Titelaufnahme

Titel
Die Stellung von Literatur und Kultur in der Identitätsbildung ehemaliger KZ-Häftlinge / vorgelegt von: Heike Wagner
Verfasser/ VerfasserinWagner, Heike
Begutachter / BegutachterinKnaller Susanne
Erschienen2013
Umfang101 Bl. : Zsfassung + 1 CD-ROM
HochschulschriftGraz, Univ., Dipl.-Arb., 2013
Anmerkung
Zsfassung in dt. und engl. Sprache
SpracheDeutsch
DokumenttypDiplomarbeit
Schlagwörter (GND)Drittes Reich / Konzentrationslager / Aphasie / Geschichte 1939-1945 / Drittes Reich / Konzentrationslager / Aphasie / Online-Publikation
URNurn:nbn:at:at-ubg:1-53979 Persistent Identifier (URN)
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Die Stellung von Literatur und Kultur in der Identitätsbildung ehemaliger KZ-Häftlinge [4.43 mb]
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Zusammenfassung (Deutsch)

Das Ziel dieser Arbeit ist es, die Beziehung zwischen dem Sprachverlust und dem Verlust des Mensch-Seins in ehemaligen KZ-Häftlingen während des Zweiten Weltkrieges aufzuzeigen und den positiven oder gar heilenden Effekt, den Literatur auf manche hatte, zu analysieren. Unter den schrecklichen Umständen unmenschlicher Behandlung und eines Sprachgewirrs, welches als "babelische Sprachverwirrung" bezeichnet werden kann, identifizierten die Häftlinge immer mehr nicht-menschliche Eigenschaften in sich. Einigen Holocaust-Überlebenden gelang es aber, unter verbesserten Lebensbedingungen durch literarische und kulturelle Aktivitäten wie Rezitation, Aufführung und/oder Schreiben von Gedichten und Theaterstücken wieder zu ihrer menschlichen Identität zurückzufinden. Viele Zeitzeugen entschlossen sich dazu, über die Gräueltaten und Verbrechen, welche sie während ihrer Gefangenschaft erlebt hatten, Zeugnis abzulegen. Einige fanden im Schreiben autobiografischer Berichte und Essays einen Weg, ihre Erinnerungen zu verarbeiten. Verglichen mit nicht deutschsprachigen europäischen Juden war die Situation deutscher und österreichischer Juden noch komplizierter. Viele deutschsprachige Opfer des Dritten Reiches konnten sich nach dem Krieg nicht mehr mit ihrer alten Heimat, Sprache, Kultur und Literatur identifizieren und wollten ihren Heimatländern den am deutsch-jüdischen Volk begangenen Verrat auch nicht verzeihen

Zusammenfassung (Englisch)

The scope of this thesis is to describe the strong connection between the loss of language and the loss of one?s self-understanding as a human being as seen in Concentration Camp prisoners during the Second World War and to show how literature had a positive or even curing effect. The terrible conditions, inhuman treatment and linguistic diversity in these facilities (which could be termed a "babelic language confusion") caused prisoners to increasingly identify with non-human traits. However, some Holocaust-survivors managed to reconnect to their human identities through literary and cultural activities such as recitation, performing and/or production of poems and dramas as soon as they were capable of improving their basic human needs. Many survivors testified to the iniquity and against crimes witnessed during their imprisonment and found ways to cope with their memories through autobiographical reports and essays. Compared to other European Jews the situation for German and Austrian Jews was, however, even more complicated. Many German-speaking victims of the Third Reich could no longer identify with their former home-countries' language, culture and literature and were not able to forgive their countries' betrayal towards the Jewish population.