Titelaufnahme

Titel
Wie aus Marburgern 'Slowenen' und 'Deutsche' wurden : ein Beispiel zum Beginn der nationalen Differenzierung in Zentraleuropa zwischen 1848 und 1861 / vorgelegt von Karin Almasy
Verfasser/ VerfasserinAlmasy, Karin In der Gemeinsamen Normdatei der DNB nachschlagen
Begutachter / BegutachterinPromitzer Christian
Erschienen2013
Umfang168 Bl. : 2 Zsfassungen + 1 CD-ROM
HochschulschriftGraz, Univ., Masterarb., 2013
Anmerkung
Zsfassung in dt. und engl. Sprache
SpracheDeutsch
DokumenttypMasterarbeit
Schlagwörter (GND)Mitteleuropa / Nationalismus / Geschichte 1848-1861 / Mitteleuropa / Nationalismus / Geschichte 1848-1861 / Online-Publikation
URNurn:nbn:at:at-ubg:1-54095 Persistent Identifier (URN)
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Wie aus Marburgern 'Slowenen' und 'Deutsche' wurden [2.96 mb]
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Zusammenfassung (Deutsch)

Die vorliegende Masterarbeit versucht die zarten Beginne der nationalen Differenzierung und die Entstehung nationaler Identifikationskategorien in einer kohabitierenden und kollaborierenden Bevölkerung anhand des lokalen Beispiels der Stadt Maribor/Marburg ? einer ?deutschen Insel? im slowenischen Umland ? für den frühen Zeitraum 1848 bis 1861 nachzuzeichnen. Während die letzten Jahrzehnte der Habsburger Monarchie stark von der so genannten ?Nationalitätenfrage? geprägt sind, formiert sie sich im Revolutionsjahr 1848 überhaupt erst erstmals. Die Marburger Bürger formieren sich in einer Nationalgarde und um die Frage der Flagggenfahne kommen zwar erstmals nationale Fragen aufs Tapet, vorherrschend geht es allerdings um soziale und politische Fragen. In der Zeit des Neoabsolutismus spielen nationale Fragestellungen scheinbar keine Rolle. Gerade im Falle der slowenischen Nationalbewegung konzentriert sich die nationalpolitische Agenda auf sprachpolitische Forderungen, d. h. liegt ein Fokus auf dem Marburger Schulwesen und besonders dem k. k. Gymnasium, da die Frage nach höherer Schulbildung für Nationalbewegungen essentiell ist. Wichtiger Akteur war dabei die Kirche, die seit dem Konkordat 1855 die Oberaufsicht über die Schulen inne hatte; bedeutendes Ereignis war außerdem die Bischofsitzverlegung der Diözese Lavant 1859 nach Marburg. Unversöhnliche, verfestigte nationale Blöcke, gar ?Nationalitätenkämpfe? gab es im Betrachtungszeitraum in Marburg noch keine, die regionale steirische Identität bot noch genügend Kohäsionskraft. Deutschnationalistische Agitation, ?Besitzstandsicherung? gab es noch keine, die slowenische Nationalbewegung steckt erst in den Kinderschuhen. Deutsche Sprache und Kultur nahmen im öffentlichen Leben Marburgs unbestritten die Vormachtstellung ein; das slowenische Element war zweifellos in einer schwächeren und unterlegenen Position. Quellengestützt ist die Arbeit durch Archivmaterial, Erinnerungsliteratur und Printmedien.

Zusammenfassung (Englisch)

This master thesis aims to portray the early beginnings of the national differentiation and the emergence of national categories of identity in a cohabitating and collaborating population during the period between 1848 and 1861. The local example of Maribor / Marburg, which was considered a German island within a Slovene surrounding, will be discussed. Although the last decades of the Habsburg monarchy were characterized by questions of nationality it was only in 1848 that this issue first appeared. The citizens of Marburg established a National Guard and with this came the issue of which flag colors to use, thereby raising the question of nationality. However, the revolutionary year 1848 was mainly shaped by social issues and political demands. In the era of Neoabsolutism, national questions seemed to play no role at all. Small national movements in particular, such as the Slovene one, tended to organize their political agendas around demands related to language policy. Therefore one main focus is on the school system in Marburg, and especially on the k. k. Gymnasium, because the issue of higher education is crucial to any national movement. One of the key players at this time was the Church, which had supervised the schools ever since the Concordat in 1855. Furthermore, with the transfer of the seat of the Lavant bishopric to Marburg in 1859, the spotlight shifted to Marburg. Between 1848 and 1861 there were no irreconcilable national differences, nor nationality conflicts or struggles; the common regional Styrian identity was still a strong cohesive force. German national agitation or Besitzstandsicherung didn?t exist yet, and the Slovene national movement was still in a very early stage of development. However, German language and culture was unquestionably primary in the public life of Marburg, while the Slovene element was in a weaker and inferior position. The thesis? findings are based on archival material, remembrance literature and print media.