Titelaufnahme

Titel
Dolmetschen für Kinder und Jugendliche : eine deskriptive Studie zum Rollenverständnis der Dolmetschenden / vorgelegt von Ira Ahmetović
Verfasser/ VerfasserinAhmetović, Ira
Begutachter / BegutachterinGrbic, Nadja
Erschienen2013
Umfang122 Bl. : 2 Zsfassungen
HochschulschriftGraz, Univ., Masterarb., 2013
Anmerkung
Zsfassung in dt. und engl. Sprache
SpracheDeutsch
DokumenttypMasterarbeit
Schlagwörter (GND)Kind / Jugend / Dolmetschen / Kind / Jugend / Dolmetschen / Online-Publikation
URNurn:nbn:at:at-ubg:1-54249 Persistent Identifier (URN)
Zugriffsbeschränkung
 Das Werk ist frei verfügbar
Dateien
Dolmetschen für Kinder und Jugendliche [0.39 mb]
Links
Nachweis
Klassifikation
Zusammenfassung (Deutsch)

Die vorliegende Masterarbeit befasst sich mit dem Rollenverständnis von DolmetscherInnen bei Einsätzen für Kinder und Jugendliche. Den Ausgangspunkt der Arbeit bildete die Annahme, dass DolmetscherInnen ihr Rollenverständnis an jüngere RezipientInnen anpassen, indem sie versuchen, Vertrauen zu ihnen aufzubauen, um Kommunikation zu ermöglichen und auch verbale und nonverbale Anpassungen vornehmen, um das Verständnis zu erhöhen. Da sich derartige Dolmetscheinsätze in kommunalen Einsatzbereichen vollziehen, wurde zunächst das komplexe Feld des Community Interpreting beleuchtet. Anschließend wurde gezeigt, dass Kinder und Jugendliche bislang in der Dolmetschwissenschaft nicht in der Rolle der RezipientInnen untersucht worden sind. Um diese Lücke zu schließen, wurden im Rahmen dieser Arbeit leitfadengestützte ExpertInneninterviews mit Dolmetschenden geführt, die mit Kindern und Jugendlichen arbeiten. Auf Basis des Rollenmodells von Goffman sowie Rollenmodellen aus der Translationswissenschaft und mit Hilfe der von Gläser und Laudel abgewandelten qualitativen Inhaltsanalyse wurden diese Interviews ausgewertet. Die Ergebnisse der Studie bestätigten die anfängliche Hypothese, zumal gezeigt werden konnte, dass ein emotionalerer Zugang zu jungen KundInnen, der das (Dolmetsch)Verhalten maßgeblich beeinflusst, Teil der typischen Rolle ist. Ebenso wurden die typischen Rollen der HelferInnen und BeschützerInnen identifiziert, die sich durch eine vereinfachte Sprache oder die Kooperation mit InstitutionsvertreterInnen manifestieren. Es kristallisierte sich heraus, dass Vertrauen eine Schlüsselrolle in der Arbeit für diese Zielgruppe zukommt, da zahlreiche Strategien der Dolmetschenden darauf abzielen, dieses aufzubauen. Ferner wurde deutlich, dass die Sonderrolle der Unperson zwar internalisiert worden zu sein schien, die befragten ExpertInnen sich jedoch nicht von Normen einschränken lassen und mangels bestehender Rollenbilder diese situationsgerecht für sich selbst definieren.

Zusammenfassung (Englisch)

This master thesis deals with the role perception of interpreters working for children and young adults. Its starting point is the assumption that interpreters adapt their role behaviour to younger recipients by trying to develop a relationship with them in order to facilitate communication. Furthermore, it is assumed that interpreters make verbal and nonverbal adjustments to enhance their clients? comprehension. As the interpreting done for children is embedded in the complex field of community interpreting, this branch is discussed in detail. Subsequently, this thesis highlights the fact that children and adolescents as recipients of interpretations have not yet been the object of research in interpreting studies. In order to fill this gap, semi-structured expert interviews are conducted with interpreters who work with children and adolescents. The empirical study is based on Goffman's role model as well as on role models from translation studies. Data analysis is then performed using the qualitative content analysis as proposed by Gläser and Laudel. The results of the study thus confirm the initial hypothesis and reveal that the establishment of an emotional connection with young clients is part of the typical role of interpreters and strongly guides their professional behaviour. Similarly, the typical roles of helpers and protectors were identified, which become manifest in the use of a simplified language or the cooperation with officials. It became apparent that trust is a key element when it comes to interpreting for minors, as numerous of the respondents? strategies aim at building trust and establishing a rapport to young clients. It also became clear that the interviewees seem to have indeed internalized the discrepant role of the non-person. However, they do not confine themselves to prescribed norms but "for lack of existing standards" rather tend to define their own role perception according to the specific working situations.