Titelaufnahme

Titel
Die deutsche Kameralistik des 16. und 17. Jahrhunderts : Rechtsprechung des Reichskammergerichts / eingereicht von Heidemarie Kuttin
Verfasser/ VerfasserinKuttin, Heidemarie
Begutachter / BegutachterinWesener, Gunter
Erschienen2013
Umfang51 Bl. : Zsfassung (1 Bl.)
HochschulschriftGraz, Univ., Dipl.-Arb., 2013
SpracheDeutsch
DokumenttypDiplomarbeit
Schlagwörter (GND)Deutschland / Kameralismus / Rechtsprechung / Geschichte 1500-1700 / Deutschland / Kameralismus / Rechtsprechung / Geschichte 1500-1700 / Online-Publikation
URNurn:nbn:at:at-ubg:1-57186 Persistent Identifier (URN)
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Die deutsche Kameralistik des 16. und 17. Jahrhunderts [0.39 mb]
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Zusammenfassung (Deutsch)

Ziel dieser Arbeit ist es, einen Überblick über das Thema der Kameralistik zu geben und welcher Einfluß ihr in der Praxis der Rechtsprechung zu teil wurde.Unter Kameralistik versteht man die wissenschaftliche Bearbeitung und Veröffentlichung der Rechtsprechung des Reichskammergerichts, was Mitte des 16. Jahrhunderts durch Joachim Mynsinger von Frundeck, Assessor des Reichskammergerichts und später Kanzler von Braunschweig, zum ersten Mal der Fall war. Insbesondere die Bekanntgabe von Urteilen und ihrer Entscheidungsgründe war damals ein Tabu-Thema, vor allem auch deshalb, weil dies dem Gerichtspersonal durch Gesetz verboten war.Um die Situation der damaligen Zeit, im 16. und 17. Jahrhundert, in der Rechtswelt verständlicher zu machen, wird im ersten Kapitel näher auf das Reichskammergericht, seine Entstehung und innere Organisation, sowie die verschiedenen, bis 1654 ergangenen wichtigsten Reichskammergerichtsordnungen und Reichsabschiede eingegangen.Der Einfluß der Kameralistik auf die Praxis zeigte sich sowohl in der Zeit der Rezeption, als auch im Usus modernus Pandektarum. Die Rezeption war gekennzeichnet durch die Übernahme römisch-gemeinrechtlicher Normen und der Methoden der wissenschaftlichen BearbeitungDer "Usus modernus" war gekennzeichnet durch die Anpassung des Rechts an die sich verändernden wirtschaftlichen und sozialen Veränderungen. Durch die Lehren Conrings, erhielt das einheimische Recht eine Aufwertung, das infolge der Rezeption vermehrt in den Hintergrund gedrängt wurde.Großen Einfluß auf die Praxis übte die kameralistische Literatur als Voraussetzung zur präjudiziellen Rechtsbildung aus, und diente somit einer kontinuierlichen und vorhersehbaren Rechtsprechung. Denn die Kenntnis der Entscheidungsgründe stellte die Grundlage dar, um bei der Entscheidungsfindung in gleichgelagerten Fällen ein gleiches Urteil zu fällen. So diente die Kameralistik mit ihren Werken der Praxis als Orientierungshilfe in der Rechtsprechung.

Zusammenfassung (Englisch)

The aim of this work is to give an overview in the subject Kameralistik and which influence it had in the practice of the jurisdiction.Kameralistik means the scientific treatment and publication of the jurisdiction of the Reichskammergericht. In the middle of the 16th century, Joachim Mynsinger von Frundeck was the first, who published such edited decisions of the Reichskammergericht. Particularly at that time the announcement of judgments and its decisive factors was a taboo topic, because it was forbidden to the court staff by law.To get the situation across in the judiciary of the 16th und 17th century, the first chapter deals with the formation and the internal organization of the Reichskammergericht. Also the most important Reichskammergerichtsordnungen and Reichsabschiede until 1654 will be discussed.The influence of the Kameralistik to the practice appears in the Rezeption as well as in the Usus modernus Pandectarum. The Reception was marked by the takeover of civil law and their methods of scientific treatment; Wieacker called it "scientification" of the legal life. As a result of the publication of the jurisdiction by Kameralistik, this contributed for understanding and knowledge of the civil law in the whole empire.The "Usus modernus" was marked by adaption of the rights for the changing economic and social changes. By the theory of Conring, the local rights received an upgrading, which were increasingly pushed in the background by Rezeption. Already Gail demanded to ease requirements for german common rights in his work.