Titelaufnahme

Titel
... das bin doch ich, die handelt! : zur Verteidigung der Handlungsurheberschaft im Kontext der phänomenologisch-ökologischen Konzeption von Thomas Fuchs / vorgelegt von Ingrid Enge
Verfasser/ VerfasserinEnge, Ingrid
Begutachter / BegutachterinRinofner-Kreidl Sonja
Erschienen2013
Umfang136 Bl. : Zsfassung + 1 CD-ROM
HochschulschriftGraz, Univ., Dipl.-Arb., 2013
Anmerkung
Zsfassung in dt. und engl. Sprache
SpracheDeutsch
DokumenttypDiplomarbeit
Schlagwörter (GND)Naturalismus <Philosophie> / Handlungsfreiheit / Hirnforschung / Naturalismus <Philosophie> / Handlungsfreiheit / Hirnforschung / Online-Publikation
URNurn:nbn:at:at-ubg:1-56486 Persistent Identifier (URN)
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... das bin doch ich, die handelt! [0.81 mb]
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Zusammenfassung (Deutsch)

Es wird vor dem Hintergrund der Naturalismusdebatte untersucht, inwieweit mit der von Thomas Fuchs entwickelten phänomenologisch-ökologischen Konzeption des Gehirns verteidigt werden kann, dass uns als leiblichen Subjekten die Handlungsurheberschaft zuzuschreiben ist. Vertreter der reduktionistischen Strömung in der Hirnforschung erklären das Gehirn zum eigentlichen Subjekt. Wir würden uns zwar als bewusst erlebende und frei handelnde Subjekte erfahren, doch das seien nichts weiter als nachträglich durch das Gehirn erzeugte Illusionen. Die Arbeit beginnt mit einer komprimierten Darstellung der Geschichte der Hirnforschung. Der zweite Abschnitt widmet sich der Auseinandersetzung mit der phänomenologisch-ökologischen Konzeption des Gehirns. Es werden die Zusammenhänge zwischen Gehirn, Organismus und Umwelt nachvollzogen, die zu der Beschreibung des Gehirns als Beziehungsorgan führen. Die Zielsetzung des dritten Abschnittes ist die Klärung der Frage, ob die Illusionsthese plausibel ist, dass unser Gehirn das Subjekt des Handelns ist. Untersucht werden der Unterschied zwischen körperlichem Verhalten und Handlung, die leibliche Intentionalität, die Selbstwirksamkeit sowie die unterschiedlichen Perspektiven, die es im Zusammenhang mit dem Handeln zu erkennen gilt. Bei der Frage nach dem Zusammenhang zwischen menschlichem Handeln und dem Problem der Willens- bzw. Handlungsfreiheit wird auf klassische und moderne Freiheitstheorien Bezug genommen. Auf Basis der phänomenologisch-ökologischen Konzeption kann überzeugend argumentiert werden, dass wir als leibliche Subjekte diejenigen sind, denen die Handlungsurheberschaft zukommt. Abgesehen von dieser Grundthese lässt sich zeigen, dass die Zurückweisung der Illusionsthese auf einem unklaren Begriffsgebrauch beruht, sowie auf der Tendenz, naturwissenschaftliche Erkenntnisse mit metaphysischen Interpretationen zu vermengen und die Frage nach einer dem Untersuchungsgegenstand angemessenen Methode zu vernachlässigen.

Zusammenfassung (Englisch)

The diploma thesis investigates, against the background of the naturalism debate, the extent to which the phenomenological and ecological concept of the brain that was developed by Thomas Fuchs can be used to defend the assumption that the authorship of ideas is to be attributed to us, as bodily subjects. Exponents of the reductionism movement in brain research declare the brain as the actual subject. Whilst we experience ourselves namely as consciously experiencing and freely acting subjects, this is nothing more than illusions created subsequently by the brain. The work begins with a condensed description of the history of brain research. The second part is dedicated to a discussion of the phenomenological and ecological concept of the brain. In its portrayal, the connections between brain, organism and environment which lead to the description of the brain as the relationship organ are comprehended. The objective of the third part is to clarify whether the illusion thesis according to which our brain is the subject of acting is plausible. The difference between physical behaviour and action, bodily intentionality, self-effectiveness, as well as the various perspectives associated with the taking of action that must be recognized is investigated. As to the connection between human action and the problem of free will and freedom of action, reference is made to classical and modern freedom theories. Based on the phenomenological and ecological theory, a convincing argument can be made that we, as bodily subjects, rightly claim the authorship of our actions. Apart from this basic thesis, it can be shown that it is justified to reject the illusion thesis because of an unclear concept usage and a tendency to mix up natural scientific knowledge with metaphysical interpretations, on the one hand, and to neglect the question of an appropriate method, on the other hand.