Titelaufnahme

Titel
Der Skopos heiligt die Hilfsmittel : eine Think-Aloud-Studie zum Einfluss des Übersetzungsauftrages auf die Verwendung der Recherchehilfsmittel beim Übersetzen / vorgelegt von Jessica Schuster
Verfasser/ VerfasserinSchuster, Jessica
Begutachter / BegutachterinRisku, Hanna
Erschienen2014
Umfang405 Bl. : Zsfassungen (2 Bl.)
HochschulschriftGraz, Univ., Dipl.-Arb., 2014
Anmerkung
Zsfassungen in dt. und engl. Sprache
SpracheDeutsch
DokumenttypDiplomarbeit
Schlagwörter (GND)Übersetzung / Auftrag / Auftraggeber / Arbeitsmittel / Übersetzung / Auftrag / Auftraggeber / Arbeitsmittel / Online-Publikation
URNurn:nbn:at:at-ubg:1-59597 Persistent Identifier (URN)
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Der Skopos heiligt die Hilfsmittel [2.69 mb]
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Zusammenfassung (Deutsch)

Gegenstand der vorliegenden Diplomarbeit ist der Einfluss des Übersetzungsauftrages auf das Rechercheverhalten semi-professioneller ÜbersetzerInnen. Ein zu übersetzender Ausgangstext steht in Verbindung mit einem bestimmten Auftrag, aus dem der/die ÜbersetzerIn ableiten kann, welche kommunikative Funktion das Translat erfüllen, an welches Zielpublikum es sich richten und in Form welches Texttyps bzw. welcher Textsorte es erscheinen soll. Diese Faktoren bestimmen den Skopos der Übersetzung, der Auswirkungen auf den gesamten Übersetzungsprozess und daher gemäß Hypothese eins dieser Arbeit auch auf das Ausmaß und die Art der konsultierten Hilfsmittel haben kann. Diese Annahme wurde anhand einer empirischen Untersuchung überprüft, in der neun Übersetzungsstudierende einen fachsprachlichen englischen Ausgangstext unter Anwendung der Methode des lauten Denkens sowie Screen Recording ins Deutsche übersetzten. Je drei von ihnen bekamen dabei denselben Auftrag, der im ersten Fall eine funktionskonstante Translation für ExpertInnen des Fachgebietes, im zweiten Fall eine funktionsvariierende Übersetzung für LaiInnen und im dritten Fall eine Adaption für Kinder erforderte. Im Anschluss sollten die ÜbersetzerInnen in einem retrospektiven Interview den Recherchebedarf bei den beiden jeweils nicht von ihnen bearbeiteten Aufträgen einschätzen, was ihnen laut Hypothese zwei dank ihres fortgeschrittenen Studiums gelingen sollte. Die Ergebnisse zeigen, dass sich das Ausmaß der Recherche tatsächlich auftragsbedingt unterscheidet, die dazu verwendeten Hilfsmittel aber größtenteils die gleichen sind, deren Beliebtheitsskala eindeutig von bilingualen Online-Wörterbüchern angeführt wird, wohingegen Paralleltexten nicht die erwartete Aufmerksamkeit zuteil wird. Auch Hypothese zwei kann nur teilweise bestätigt werden, da sich die Aussagen der ProbandInnen zum Hilfsmittelbedarf ihrer KollegInnen nicht immer mit deren Rechercheaktivitäten in der Praxis deckten.

Zusammenfassung (Englisch)

This thesis aims to analyse the influence of the translation brief on the research activities of semi-professional translators. A source text is usually related to a specific brief, from which the translator can deduce the communicative function the target text should fulfil, the readership it is intended for and the text type it should correspond to. These factors determine the translation skopos, which can affect the whole translation process and therefore ? according to the first hypothesis ? also the research effort as well as the kind of resources consulted. This assumption was tested in an empirical study, in which nine students of translation studies had to translate an English scientific text into German, while the think-aloud method as well as screen recording were employed. There were three different translation briefs, each of which was given to three of the study participants. The first one required a functionally equivalent translation for experts in the field, the second one a functionally different translation for the general public and the third one an adaptation for children. Following the translation process, a retrospective interview was conducted with the respective translator, in which he/she was asked to estimate the research effort necessary to translate the source text in accordance with the two briefs he/she had not dealt with before. The second hypothesis suggests that the students should be able to do so thanks to their academic training. The results can be summarised as follows: Different briefs result in a different number of lookups; however, the kinds of resources used stay mostly the same. Whereas bilingual online dictionaries are by far the most popular research tool, parallel texts are less important than expected. Also the second hypothesis could only be confirmed partly, as the participants? estimations regarding the research strategies of their colleagues did not always correspond to their actual way of proceeding.