Titelaufnahme

Titel
Die Regulierung der Humanforschung im Lichte der Forschungsfreiheit / vorgelegt von: Rene Tauchhammer
Verfasser/ VerfasserinTauchhammer, Rene
Begutachter / BegutachterinPöschl Magdalena
Erschienen2013
UmfangIX, 87 Bl. : Zsfassung
HochschulschriftGraz, Univ., Dipl.-Arb., 2013
SpracheDeutsch
DokumenttypDiplomarbeit
Schlagwörter (GND)Österreich / Forschungsfreiheit / Medizin / Recht / Österreich / Forschungsfreiheit / Medizin / Recht / Online-Publikation
URNurn:nbn:at:at-ubg:1-53482 Persistent Identifier (URN)
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Die Regulierung der Humanforschung im Lichte der Forschungsfreiheit [0.81 mb]
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Zusammenfassung (Deutsch)

Forschung ist das Um und Auf für den Fortschritt einer modernen Gesellschaft. Aber nicht nur technische Weiterentwicklungen haben unser Leben vereinfacht, sondern auch medizinische.So verdanken wir der medizinischen Forschung beispielsweise die Steigerung der durchschnittlichen Lebenserwartung, die Heilung von bisher unheilbaren Krankheiten und die Effizienzsteigerung der Fortpflanzung. Doch für die Erreichung durchaus legitimer Ziele werden zunehmend ethische Grenzen überschritten, wie Kritiker immer wieder betonen. So werden die elementaren Probandenrechte bewusst missachtet, oder die daraus resultierenden Forschungsergebnisse für militärische Zwecke eingesetzt.Da ethische Grenzen sich aber nicht wirklich für die Hintanhaltung von Missbrauch eignen, ist hier der Gesetzgeber gefordert, moralische Vorstellungen in formelles Gesetzesrecht zu transferieren, sofern diese im Einklang mit den Grundrechten stehen. Dass dies nicht allzu leicht fällt haben prominente Beispiele wie das Fortpflanzungsmedizingesetz, das Tierversuchsgesetz, das Arzneimittel- und Medizinproduktegesetz, das Gentechnikgesetz, das Kranken- und Kuranstaltengesetz und das Universitätsgesetz 2002 eindrucksvoll bewiesen. Auf der einen Seite muss der Gesetzgeber die einbezogenen Personen ausreichend vor unangemessenen Belastungen schützen, auf der anderen darf er aber das Grundrecht auf Forschungsfreiheit (Art 17 StGG) nicht antasten.Diesen Drahtseilakt hat er bisher zu vermeiden versucht, indem er vieles ungeregelt und damit offen für juristische Interpretation ließ. Eine Nicht-Regelung ist aber aus rechtstaatlicher Sicht unannehmbar, sodass der Autor für eine Gesamtkodifikation, auch unter Miteinbeziehung der Biomedizinkonvention des Europarates, eintritt. Dies bedeutet, dass bestehende Regelungen zu einer universellen Forschungsnorm zusammengeführt ? bisher ungeregelte Bereiche in diese aufgenommen ? und derzeit rechtswidrige Passagen (vor allem im FMedG) beseitigt werden sollten.

Zusammenfassung (Englisch)

Research is the foundation for progress of modern society. Not only technical development has simplified everyday life, but also medical one.The increase of the average life expectancy, the curability of so far lethal diseases and the increasing efficiency of reproductive medicine are just examples for the fruitful results of medical research.Critics state, that an attainment of these unquestionably justified goals, inevitably requires to exceed the bounds of morality. For example, the rights of subjects are consciously flouted and results are abused for military purposes. Our current system favors abuse, as ethics only serves as a voluntary guideline. Therefore, the legislator is due to lay down moral values by law, unless it contradicts fundamental human right.Well-known examples like the medical reproduction act, animal experiment act, the pharmaceutical product and medical device act, the genetic engineering act, medical institution act and finally the universities act 2002 show, that this is definitely not an easy task. On the one hand, the legislator has to protect affected subjects from unreasonable hardships, on the other hand he is supposed to maintain the fundamental law of freedom of research (Art 17 StGG). So far, much has been unregulated and therefore open for juridical interpretation.A lack of legal regulation, however, is not acceptable in a state founded on the rule of law. Therefore the author pleads for a complete codification with special regard to the convention on human rights and biomedicine, as it is laid down by the Council of Europe.This means to create a universal research norm, including existing rules as well as so-far unregulated areas, plus to extinguish so-far unlawful passages (see FMedG).