Titelaufnahme

Titel
Interaktionen von Reisenden im halb-öffentlichen Raum des Zugabteils / vorgelegt von Susanne Lindner
Verfasser/ VerfasserinLindner, Susanne
Begutachter / BegutachterinRolshoven Johanna
Erschienen2013
UmfangV, 111 Bl. : Zsfassung + 1 CD-ROM
HochschulschriftGraz, Univ., Masterarb., 2013
Anmerkung
Zsfassung in dt. und engl. Sprache
SpracheDeutsch
DokumenttypMasterarbeit
Schlagwörter (GND)Eisenbahnreise / Kommunikation / Sozialraum / Eisenbahnreise / Kommunikation / Sozialraum / Online-Publikation
URNurn:nbn:at:at-ubg:1-55013 Persistent Identifier (URN)
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Interaktionen von Reisenden im halb-öffentlichen Raum des Zugabteils [0.49 mb]
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Zusammenfassung (Deutsch)

Die Eisenbahn, die wichtigste Innovation des 19. Jahrhunderts, hat nicht nur die industrielle Revolution angetrieben, sondern auch alltägliche Erfahrungsräume und politische Landkarten nachhaltig verändert. Diese Masterarbeit behandelt die Forschungsfragen: "Wie wird das Zugabteil von seinen BenutzerInnen als mobiler Raum konstruiert bzw. angeeignet?" und "Wie verhalten sich Zugreisende im begrenzten, bewegten Raum des Abteils?"Wie kann man diesen mobilen Raum, der ständig hin- und herfährt und dessen Publikum sich laufend verändert, untersuchen? Mit Hilfe der teilnehmenden Beobachtung sowie mit informellen Gesprächen mit Reisenden während der Zugfahrten werden dazu Antworten gesucht. Es ist vor allem die Flüchtigkeit und der temporäre Aufenthalt im Zugabteil der Reisenden, welche die Mobilität des Zuges unterstreicht. Die Reisenden entwickeln Strategien und Routinen, um den Aufenthalt im Zugabteil zu überbrücken und machen ihn dadurch zu einem sozialen Raum. Für einen bestimmten Zeitabschnitt wird das Abteil als Wohnzimmer, Arbeitszimmer, Café oder Schlafstätte umfunktioniert. Reisende markieren ihr Territorium mit Jacken, Taschen oder ihren Beinen. Somit schaffen sie Distanz zu ihren Mitreisenden. Diese Abgrenzungen werden zusätzlich mit Blicken oder akustischen Barrieren, z.B. Musik hören oder telefonieren, errichtet. Einerseits suchen Reisende Distanz zu ihren Mitreisenden, anderseits haben sie das Bedürfnis, Nähe in Gesprächen zu suchen. In der Unpersönlichkeit des Zugabteils spüren sie Anonymität gewährleistet.Der Raum wird durch Interaktionen zwischen den sich Bewegenden, vor allem durch Verhandeln mittels spezifischer Kommunikationsformen geprägt. Im Falle dieser Forschungsarbeit im Zugabteil wird die in der teilnehmenden Beobachtung verankerte Dominanz des Schauens um die Dimensionen des Hörens, Riechens und auch des Tastens erweitert. Das Abteil wird als temporär geteilter Lebens- und Erfahrungsraum untersucht und erfahren.

Zusammenfassung (Englisch)

The railway, the main innovation of the 19th century, has not only prompted the industrial revolution, but also sustainably changed the everyday space and political maps. This master thesis addresses the following research questions: "How is the train compartment constructed or acquired by its users as a mobile space?" and "How are passengers behaving in the limited, mobile space of the compartment?"How can this mobile space, that constantly travels back and forth and whose audience is continuously changing, be researched? With the help of participant observation as well as informal conversations with travelers during train journeys answers are being found. It is mainly the volatility and temporary stay of travelers in the train compartment, which emphasizes the mobility of the train. The travelers develop strategies and routines to bridge the stay in the train compartment and thereby make it a social space. For a certain period of time, the compartment is transformed into a living room, an office, a cafe or a place to sleep. Travelers mark their territory with their jackets, bags or their legs. Thus, they create distance from their fellow travelers. These boundaries are additionally being established with looks or sound barriers, e.g. listening to music or talking on their mobile. On the one hand travelers search distance from their fellow travelers, on the other hand they look for closeness in conversations. They feel anonymity assured within the impersonality of the train compartment.The space is influenced by the interactions between the travelers, primarily through the negotiation by means of specific forms of communication. In the case of this research in the railway compartment, the dominance of observing is broadened by the dimensions of hearing, smell and touch. The compartment is examined and experienced as a temporary shared life and learning space.