Titelaufnahme

Titel
Krankheit und Gesellschaft : Sichtweisen von Wahnsinn in der Literatur der 1970er Jahre / vorgelegt von Jürgen Pock
Verfasser/ VerfasserinPock, Jürgen
Begutachter / BegutachterinHöfler Günther
Erschienen2013
Umfang101 Bl. : Zsfassung
HochschulschriftGraz, Univ., Masterarb., 2013
Anmerkung
Zsfassung dt. und engl. Sprache
SpracheDeutsch
DokumenttypMasterarbeit
Schlagwörter (GND)Deutsch / Literatur / Wahnsinn <Motiv> / Deutsch / Literatur / Wahnsinn <Motiv> / Online-Publikation
URNurn:nbn:at:at-ubg:1-53327 Persistent Identifier (URN)
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Krankheit und Gesellschaft [0.66 mb]
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Zusammenfassung (Deutsch)

Der Wahnsinn als psychische Krankheit etabliert sich innerhalb der deutschsprachigen Literatur in den 1970er Jahren als breit rezipiertes Thema. Eine Vielzahl an subjektiven Selbstdarstellungen zeigt das Verhältnis zwischen emotionaler Armut und repressiver Gesellschaft. Die vorliegende Arbeit soll den Zusammenhang zwischen der als autoritär empfundenen Öffentlichkeit und dem deformierten Innenleben der betroffenen Schriftsteller vor dem Hintergrund ihres literarischen Schaffens erörtern. Die sowohl weniger versierten als auch renommierten Autoren der genannten Zeit dienen repräsentativ als Beispiele einer literarischen Generation. Aufgrund der vielfältigen gesellschaftlichen Zwänge flüchten sich die Leidtragenden in den Wahnsinn und gehen zum Teil daran zugrunde. Der theoretische Teil bietet im ersten Schritt einen Überblick über die Entwicklung des Umgangs mit der Erkrankung der Seele von der Renaissance bis zur Neuzeit. Die Grundlage hierfür bilden die Werke von Michel Foucault und Klaus Dörner. Diese gegen Ende der 60er Jahre breit diskutierten Publikationen fungieren als Basis, um auf die Diskontinuität in der Betreuung von Patienten mit seelischen Defiziten hinzuweisen. Ausgehend von der deutschsprachigen Diskussion um den Wahnsinn wird der postulierte Hunger nach Leben und die Desorientierung in den 70ern nachgezeichnet. Im zweiten Abschnitt dieser Untersuchung werden Werke von sechs deutschsprachigen Autoren interpretiert, welche die Phrenesie als Resultat der unterdrückenden Gesellschaft aufzeigen und dabei ihre individuelle Leidensgeschichte in den Mittelpunkt rücken. Die Schriften, welche allesamt autobiografischen Charakter aufweisen, bringen den reziproken Einfluss von psychischer Konstitution, repressivem System und dem meist unwiderruflichen Fluchtversuch in den Wahnsinn als persönlichen Freiheitsschritt näher.

Zusammenfassung (Englisch)

Insanity as a psychological problem established itself as a widely discussed topic in German literature in the 1970s. A great number of subjective self-portraits display the relation between emotional poverty and repression in society. The present Master?s thesis seeks to discuss the interdependency of the authoritarian society and the distorted insides of the affected authors against the background of their literary production. Both less experienced and renowned authors of the mentioned era are representative for a literary generation that, due to societal restraints, plunge into madness and very often collapse as a final consequence. In the first place, the theoretical part will provide an overview of changes in the dealings with lunacy from Renaissance to modern times on the basis of works from Michel Foucault and Klaus Dörner. These widely acclaimed publications of the 1960s will be used as elementary works to explain the discontinuity in therapy of patients with mental disorders. Additionally, German concepts of madness will be taken into account for retracing the postulated grief for life and the disorientation of the 70s. In the second place, I will interpret literary works of six German authors who underline insanity as a result of the suppression of society and thereby draw attention to their own personal story and their suffering. All of these works are characterized by autobiographical references and thus give an understanding of the correlation of the author?s psychological constitution, the repressive system and the mostly irrevocable attempt to plunge into insanity for gaining personal freedom.