Titelaufnahme

Titel
"Vom Flußschwamm zur Bodjaga und vom Haushofmeister zum Moshedom" : zwei Übersetzungen von Iwan Gontscharows Oblomow im Vergleich / vorgelegt von Christine Fritzenwallner
Verfasser/ VerfasserinFritzenwallner, Christine
Begutachter / BegutachterinHebenstreit, Gernot
Erschienen2013
Umfang109 Bl. : Zsfassung (2 Bl.) + CD-ROM ; graph. Darst.
HochschulschriftGraz, Univ., Masterarb., 2013
Anmerkung
Zsfassung in dt. und engl. Sprache
SpracheDeutsch
DokumenttypMasterarbeit
Schlagwörter (GND)Gončarov, Ivan A. <Oblomov> / Übersetzung / Deutsch / Geschichte 1923-2012 / Gončarov, Ivan A. <Oblomov> / Übersetzung / Deutsch / Geschichte 1923-2012 / Online-Publikation
URNurn:nbn:at:at-ubg:1-46710 Persistent Identifier (URN)
Zugriffsbeschränkung
 Das Werk ist frei verfügbar
Dateien
"Vom Flußschwamm zur Bodjaga und vom Haushofmeister zum Moshedom" [1 mb]
Links
Nachweis
Klassifikation
Zusammenfassung (Deutsch)

Diese Masterarbeit befasst sich mit dem russischen Roman Oblomow (1859/2012) und zwei seiner deutschen Übersetzungen. Konkret handelt es sich um die Übersetzung von Hermann Röhl, die 1923 publiziert wurde und die Übersetzung von Vera Bischitzky, die 2012 erschien. Der Fokus der Untersuchung liegt auf der Übertragung der sprachlichen und kulturspezifischen Elemente sowie auf der Darstellung der Charaktere in beiden Übersetzungen. Aufbauend auf der in der Translationswissenschaft bekannten Retranslation Hypothesis wird davon ausgegangen, dass sich die jüngere Übersetzung von Vera Bischitzky stärker am Ausgangstext und an der Ausgangskultur orientiert und einen höheren Fremdheitsgehalt aufweist als die ältere Übersetzung von Hermann Röhl. Deshalb wird angenommen, dass Vera Bischitzky die Kulturspezifika tendenziell verfremdend übertragen hat und sie versucht hat, dem deutschsprachigen Lesepublikum die russische Kultur näherzubringen sowie die Besonderheiten des russischen Originals zu bewahren und die Charaktere möglichst originalgetreu darzustellen. Im Gegensatz dazu wird davon ausgegangen, dass Hermann Röhl die Kulturspezifika tendenziell domestizierend übersetzt hat und mit seinen Lösungen kaum auf die russische Lebenswelt verweist. Es wird vermutet, dass für ihn die Wiedergabe des Inhalts wichtiger war als die Beibehaltung der Eigenheiten des russischen Originals und er infolgedessen auch bei der Darstellung einiger Charaktere vom russischen Ausgangstext abgewichen ist. Zur Überprüfung der oben dargelegten Hypothese wurden die Übersetzungsstrategien von Andrew Chesterman und Javier Franco Aixelá herangezogen. Die Textanalyse zeigte, dass die Hypothese in fast allen Punkten bestätigt werden konnte. Lediglich die Annahme, dass Hermann Röhl sich für eine tendenziell domestizierende Übersetzungsweise der Kulturspezifika entschieden hat und mit seinen Varianten kaum den Russland-Bezug aufrechterhielt, ließ sich nicht eindeutig verifizieren.

Zusammenfassung (Englisch)

This master thesis deals with the Russian novel Oblomov (1859/2012) and two of its German translations. Specifically, it deals with the translation by Hermann Röhl, which was published in 1923, and the translation by Vera Bischitzky, which appeared in 2012. This paper will focus on how the linguistic and culture-specific elements of the source text are transferred into the two target texts, and how the characters are portrayed in both translations. Building on the well-known Retranslation Hypothesis in Translation Studies, it is assumed that the newer translation by Vera Bischitzky stays closer to the source text and culture, and possesses a greater degree of foreignness than does the older translation by Hermann Röhl. It is therefore assumed that Vera Bischitzky translated the culture-specific elements in a tendentially foreignizing way and tried to familiarise the German speaking audience with the Russian culture. It is hypothesised that she intended to preserve the peculiarities of the Russian original and represent the characters as faithfully as possible. In contrast, it is supposed that Hermann Röhl translated the culture-specific elements in a tendentially domesticating way and that, with his solutions, he rarely refers to the Russian culture. It is believed that for him, the reproduction of the content was more important than maintaining the peculiarities of the Russian original, and that, consequently, he also deviated from the Russian source text when representing some of the characters. To test the hypothesis outlined above, the translation strategies of Andrew Chesterman and Javier Franco Aixelá were used. The text analysis showed that the hypothesis was confirmed in almost all respects. The only assumption which could not be verified explicitly was that Hermann Röhl had decided for a tendentially domesticating way of translating the culture-specific elements and that, with his choices, he hardly ever maintained the Russian connection.