaber geltend machen konnten. Zu diesen adjektizischen Klagen gehörten die actio de peculio, die actio de in rem verso, die actio quod iussu, die actio exercitoria und die actio institoria. Diese Klagen entwickelten sich im Laufe der Geschichte weiter und wurden teilweise durch die direkte Stellvertretung abgelöst, oder im Zuge der Abschaffung der Sklaverei obsolet. Einige der adjektizischen Klagen haben aber auch im modernen Recht ihre Spuren hinterlassen. Die actio de in rem verso entwickelte sich zum Bereicherungsanspruch, welcher heute in § 1041 ABGB normiert ist und auch die Reederhaftung des modernen Seerechts ist, nach dem Vorbild der actio exercitoria, adjektizisch gestaltet. Im 19. Jahrhundert wurde die actio institoria von den Regelungen über die Prokura abgelöst, wobei sich auch Parallelen zwischen dem heutigen Prokuristen und den römischen institor finden lassen.

Zusammenfassung (Englisch)

In roman law every acquisition of a person under the patria potestas was legally acquired for the pater familias and the other family members or slaves held no own assets. Direct representation was not possible and so the praetors introduced actions against the pater familias for contracts of persons under his power, known as actiones adiecticiae qualitatis. This allowed the use of family members and slaves as business agents, because the creditors were able to directly sue the pater familias. These actions were the actio de peculio, actio de in rem verso, actio quod iussu, actio exercitora and the actio institoria. In the course of history the actiones adiecticiae qualitatis evolved and some of them became obsolete with the acceptance of direct agency and the abolishment of slavery. Some of these actions however left their marks in modern law. The actio de in rem verso evolved into an enrichment-claim which is regulated in § 1041 ABGB and the liability of ship-owners in modern sea law deviates from the actio exercitoria. In the 19th century the regulations about proxy holders replaced the actio institoria but there are still similarities remaining between the roman institor and the modern proxy holder.