Titelaufnahme

Titel
Bildproduzent Masse : Selbstdarstellung im Internet und ihre Auswirkung auf das fotografische Bild / vorgelegt von Ulrich Wagner
Verfasser/ VerfasserinWagner, Ulrich
Begutachter / BegutachterinEberlein, Johann Konrad
Erschienen2013
Umfang120 Bl. : Zsfassung (2 Bl.) + 1 CD-ROM ; Ill.
HochschulschriftGraz, Univ., Dipl.-Arb., 2014
Anmerkung
Zsfassung dt. und engl. Sprache
SpracheDeutsch
DokumenttypDiplomarbeit
Schlagwörter (GND)Selbstbildnis / Internet / Selbstbildnis / Internet / Online-Publikation
URNurn:nbn:at:at-ubg:1-56291 Persistent Identifier (URN)
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Bildproduzent Masse [7.13 mb]
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Zusammenfassung (Deutsch)

In der Kunstgeschichte kennen wir Selbstdarstellungen vor allem von Künstlern undführenden Mitgliedern der Gesellschaft in Form von Selbstbildnissen oder Biografien. In derGegenwart tritt erstmals eine breite Masse als Bildproduzent auf. "Ich-AGs" senden undproduzieren Unmengen von Lichtabdrücken von sich und füttern damit den virtuellen Raum,ohne sich über die Auswirkungen bewusst zu sein. Kritiklos ergeben sich viele diesem neuenKommunikationszwang, der sich immer mehr zu einer veritablen Sucht entwickelt. Imschlimmsten Fall kommt es zu einem Kontrollverlust und das eigene Abbild wirkt alsSchmähmittel auf den Dargestellten zurück. Bei genauerer Betrachtung steht diese digitaleMaschinerie in der Tradition historischer Vorbilder, denn auch früher gab es öffentlicheSelbstdarstellungsbühnen, in der eine Masse miteinander kommunizierte und sich darstellte.Auf römischen Grabbauten, oft schon zu Lebzeiten errichtet, feierte sich eine wohlhabendeSchicht. Seit jeher waren Wände und Fassaden, die sich nur selten, oder durch einentragischen Zufall wie in Pompeji und Herculaneum, erhalten haben, fester Bestandteil derAlltagskommunikation. Es gab schnell hingeritzte Graffitis, antikes "Twittern" sozusagen,und durchkomponierte, mit einem ästhetischen Anspruch versehene Fassadenmalerei. Einewahre Meisterschaft solcher verzierter Häuserfassaden begegnet uns in der süddeutschenFassadenmalerei. In der Heraldik fand von Anfang an ein interaktiver und aggressiverGebrauch auf fremden Wänden statt. Ein neuer physischer Raum für die Selbstdarstellung undKommunikation entstand in der Verbreitung von Büchern. Stammbücher, im Besonderen dieStudentenbücher, mit all ihren Trivialitäten sind die direkten Vorläufer heutiger sozialerNetzwerke. Der zentrale Punkt der Arbeit behandelt die Frage, inwieweit das digitale Bild mitseinen neuen Formen und Gebrauchsweisen mit der analogen Fototheorie noch zu erfassen ist.

Zusammenfassung (Englisch)

Self-expression is known to History of Art predominantly through artists and opinion leadersin society through self-portraits or biographies. In the present age the rank and file arises aspicture producers for the first time in history. "MePLCs" are sending out vast numbers ofluminous imprints feeding the virtual reality without awareness of its consequences.Uncritically, one surrenders to the compulsion of communication resulting in a growingveritable addiction. The loss of control is the worst case in which the self-image reflects assarcasm to the displayed person. Taking a closer look reveals that this digital machinery goeshand in hand with traditional ideals, meaning that back then public stages of self-expressiondid exist, its intention was the mass-communication and expression.Roman grave constructions, often built in one?s lifetime, served a social class of meanscelebrating themselves.Ever since walls and fronts of buildings, which lasted rarely or only via tragic coincidenceslike Pompeji and Herculaneum, were an integral part of everyday communication. There wereswiftly carved Graffiti?s, ancient "tweets" so to speak, as well as composed façade paintingswith an aesthetic aspiration. In southern German façade painting, we are facing truemasterpieces of ornate faces of buildings. During the Heraldic, we find an interactive andaggressive usage of other people?s walls. A physic space for self-display and communicationarises through the spreading of books. Family registers, in particular student books, with theirpettiness are the direct predecessors of contemporary social networks. The main part of thisthesis elaborates the question to what extent the digital image with its latest forms and usagescould be caught with analogue photo theory.