Titelaufnahme

Titel
Autobiographische Darstellungen von Identitätskrisen im Exil : Frederic Mortons und Ruth Klügers Suche nach Brücken in einer neuen Heimat / eingereicht von Dominik Hofmann-Wellenhof
Verfasser/ VerfasserinHofmann-Wellenhof, Dominik
Begutachter / BegutachterinRabelhofer, Bettina ; Hölbling, Walter
Erschienen2013
Umfang257 Bl. : 2 Zsfassungen + 1 CD-ROM
HochschulschriftGraz, Univ., Diss., 2013
Anmerkung
Zsfassung in dt. und engl. Sprache
SpracheDeutsch
Bibl. ReferenzOeBB
DokumenttypDissertation
Schlagwörter (GND)Klüger, Ruth <Weiter leben> / Morton, Frederic <Runaway waltz> / Identität <Motiv> / Klüger, Ruth <Weiter leben> / Morton, Frederic <Runaway waltz> / Identität <Motiv> / Online-Publikation
URNurn:nbn:at:at-ubg:1-55309 Persistent Identifier (URN)
Zugriffsbeschränkung
 Das Werk ist frei verfügbar
Dateien
Autobiographische Darstellungen von Identitätskrisen im Exil [0.93 mb]
Links
Nachweis
Klassifikation
Zusammenfassung (Deutsch)

In allen Autobiographien von jüdischen österreichischen Flüchtlingen vor, während und nach des Zweiten Weltkriegs spielt das Thema des Identitätsverlusts, der Heimat- und Rastlosigkeit und des inneren Wandels eine zentrale Rolle. Viele dieser AutobiographInnen verloren nicht nur Familienangehörige, sondern auch ihre österreichische Identität. Beispielsweise war ihre Muttersprache plötzlich auch die Sprache des Feindes. Einige exilierte Juden und Jüdinnen beschlossen daher, nicht mehr Deutsch zu sprechen. Andere waren gegenteiliger Ansicht und hingen an ihrer Muttersprache als oft letzten Besitz und letzten Teil ihrer österreichischen Identität.Meine Dissertation geht vorrangig der Frage nach, wie der/die jeweilige Autobiograph/in den Verlust seiner bzw. ihrer alten Identität und die Herausforderung der Identitätskonstruktion in Amerika literarisch verarbeitet. Welche narrativen Methoden kommen etwa zur Anwendung, welche Erlebnisse werden betont, welche Aspekte ausgespart? Als methodisches Grundgerüst für die Analyse der Fallbeispiele dient das theoretische Kapitel, welches die Termini "Identität" und "Autobiographie" definiert und abgrenzt.Zwei Autobiographien stehen im Zentrum meiner Analyse. Die erste ist Runaway Waltz von Frederic Morton, einem österreichischen Juden welcher vor dem Ausbruch des Krieges flüchten konnte. Die zweite Autobiographie ist Ruth Klügers weiter leben. Eine Jugend, welche vom (Über-) Leben der Autorin in verschiedenen Konzentrationslagern und ihrer Auswanderung in die USA nach Kriegsende erzählt. In meiner Dissertation zeige ich nicht nur die Identitätskrisen und deren schriftliche Verarbeitung in diesen Autobiographien auf, ich untersuche die Texte auch hinsichtlich innovativer Strukturmerkmale wie z.B. Selbstbezugnahmen in der 3. Person, Kommunikation auf einer Metaebene, etwa über den komplexen Prozess des Niederschreibens von Erinnerungen, fiktive Konversationen mit der impliziten Leserschaft oder Zeitsprünge.

Zusammenfassung (Englisch)

In all autobiographies of Austrian Jewish refugees before, during, or after World War II, the topic of undergoing a certain personal change, of destroyed or altered identity, and the notion of alienation, homesickness, and uprootedness plays an important role. Many of these autobiographers not only lost their family members to the Nazis, but also quite literally their Austrian identity. All of a sudden their mother tongue was the language of the enemy, for example.In my dissertation I focus on how the respective autobiographer processes the loss of his or her old identity and the challenges of finding a new one in America literarily. That is to say: Which literary methods does the autobiographer use, which aspects does he or she emphasize or accentuate, which does he or she omit. My dissertation is also comprised by a theoretic chapter which defines the terms "identity" and "autobiography" as a basic framework for the ensuing analysis of my case studies.Two autobiographies are the center of my analysis. The first one is Runaway Waltz by Frederic Morton, an Austrian Jew who managed to escape before the outbreak of the war. The second autobiography is Ruth Klüger's weiter leben. Eine Jugend which describes the autobiographer's survival in different concentration camps and her life after the war in the US. In my dissertation I not only point out which problems and identity crises the authors expand on, I mostly analyze the literary means they use to do so. My literary analysis also turns its attention to the autobiographer's use of innovative methods, such as referring to himself or herself in the third person, communicating on a meta-level about the difficult process of writing down memories, stressing the fact that these memories are prone to falsification, engaging the reader in a fictitious conversation, or jumping back and forth in time.