Titelaufnahme

Titel
"Gewalt im Namen der Ehre" und "Zwangsheirat" in Österreich. Der Diskurs zwischen Marginalisierung und Polarisierung / vorgelegt von Christina Rosina Kraker-Kölbl
Verfasser/ VerfasserinKraker-Kölbl, Christina Rosina
Begutachter / BegutachterinPrettenthaler-Ziegerhofer Anita
Erschienen2013
Umfang123 Bl. : graph. Darst.
HochschulschriftGraz, Univ., Masterarb., 2013
SpracheDeutsch
DokumenttypMasterarbeit
Schlagwörter (GND)Österreich / Zwangsheirat / Österreich / Zwangsheirat / Online-Publikation
URNurn:nbn:at:at-ubg:1-54060 Persistent Identifier (URN)
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"Gewalt im Namen der Ehre" und "Zwangsheirat" in Österreich. Der Diskurs zwischen Marginalisierung und Polarisierung [1.21 mb]
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Zusammenfassung (Deutsch)

Die Masterarbeit untersucht die Phänomene "Gewalt im Namen der Ehre" und "Zwangsheirat" aus einer genderspezifischen und intersektionellen Perspektive. Die Themenstellungen sind noch junge Forschungsschwerpunkte, die aufgrund des Interesses der Politik und der Medien eine rasante Aufwertung erfuhren. "Kulturbasierende Gewalt" ist eng mit der Geschlechterfrage sowie verschiedenen Formen von Machtbeziehungen verbunden und als Form von "Gewalt im sozialen Nahraum" zu verstehen. Zwangssituationen im Zusammenhang mit Partnerschaft, Heirat, Trennung oder Scheidung produzieren oder reproduzieren Ungleichheiten zwischen den Geschlechtern, sei es zwischen Männern und Frauen aber auch innerhalb von Familien. Auch der Blick auf die "strukturelle Gewalt" ist essentiell, da staatliche Institutionen Ausschluss und Benachteiligung mitverantworten und asymmetrische, geschlechtsspezifische Herrschaftsverhältnisse festigen. Ein eigenes Kapitel widmet sich den Begrifflichkeiten, um den Terminus "Gewalt im Namen der Ehre" in den Kontext von international gebräuchlichen Gewaltdefinitionen einzubetten. Das darauf folgende Kapitel stellt zentral den Ehrbegriff und das anthropologische "Ehre-Scham-Konzept" in den Mittelpunkt. Bedeutend ist die Frage nach der öffentlichen Bewertung von sozialem (Fehl)Verhalten im Herkunfts- oder Migrationskontext. Unter Einbeziehung der straf- und fremdenrechtlichen österreichischen Gesetzesbestimmungen werden die Formen, Motive und Ursachen von "Zwangsheirat" und "Zwangsehe" dargestellt sowie Unterstützungsangebote für Betroffene. Die Frage nach dem Diskurs über "Gewalt im Namen der Ehre" und "Zwangsheirat" in Österreich wird im Kontext der "Multikulturalismusdebatte" erörtert und zeigt die Gratwanderung in der konkreten Praxis der Gewaltschutzarbeit: Die Wertschätzung kultureller Vielfalt ist keine Entschuldigung für die Toleranz von Menschenrechtsverletzungen in Form von frauenverachtenden kulturellen und traditionell motivierten Praktiken.

Zusammenfassung (Englisch)

This master?s thesis explores "Honour Based Violence" and "Forced Marriage" from a gender-specific and intersectional perspective. These phenomena have only recently attracted interest also in research, but given the interest of politics and the media, attention to these phenomena has rapidly increased. "Harmful Traditional Practices" are strongly related to gender and various forms of power relationships and are understood as a form of "Domestic Violence". The use of force in connection with partnerships, marriage, breakup or divorce produces or reproduces gender inequalities between men and women but also within families. It is essential to take structural violence into account because governmental institutions contribute to and are responsible for the establishment of asymmetrical gender-specific power relationships. Therefore one chapter is devoted to terminological issues and puts the term "Honour Based Violence" Into the context of common international definitions of violence. The following chapter deals with the notion of "Family Honour" and the anthropological notion of honour and shame. Importantly, it is explored how social (mis)conduct is assessed in public against the background of provenance and migration. The forms, reasons for and causes of "Forced Marriage" and support offered to victims are discussed in view of the legal provisions of Austrian criminal law and law relating to immigrants. The public discourse related to "Honour Based Violence" and "Forced Marriage" in Austria is discussed in the context of the public discourse on multiculturalism. This discourse illustrates the ambivalent nature of work in the field of violence prevention: The appreciation of cultural diversity is no excuse for the violation of human rights in the form of misogynic "Harmful Traditonal Practices".